Solarenergie für Schwörstadt

Horatio Gollin

Von Horatio Gollin

Fr, 06. März 2020

Schwörstadt

Bürgerenergie Dreiländereck will auf dem Dach der Schule Photovoltaikanlagen installieren.

SCHWÖRSTADT. Die Bürgerenergie Dreiländereck hat Interesse an der Installation von Photovoltaik-Anlagen auf den kommunalen Dachflächen. Am Interessantesten erscheint dafür die Schule am Heidenstein, es müssen aber noch einige Fragen geklärt werden. Der Gemeinderat ist der Idee gegenüber aufgeschlossen und ermächtigt Bürgermeisterin Christine Trautwein-Domschat, die Dachflächen zu verpachten.

Fast 1000 Haushalte können schon mit der Stromproduktion der 60 Photovoltaikanlagen der Bürgerenergie Dreiländereck versorgt werden, sagte Martin Völkle vom geschäftsführenden Vorstand, der im Gemeinderat die Genossenschaft und das Potential der kommunalen Dächer vorstellte. Das Dach der Schule am Heidenstein und der daran anschließenden Mehrzweckhalle böten Platz zur Installation einer Anlage mit 100 kWp (die Abkürzung steht für das Leistungsmaß Kilowatt-Peak). Diese Leistung entspricht einer Stromproduktion von 100 000 Kilowattstunden (kWh), wenn die Gemeinde die Fläche an die Bürgerenergie verpachten würde. Den Strom könnte die Gemeinde zu einem vergünstigten Preis von der Genossenschaft beziehen. Bei einem Verbrauch der Halle von 70 000 kWh im Jahr könnte damit der Eigenbedarf klimaneutral gedeckt werden. Die Stromerzeugung entspräche einer CO2-Einsparung von 70 Tonnen, rechnete Völkle vor.

Die Planung steht allerdings noch ganz am Anfang. Die Statik muss noch geprüft und mit dem Netzbetreiber geklärt werden, welche Strommenge das Netz dort vertrage. Völkle versicherte, dass die Bürgerenergie aber auch ein kleineres Projekt realisieren würde. Christine Trautwein-Domschat verwies darauf, dass vorher noch die Elektrotechnik der Schule erneuert werden müsse, diese Investition aber ohnehin auf die Kommune zukäme.

Auch andere Objekte wie die Dossenbacher Feuerwehr oder das Rathaus in Schwörstadt seien für die Genossenschaft interessant, so Völkle. Beim Rathaus könnte theoretisch ein vergünstigter Strom für die Mieter angeboten werden. Jedoch ist die Kommune nur Miteigentümerin des Rathauses.

Auf die Frage aus dem Gremium, ob die Kommune nicht selbst Photovoltaik-Anlagen betreiben könne, erklärte Trautwein-Domschat, dass dafür ein Eigenbetrieb gegründet werden müsste, während bei einer Verpachtung das unternehmerische Risiko die Genossenschaft trage. "Schule und Halle sind das interessanteste und am leichtesten umsetzbare Projekt."

Der Gemeinderat fasste einstimmig den grundsätzlichen Beschluss, die Bürgermeisterin zu ermächtigen, die kommunalen Dachflächen an die Bürgerenergie Dreiländereck zur Installation von Photovoltaik-Anlagen zu verpachten. Konkrete Projekte werden wieder im Gemeinderat vorgestellt.