Sanierung der Ortsdurchfahrt

Spatenstich beendet Münstertals L 123-Frust

Rainer Ruther

Von Rainer Ruther

Do, 15. August 2019 um 15:43 Uhr

Münstertal

Die Sanierung des zweiten Bauabschnitts der Ortsdurchfahrt von Münstertal wurde nach jahrelangen Verzögerungen nun offiziell gestartet. Mit Umleitungen während der Bauzeit muss man rechnen.

"Die schönste Freude ist die Vorfreude." Nur wenn das Warten zu lange dauert, macht es auch keinen Spaß. Mit diesen Worten fasste Bürgermeister Rüdiger Ahlers die Stimmung in der Gemeinde in Sachen Sanierung der L 123 zusammen. Zehn Jahre habe man darauf gewartet, endlich anfangen zu können mit dem zweiten Bauabschnitt, sagte er am Mittwoch beim offiziellen Start der Arbeiten.

Auf jedem Neujahrsempfang habe er wieder und wieder Hoffnungen geweckt, bis man ihm geraten habe, bei solchen Anlässen die Straße gar nicht mehr zu erwähnen, so schilderte Münstertals Bürgermeister seine leidvollen Erfahrungen mit dem Bauprojekt. Doch nun werden tatsächlich Fakten geschaffen.

In der Tat ist die Geschichte der Straße eine (fast) unendliche. Und immer dann, wenn man glaubte, den Durchbruch geschafft zu haben, legten sich neue Probleme quer, zuletzt der Streit um den Ausschluss einer Baufirma vom Bieterverfahren. Resultat: Das eigentlich schon abgeschlossene Verfahren musste neu aufgerollt werden, der für März terminierte Baubeginn verschob sich, und die Arbeiten wurden teurer: Das nächste Unternehmen auf der Liste, die Bietergemeinschaft Walliser Bau GmbH Utzenfeld und Bau GmbH Herrischried, verlangte 11,46 Millionen Euro, ein um etwa zehn Prozent höherer Preis.

Die Gemeinde Münstertal wird dadurch allerdings nicht zusätzlich belastet. Mehr Geld verlangt die Bietergemeinschaft nur für Arbeiten, die auf das Land entfallen, so dass 1,5 Millionen Euro an Mehrkosten vom Regierungspräsidium getragen werden. Münstertal, das für alle Arbeiten im Untergrund (Kanäle und Wasserleitungen), an Gehwegen und Seitenstraßen aufkommen muss, spart sogar 21 000 Euro gegenüber der zuerst vorgesehenen Summe. Auf den Haushalt der Gemeinde kommen dennoch Kosten von 6,637 Millionen Euro zu; das Land muss 4,936 Millionen Euro dazugeben.

Wenn die L 123 im zweiten Abschnitt fertig saniert ist, wird sie vom Wildsbach bis auf Höhe des Rathauses neu gebaut sein; vor dem Rathaus wird ein Kreisverkehr angelegt. Pendler und Anwohner werden in den rund zweieinhalb Jahren Bauzeit viel Geduld aufbringen und mehr Zeit einplanen müssen. Denn vom Wildsbach bis zur Hofsäge gibt es zu einer halbseitigen Sperrung mit Ampelregelung keine Alternative. Erst ab der Abzweigung Breitmatte von der Straße Hof kann eine Umleitung eingerichtet werden: Bergwärts bleiben die Fahrzeuge auf der alten L 123, an der jeweils halbseitig gearbeitet wird; aus dem Tal in Richtung Staufen wird der Verkehr ab Bahnhof auf die Belchenstraße und die Breitmatte umgeleitet; hier herrscht dann Einbahnverkehr. Läuft alles nach Plan, will man im April 2022 die Straße wieder freigeben.