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So soll der digitale Impfpass der EU funktionieren

Felix Ogriseck

Von Felix Ogriseck

Do, 15. April 2021 um 17:43 Uhr

Deutschland

Die passende App für den digitalen Impfpass wird derzeit von mehreren Unternehmen in Deutschland entwickelt. Bereits in diesem Sommer soll der Pass online zur Verfügung stehen.

Der Europäische Rat hat Ende Januar beschlossen, ein digitales Impfzertifikat einzuführen, das unter allen Mitgliedstaaten anerkannt sein und Grenzübertritte erleichtern soll. Von Ende Juni an soll der digitale Impfpass nun zum Einsatz kommen. Derzeit entwickeln verschiedene Unternehmen im Auftrag des Bundes die technische Infrastruktur. Start des kostenlosen Angebots ist die Ferienzeit.

Welche Informationen werden gespeichert?

Auf dem Smartphone sollen Daten hinterlegt werden, die eine weitere Ausbreitung des Coronavirus verhindern können. Etwa eine Sars-CoV-2-Impfung, Testergebnisse oder eine bereits überstandene Covid-Erkrankung. Zudem werden Daten hinterlegt, die zur Identifikation der Person dienen, etwa der Name und das Geburtsdatum. Die Daten werden dauerhaft nur auf dem Smartphone gespeichert.

Wer bekommt den digitalen Impfpass?

Jeder, der ein Impfangebot bekommen hat, kann sich diese Impfung nicht nur in seinem gelben Impfpass vermerken lassen, sondern auch via App auf dem Smartphone als QR-Code einscannen. Das soll sowohl beim Hausarzt als auch in den Impfzentren möglich sein. Bei Verlust des Smartphones kann der Code erneut eingescannt werden. Geimpfte Personen sollen zudem die Möglichkeit bekommen, den Impfnachweis nachträglich zu erhalten.

Wie kann der Impfpass kontrolliert werden?

In der Smartphone-App des Nutzers wird ein QR-Code angezeigt, der von Dienstleistern mit einer eigens dafür entwickelten App eingescannt werden und so überprüft werden kann. Wichtig dabei ist, dass ein zweites, amtliches Dokument bei der Kontrolle vorgelegt werden muss, etwa der Personalausweis. Ob eine überstandene Corona-Infektion bei der Kontrolle gleichwertig mit einem vollständigen Impfschutz gewertet werden soll, ist noch nicht klar.

Wer entwickelt das Impfzertifikat?

Das Bundesministerium für Gesundheit hat die Unternehmen IBM, Ubirch, Govdigital und Bechtle mit der Entwicklung einer Impfpass-App beauftragt. Auf seiner Website weist das Gesundheitsministerium zudem darauf hin, dass von einem EU-weit einheitlichen Entwicklungsprojekt abgesehen wurde, um die Fertigstellung nicht zu verzögern.

Was ist das grüne Zertifikat?

Der vom Gesundheitsministerium in Auftrag gegebene digitale Impfpass soll mit dem grünen Zertifikat der EU kompatibel sein. Unter diesem Namen werden gemeinsame technische und inhaltliche Richtlinien aufgestellt, um die Zertifizierungsmethoden einzelner EU-Staaten anzugleichen. So soll der Nachweis in jedem Land akzeptiert werden und könnte bewirken, dass Quarantäneregeln entfallen.

Wie sicher ist die Technik?

Informationen zur Person sowie medizinische Informationen werden nur kurzzeitig auf Servern gespeichert und liegen später nur noch auf dem eigenen Smartphone vor. Die Daten werden, so das Gesundheitsministerium, ähnlich wie in der Corona-Warnapp nach den Standards des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik verschlüsselt. Ob der Impfpass in die Corona-Warnapp integriert werden soll, ist noch nicht entschieden. Einen strukturierten Datensatz der Nutzer soll es nicht geben. Dieser bleibt Teil der Planungen zur Umsetzung einer elektronischen Patientenakte. Diese soll aber nicht in der Pandemie kommen, sondern nach wie vor erst im Jahr 2022.

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