Sorgen um die Redefreiheit

dpa

Von dpa

Fr, 10. Juli 2020

Kultur

Prominente Intellektuelle monieren "intolerantes Klima".

Ein offener Brief gegen "intolerantes Klima" in der gesellschaftlichen Diskussionskultur, unterzeichnet unter anderem von bekannten Autoren wie Margaret Atwood, Noam Chomsky, J.K. Rowling und Daniel Kehlmann, hat in den USA für Wirbel gesorgt. In dem Brief, der in der Nacht zum Mittwoch online simultan auf den Seiten von Harpers Magazine, Le Monde, La Repubblica und der Zeit veröffentlicht wurde, drücken die mehr als 150 Unterzeichner aus Kultur, Wissenschaft und Medien ihre Unterstützung für die jüngsten Proteste gegen Polizeibrutalität und Rassismus in den USA aus. Gleichzeitig kritisieren sie aber, dass "der freie Austausch von Informationen und Ideen, der Lebensnerv einer liberalen Gesellschaft, mit jedem Tag immer mehr eingeengt wird".

Initiiert wurde der Brief vom Autor Thomas Chatterton Williams. "Es ist eine Verteidigung davon, dass Menschen frei sprechen und denken können, ohne Angst vor Strafe oder Vergeltung haben zu müssen, eine Verteidigung des Rechts anderer Meinung zu sein, ohne sich um seine Arbeitsstelle sorgen zu müssen", sagte Williams der New York Times. Im Internet schlug dem Brief viel Kritik entgegen. Zahlreiche Menschen warfen den Unterzeichnern vor, eine zu dünne Haut und Sorge vor dem Verlust von Privilegien und Relevanz zu haben. Andere stießen sich an einigen der Unterzeichner – allen voran an "Harry Potter"-Autorin Rowling, die zuletzt mit kritischen Kommentaren über Transgender-Menschen für heftige Proteste gesorgt hatte.