Wahlkreis Emmendingen – Lahr

SPD-Generalsekretär sieht noch keinen Grund, zu feiern

Michael Sträter

Von Michael Sträter

So, 19. September 2021 um 18:00 Uhr

Kreis Emmendingen

In Emmendingen läutet SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil gemeinsam mit Johannes Fechner den Schlussspurt im Wahlkampf ein. Trotz guter Umfrage müsse weiter gekämpft werden.

. Es mutete schon fast programmatisch an, wie das Kenzinger Duo "Two of a kind" mit ihren Coversongs auf den Wahlkampfauftritt von SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil mit dem SPD-Wahlkreiskandidaten Johannes Fechner in Emmendingen musikalisch einstimmte. "What’s going on", was ist los, fragte es zunächst im Stile der "4 Non Blondes", um dann mit Tim Bendzko den Politiker aufzufordern, er möge doch "noch kurz die Welt retten".

Schlussspurt
"
Feiert Ihr eigentlich schon angesichts der aktuellen Wahlprognosen?" Das werde Lars Klingbeil in den vergangenen Tagen häufig gefragt. Schließlich seien die Wahlpartys für SPD-Anhänger in den vergangenen Jahren eher weniger fröhlich gewesen. Doch einem verfrühten Jubel zeigte Klingbeil sprichwörtlich die rote Karte, blieb im Fußballerbild: "Wenn du in der 85. Minute 2:0 führst, gehst du auch nicht vom Platz, sondern rennst noch mal ein wenig mehr und schneller, um den Sieg tatsächlich einzufahren." Daher rief er zu einem Schlussspurt auf in der entscheidenden letzten Woche vor der Wahl.
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Politische Ziele

Vier Schwerpunktthemen habe die SPD im Wahlkampf gesetzt, die auch Johannes Fechner in seinem Wahlkreis, für den er nun die dritte Amtszeit in Berlin anstrebt, immer wieder anspreche. 400 000 Wohnungen müssen jährlich in Deutschland gebaut werden, "davon 100 000 Wohnungen mit Sozialbindung", so Klingbeil. Der CO2-Preis müsse sozialverträglich angepasst werden, dürfe "nicht zu einem Großteil etwa Mietern aufgebürdet werden". Zudem wiederholte Klingbeil die Klimaschutzziele, die sich die SPD setze. Dazu gehöre der verstärkte Ausbau erneuerbarer Energien, der Ausstieg aus der Kohle möglichst vor 2038 und Anstrengungen, die E-Mobilität zu fördern. Erst wenn sich durch Förderungen und den Ausbau der Ladestruktur ein Markt für gebrauchte E-Autos etabliere, würden diese Fahrzeuge auch für Menschen mit geringerem Einkommen erschwinglich. Diese E-Mobilität sei ein bedeutender Schritt zum Klimaschutz. Und letztlich reiche es nicht aus, für die Beschäftigten in der Pflege zu klatschen. Hier müssten Reformen ansetzen, die Attraktivität des Berufs zu steigern und der Profitorientierung des Gesundheitswesens soziale Verantwortung entgegenzusetzen.

Der Kandidat
Mit diesen Themen punkte die Sozialdemokratie in Umfragen, ist Klingbeil überzeugt. Selten habe es so einen spannenden Wahlkampf gegeben, befördert unter anderem dadurch, dass erstmals seit 72 Jahren kein Kandidat oder Kandidatin mit einem Amtsbonus ins Rennen gehe. Dabei registriere Klingbeil, dass der SPD-Kandidat Olaf Scholz bei seinen Auftritten, seien sie bei Wahlkampfveranstaltungen oder auch medialen Anlässen, die Wählenden erreiche. Im Duell, ein Triell sei es ja nicht mehr, sei es Olaf Scholz, der mit Inhalten überzeuge, während der politische Gegner versuche, zu punkten, indem er schlecht über seinen Kontrahenten spreche. Doch, so unterstrich Klingbeil, gehe "es nicht nur um Olaf, es geht auch um unsere Kandidatinnen und Kandidaten vor Ort". Und dabei könne er versichern, dass Johannes Fechner bei seiner politischen Arbeit in Berlin immer die Interessen des Wahlkreises Emmendingen – Lahr im Blick habe.