Energiewende

Solarpark an der A98 bei Eimeldingen erzeugt Strom für 230 Haushalte

Herbert Frey

Von Herbert Frey

Fr, 20. Mai 2022 um 14:02 Uhr

Eimeldingen

Der Solarpark an der A 98 ist ganz im Sinne des Eimeldinger Gemeinderats. Im Herbst soll eine Veranstaltung Bürger über Möglichkeiten der Sonnenenergiegewinnung informieren.

Der Solarpark, den die Firma MC Solar aus Rickenbach an der Alten Baslerstraße nahe der A 98 angelegt hat, produziert seit etwa zwei Monaten wie geplant Strom, der ins Netz eingespeist wird. Das berichtete der Geschäftsführer der Firma Dominik Zöller am Donnerstag im Gemeinderat Eimeldingen. Die Anlage laufe reibungslos.

Der Firmenvertreter schilderte, dass nach der relativ aufwändigen Planungs- und Genehmigungsphase die 1650 Module relativ rasch, nämlich in dreieinhalb Wochen, errichtet waren. Zuvor mussten die Stromkabel aus dem Dorf bis zum südlichen Siedlungsrand geführt und eine Trafostation gebaut werden. "Jetzt können wir jährlich 800 000 Kilowattstunden Solarstrom produzieren, was dem Jahresbedarf von 230 Haushalten entspricht", so Zöller.

Einem Bürger fällt das Geräusch der Ventilatoren der Anlage auf

Dass die Anlage gewisse Geräusche verursache, wie ein Bürger der Gemeinde schriftlich mitgeteilt hatte, sei nicht zu vermeiden. Sie stammen von den Ventilatoren in den Wechselrichtern, die bei direkter Sonneneinstrahlung anspringen. Diese an andere Stellen zu verlegen, sei im Nachhinein nun nicht mehr möglich. Im Ort selbst höre man die Geräusche aber nicht, meinte Rätin Elisabeth Azem: "Da ist die Autobahn viel störender."

Die zur Begrünung geplanten Hecken "werden auch noch etwas Lärm wegnehmen", meinte Zöller. Die Pflanzung mache bei sommerlich-heißem Wetter aber keinen Sinn. Die Aussaat einer artenreichen Blühwiese ist ebenfalls noch nicht erfolgt.

Um die Wiese von Schafen beweiden zu lassen, fehlt ein Wasseranschluss

Die Beweidung der Grasfläche durch Schafe, die MC Solar in Aussicht gestellt hatte, hat auch noch nicht geklappt. Man habe Schafhalter angefragt, aber leider keine Zusage erhalten, bedauerte Zöller. Schafhaltern fehlte unter anderem ein Wasseranschluss vor Ort. Von der Idee, Ziegen grasen zu lassen, sei man wieder abgekommen. Denn: "Die würden auf die Module springen". Jemanden, der die Fläche mähe, habe man aber an der Hand.

"Wenn ich sehe, wohin die Reise bei den Energiepreisen geht, stehe ich heute mehr denn je hinter diesem Projekt."
Bürgermeister Oliver Friebolin

"Wenn ich sehe, wohin die Reise bei den Energiepreisen geht, stehe ich heute mehr denn je hinter diesem Projekt", sagte Bürgermeister Oliver Friebolin, der daran erinnerte, dass man auf dem Weg zur Realisierung einige Steine aus dem Weg räumen musste. So war eine Änderung des Flächennutzungsplanes des Gemeindeverwaltungsverbandes Vorderes Kandertal nötig. Dabei hatte es auch Gegenwind aus den anderen Kandertalgemeinden gegeben, die die "Opferung" landwirtschaftlicher Fläche kritisierten.

Dass auch Privatleute mittels eines "Balkonsolarkraftwerks" Sonnenstrom erzeugen könnten, darauf machte ein Bürger am Ende der Sitzung aufmerksam. Solche Paneele seien für 600 bis 1000 Euro zu haben und relativ einfach zu installieren. Zehn bis 20 Prozent des eigenen Haushaltsbedarfes ließen sich damit abdecken. Er regte an, die Gemeinde solle diese Anlagen wie etwa Lörrach und Freiburg fördern. Zum Beispiel für die Bewohner der beiden Hochhäuser wären sie interessant.

Infoveranstaltung über dezentrale Solarstromerzeugung

Bürgermeister Friebolin fand die Idee gut. Er gab bekannt, dass sich Eimeldingen der Photovoltaik-Initiative des Landkreises angeschlossen habe. Im Herbst werde es vor Ort eine Infoveranstaltung zu dezentralen Solarstromerzeugungsmodellen geben. "Da kann auch das Balkonkraftwerk vorgestellt werden", meinte er.