Umweltausschuss

So will der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald 2022 das Klima schützen

Max Schuler

Von Max Schuler

Do, 21. Oktober 2021 um 16:57 Uhr

Kreis Breisgau-Hochschwarzwald

Der Kreis Breisgau-Hochschwarzwald hat ein Klimaschutzkonzept verabschiedet. Die Behörde will in Solaranlagen investieren, mobiles Arbeiten fördern und Mitarbeitende sollen mehr Fahrradfahren.

In diesem Jahr hat der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald ein Klimaschutzkonzept verabschiedet. In der Sitzung des Umweltausschusses ging es jetzt um die konkrete Umsetzung für 2022. Die Ausschussmitglieder sprachen sich zudem dafür aus, dass der Landkreis anstreben soll, mit dem European Energy Award ausgezeichnet zu werden. Die Auszeichnung würdigt erfolgreiche Energie- und Klimaschutzpolitik in Kommunen.

Das Arbeitspaket, dem der Kreistag noch zustimmen muss, ist in verschiedene Bereiche unterteilt. Es gibt Klimaschutzanstrengungen, die in die Verwaltung hineinwirken und andere, die mit externen Partnern zusammen verwirklicht werden sollen. Die Arbeitsschritte sollten möglichst konkret sein, damit sie auch umgesetzt und überprüft werden können. So will das Landratsamt unter anderem vollständig auf Recyclingpapier umstellen und die Klimatisierung der Serverräume erneuern. Videokonferenzen und mobiles Arbeiten sollen gefördert und digitale Formulare und Prozesse vorangetrieben werden. Mitarbeitende sollen mehr Fahrradfahren durch Angebote wir Jobrad.

Duschen für Radler am Gymnasium in Neuenburg

Es gibt aber auch ganz konkrete Bauvorhaben wie etwa beim Kreisgymnasium Neuenburg, wo Duschen für Radfahrer entstehen sollen. Außerdem sind dort überdachte und beleuchtete Fahrradparkplätze angedacht, ein Angebot, das es mittelfristig vor allen Liegenschaften des Landkreises geben soll.

Es stehen auch energetische Sanierungen im Arbeitsprogramm: Ein Gebäude der Hans-Thoma-Schule in Titisee-Neustadt erhält dank des Klimaschutzkonzepts eine sanierte Fassade, das Gymnasium in Neuenburg einen Erweiterungsbau in Holzbauweise und beim Gymnasium in Kirchzarten wird das Dach erneuert und mit Photovoltaikanlagen ausgestattet. Ziel ist zudem, Stromlieferverträge in den Gebäuden des Landkreises auf Ökostrom umzustellen.

Müllfahrzeuge mit Wasserstoffantrieb bestellen

Bei der Ausschreibung von neuen Müllfahrzeugen soll die Verwaltung auf alternative Antriebe Rücksicht nehmen und zum Beispiel den Einsatz von Wasserstofffahrzeugen prüfen. Verknüpft mit dem Start der neuen Kompostanlage in Titisee-Neustadt soll die Kompostproduktion gesteigert werden, was CO2 in regionalen Böden binden könne.

Neben diesen vergleichsweise konkreten Arbeitsaufgaben steht aber auch sehr viel Konzeptarbeit an. So soll etwa ein integrales Mobilitätskonzept auf dem Gebiet des Zweckverbands Regio Freiburg erarbeitet werden sowie ein Radwegeplan für den Landkreis. Eine Bedarfsanalyse für E-Mobilität ist zudem geplant. Es ist auch eine Potentialanalyse für Freiflächenphotovoltaik durch das Fraunhofer-Institut vorgesehen. Gemeinden mit ehemaligen Deponien sollen dazu angeregt werden, Freiflächenphotovoltaik auf den versiegelten Flächen zu installieren.

Der größte Arbeitsbereich, der sich wahrscheinlich am wenigsten konkret überprüfen lässt, trägt die Überschrift Kommunikation und Kooperation. Der Landkreis will vor allem mit Beratung und Information beim Thema Klimaschutz unterstützen. Adressaten sind unter anderem Landwirte, Hausbesitzer oder Kommunen. Die Bandbreite der Themen ist dabei groß: Energieeffizienz und erneuerbare Energien spielen eine Rolle, aber beispielsweise auch Waldumbau, Wasserversorgungssicherheit, Starkregenrisikomanagement und Klimaanpassung im Weinbau.

Über einzelne Punkte wurde im Ausschuss länger diskutiert. So drängten etwa die Grünen darauf, die Beratung für Windkraftinteressenten zu forcieren und dies auch im Klimaschutzkonzept zu erwähnen. Franz-Josef Winterhalter (Freie Wähler) hätte sich angesichts der Fülle an Aufgaben eine Priorisierung gewünscht und sprach von zu vielen "Trippelschritten". Martin Löffler (SPD) drängte darauf, dass die Vorgaben konkret bleiben und man aufpassen müsse, dass das Konzept nicht zu einem Papiertiger werde. Letztlich stimmten bis auf ein Ausschussmitglied von der AfD alle dem Arbeitspaket zu.