Twitter-Schau

So schlecht bewerten Zuschauer den Schwarzwald-Tatort aus Elzach

Lisa Böttinger, Joshua Kocher

Von Lisa Böttinger & Joshua Kocher

Mo, 24. Februar 2020 um 11:07 Uhr

Computer & Medien

Das vertraute Grummeln unter Schuttig-Masken, südbadische Kennzeichen und viel nackte Haut können kaum Zuschauer bei der Stange halten: Der Schwarzwald-Tatort wird vom Publikum zerrissen.

Man muss sich nicht bis zum Ende der 164 Kommentarseiten der ARD-Mediathek unter dem Schwarzwald-Tatort "Ich hab im Traum geweinet" klicken. Der Frust, den die SWR-Produktion bei ihrem Publikum hinterlassen hat, wird gleich auf Seite eins deutlich: "Grausam schlecht" lautet das Urteil einer der ersten Kommentatoren. Und dabei bleibt es nicht – vor allem nicht beim südbadischen Publikum.

Um 22:02 schreibt ein Zuschauer sich von der Seele, was wohl viele vor ihren Fernsehern in der Region gedacht haben: "Ich schäme mich, dass so ein schlechter Tatort aus dem Schwarzwald in Verbindung mit der Elzacher Fasnet gesendet wurde." Ein Emmendinger Kennzeichen, der Elzacher Schuttig-Umzug, die offensiv gefilmten dunklen Tannen des Schwarzwaldes, all das mag viele Südbadener zunächst bei der Stange gehalten haben. Was der Sex unterm Schreibtisch nach einer Viertelstunde damit zu tun hat? Bleibt erstmal im Dunkeln. "Erinnert mehr an einen schlechten Porno als an einen Tatort", findet ein ARD-Zuschauer. Und auch wenn gerade keine nackte Haut zu sehen ist, sind viele unzufrieden: Mit dem Ton, mit der Handlung – und nicht zuletzt mit dem verzerrten Bild ihrer Heimat, durch die sich das Kommissare-Team allzu offenbar hindurchsäuft. Dabei kam die Gegend doch schon beim letzten Schwarzwald-Tatort 2018 schlecht weg – mit Bauern, die unter dem Vorwand von Naturschutz Nazi-Riten in dunklen Wäldern abhalten.

Nach Ende des Tatorts gestern fragte das Social-Media-Team des Krimis auf Twitter nach der Meinung der Nutzer. Das hätten sie mal lieber nicht getan. Viele der am Montagmorgen mehr als 700 Kommentare sind kritisch, teils hämisch.





Viele Tatort-Gucker klagten dabei über den Ton:





Die vielen wirren Sexszenen führten zur Frage: Krimi oder Softporno?





Überhaupt: die Handlung. Kaum ein Twitter-User scheint das Drehbuch verstanden zu haben.









Zählt nicht wenigstens der Lokalfaktor? Immerhin spielte der Tatort auf der Elzacher Fasnet.









Auch auf die Tatort-Vorschau von BZ-Kulturredakteurin Bettina Schulte reagieren BZ-Leser noch während des Krimis: "Hoffe, das Elztal kann sich von dem Schrott bald erholen", findet einer, ein anderer immerhin hält die "Figuren in ihrer Widersprüchlichkeit und ihrer lokalen Authenzität lebensnah ins Bild gesetzt." Zumindest für einige der Elzacher Schuttig mit ihrem Grummeln und Saublodere-Umhergeschweife könnte das sogar zutreffen.

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