Spezialisten fürs Zweirad

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Mi, 03. März 2021

Auto & Mobilität

Was bei der Wahl der Motorradbereifung zu beachten ist.

Wer noch nicht lange ein Motorrad hat, fragt sich, worauf er beim Kauf von Motorradreifen achten muss. Darauf weiß Achim Penisch, Michelin-Experte Produkttechnik Motorradreifen, die Antwort.

"Besonders für Motorradfahreranfänger kann sich der Kauf von Motorradreifen zunächst etwas verwirrend gestalten. Zum einen stehen Reifen mit unterschiedlichem Konstruktionsprinzip wie Diagonal- oder Radialbauweise zur Wahl. Vereinfach gesagt, eignen sich Radialreifen für den sportlichen Einsatz, Diagonalreifen sind eher auf Langlebigkeit und Robustheit ausgelegt.

Zum anderen gibt es für fast jeden Motorradtyp einen speziellen Reifen. So fährt etwa ein EnduroBike auf anderen Reifen als ein Cruiser oder ein Sportmotorrad. Je nach Anforderung – etwa robust fürs Gelände oder sportlich für die Rennstrecke – sollte der jeweilige Spezialist aufgezogen werden.

Ein wichtiger Aspekt beim Reifenkauf sind zudem die rechtlichen Vorgaben. Für alle Motorrad-Reifen, die seit dem 1. Januar 2020 produziert werden, gelten neue Spielregeln bei den Freigaben-Vorgaben. Reifenhersteller stellen zwei Bescheinigungen aus. In der ,Service-Information‘ werden für Motorräder mit EU-Typgenehmigung die originalen Reifengrößen oder Reifenbauarten gelistet. Die hier aufgeführten Bereifungen stellen die Empfehlung des Reifenherstellers dar und müssen nicht eingetragen werden. In der ,Herstellerbescheinigung‘ findet man Bereifungen mit abweichenden Reifengrößen oder Reifenbauarten. Die erforderliche Begutachtung nach Paragraf 21 StVZO wie auch die dann erforderliche Änderung der Fahrzeugpapiere auf der Kfz-Zulassungsstelle sind gebührenpflichtig. Sie müssen eingetragen werden, will man eine Erlöschung der Betriebserlaubnis vermeiden. Dazu müssen Biker zur einer Prüforganisation wie TÜV, GTÜ, Dekra oder KÜS vorfahren. Bei montierten Reifen mit einem Herstellerdatum vor 2020 gelten für alle Motorräder die bisherigen Reifenfreigaben (Unbedenklichkeitsbescheinigungen, Bereifungsempfehlungen) weiter. Für diese Bereifungen reicht es, die Reifenfreigabe mitzuführen. Diese Regelung gilt bis 1. Januar 2025."