Neubaugebiet

Spatenstich für umstrittenes Neubaugebiet in Kippenheim

Lena Marie Jörger und Sandra Decoux-Kone

Von Lena Marie Jörger & Sandra Decoux-Kone

Fr, 26. Juni 2020

Kippenheim

Daher hat der Gemeinderat beschlossen, im Gebiet Mühlenpfad IV im Süden Kippenheims Bauplätze auszuweisen. Bei Anrainern stieß dies auf wenig Gegenliebe. Am Donnerstag fand nun der erste Spatenstich zu den Erschließungsarbeiten statt.

. Auch in Kippenheim ist die Nachfrage nach Baugrundstücken groß. Daher hat der Gemeinderat beschlossen, im Gebiet Mühlenpfad IV im Süden Kippenheims Bauplätze auszuweisen. Bei Anrainern stieß dies auf wenig Gegenliebe. Am Donnerstag fand nun der erste Spatenstich zu den Erschließungsarbeiten statt.

Schon in der Gemeinderatssitzung im Januar 2019, als die Pläne vorgestellt wurden und das Gremium den Aufstellungsbeschluss des Bebauungsplans fasste, meldeten Anwohner Bedenken an und kritisierten vor allem den aus ihrer Sicht mangelnden Informationsfluss. Im weiteren Verfahren reichten Anwohner teils über Anwälte Einwände ein, zum Beispiel zu Entwässerung, Naturschutz und dem Schutz des angrenzenden Biotops samt Hohlweg (die BZ berichtete). Der Satzungsbeschluss des Bebauungsplans fiel im Mai 2019 mit großer Mehrheit im Gemeinderat. Eine Anwohnerin kündigte damals gegenüber der BZ an, gemeinsam mit anderen gegen den Bebauungsplan vorgehen zu wollen. Bürgermeister Matthias Gutbrod teilte dazu am Donnerstag mit: "Es gab Anwohner, die im Bebauungsplanverfahren Stellungnahmen abgegeben haben. Diese wurden geprüft und abgewogen. Dass Anwohner rechtliche Schritte prüfen wollten, haben sie mir gegenüber nicht geäußert. Seit dem Satzungsbeschluss habe ich von den Anwohnern außerdem nichts mehr gehört."

Elf der 14 Bauplätze gehören der Gemeinde

Gutbrod rechnet damit, dass die Erschließungsarbeiten zwölf bis 13 Wochen dauern. Den Zuschlag (Wert: rund 350 000 Euro) hatte die Firma Trenkle erhalten. Mit Bebauungsplan- und Umlegungsverfahren, Gutachten und Ökoausgleich belaufen sich die Kosten insgesamt auf eine halbe Million Euro. Insgesamt 14 Bauplätze entstehen in dem Gebiet. Die Vergabe könnte laut Gutbrod nach der Sommerpause erfolgen. In Richtung B 3 sollen zwei Mehrfamilienhäuser entstehen, ansonsten sind Einfamilienhäuser vorgesehen. Elf Grundstücke sind laut Gutbrod in Gemeindeeigentum. Für die drei im Privatbesitz habe er "die Hoffnung, dass sie bebaut werden". "Wenn wir ein Baugebiet ausweisen, wollen wir auch, dass es bebaut wird."

Mit der Erschließung bleibe die Gemeinde ihrer Philosophie treu, bestehende Wohngebiete zu erweitern. "Wir schaffen keine großen Baugebiete, wollen kein Wachstum um jeden Preis, sondern stellen eine nachhaltige Entwicklung in den Vordergrund, wobei vor einigen Jahren auch die Erweiterung des Mühlenpfads wieder in den Fokus gerückt ist", so Gutbrod.

Alle fünf bestehenden Stichstraßen werden verlängert. "Das sind optimale Bedingungen, denn die Zu- und Abfahrt gibt es bereits, jetzt müssen die Kanäle verlängert werden", sagte Diplom-Ingenieur Klaus Mutter. Der Abstand zu vorhandenen Grundstücken beträgt sieben Meter, zulässig wären 2,5 Meter gewesen. "Das ist ein großes Entgegenkommen für Anwohner", sagte Gutbrod.