Kosten zu hoch

Sparkasse in Pfaffenweiler macht zu – nach Automatensprengung

Andrea Gallien

Von Andrea Gallien

Fr, 09. Oktober 2020 um 16:19 Uhr

Pfaffenweiler

Es war zu befürchten, jetzt steht es fest: Nachdem Unbekannte im September einen Geldautomaten in Pfaffenweiler gesprengt hatten, öffnet die Sparkasse nicht wieder.

Geldautomat und SB-Filiale wurden bei der Sprengung am 21. September in Pfaffenweiler zerstört. Jetzt steht fest, was Pessimisten schon befürchtet hatten: "Die Kosten für die Wiederherstellung am aktuellen Standort stehen leider in keinem betriebswirtschaftlich sinnvollen Verhältnis zu der unterdurchschnittlichen Auslastung des Automaten", so der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse-Staufen-Breisach, Michael Grüninger.
Er verweist auch auf das geänderte Nutzungsverhalten: "Bargeldloses Bezahlen an den Kassen sowie die Bargeldversorgung über die umliegenden Supermärkte liegen im Trend. Eine Entwicklung, die sich insbesondere auch durch die Corona-Pandemie noch einmal deutlich verstärkt hat." Neben der geringen Automatenauslastung seien auch die "überdimensionierten Räume" ein Argument, warum man sich entschieden hat, den Standort Pfaffenweiler aufzugeben. Die Räume hatte die Sparkasse angemietet, nun werde man den Mietvertrag lösen.

Kunden: Nach Ehrenkirchen und Wolfenweiler verwiesen

Die Sparkasse war nach dem Auszug der Volksbank Freiburg 2017 von ihrem alten Standort in der Mittleren Straße in die Räume in der Weinstraße gezogen, für Grüninger "damals eine richtige Entscheidung". Zunächst hatte es dort auch vor Ort während täglicher Servicezeiten eine Kundenberatung gegeben. Kunden aus Pfaffenweiler werden nun auf die nächstgelegenen Filialen in Ehrenkirchen und Wolfenweiler verwiesen.

Pfaffenweilers Bürgermeister Dieter Hahn bedauert die Entscheidung der Sparkasse. Nach dem Wegzug der Volksbank folge jetzt die Sparkasse, "der Bankenstandort Pfaffenweiler" sei nicht mehr attraktiv.

Allerdings habe er "klare Signale" vernommen, dass für die Geldversorgung mit einem Automaten noch eine Chance besteht. Diese gelte aber weder für dieses noch für das kommende Jahr. Voraussetzung sei ein Standort, der den Sicherheitsanforderungen für einen solchen Automaten entspricht.

Dieter Hahn erinnert in diesem Zusammenhang daran, dass es im örtlichen Cap-Markt die Möglichkeit gibt, sich ab einer bestimmten Einkaufssumme einen höheren Geldbetrag auszahlen zu lassen.