Spitze Pointen, runde Nummern

Heinz Vollmar

Von Heinz Vollmar

Mo, 17. Februar 2020

Rheinfelden

Zum 35. Mal fand in Degerfelden das Waidbachg’flüschder statt.

RHEINFELDEN-DEGERFELDEN. Mit einem unterhaltsamen Bühnenprogramm, das neben der großen und kleinen Politik auch Missgeschicke, den Klima-Hype sowie zahlreiche musikalische und tänzerische Akzente setzte, begeisterte der Musikverein Degerfelden beim 35. Waidbachg’flüschder an zwei Tagen. Die voll besetzte Fridolinhalle präsentierte sich dabei einmal mehr als Hort fasnächtlichen Humors.

Welchen Stellenwert das alljährlich stattfindende Waidbachg’flüschder hat, zeigte sich auch in der Präsenz von OB Klaus Eberhardt, Bürgermeisterin Diana Stöcker, Ortsvorsteherin Karin Reichert-Moser sowie der Zunftleitung mit Oberzunftmeister Michael Birlin und Ehrenoberzunftmeister Wilfried Markus. Sie alle erlebten ein Programm, das so richtig unter die Haut ging, nichts und niemanden aussparte und auch spitze Pfeile in den Rheinfelder Ortsteil berücksichtigte, der mit dem Buchstaben "H" für Herten beginnt.

Bestens präpariert waren die Büttenredner Dietmar Häßler und Bernd Birlin. Während Häßler aus der närrischen Schatzkiste der großen Politik die Ereignisse Revue passieren ließ, dokumentierte Birlin "e ganz normale Samschtig", der die Geschlechterrollen zwischen Eheleuten auf exzellente Weise zum Ausdruck brachte und die Lachmuskeln der Gäste strapazierte.

Im Versmaß begeisterten Richard Müller und Günther Häßler. Sie traten als "Schnitzer, schwarz uf wiss" auf und glossierten auch den Klima-Hype. Die damit verbundene Flugscham bezeichneten sie als Geisteshaltung, die bereits um sich gegriffen habe. Zur Kassenzettelflut beim Bäcker meinten sie "zu jedem Weckli, kriegsch jetzt e Kassezetteli" und zum Glückspiel im Internet: "Glückspiel im Internet wird jetzt legal, dass me debi au süchtig werde cha, isch egal."

Für zahlreiche tänzerische und choreografische Höhepunkte sorgten die Blue Jewels des TuS Herten sowie die Tänzer des Jugendorchesters des MV Degerfelden, die als adrette Stewardessen das Tanzbein schwangen. Zu den weiteren Höhepunkten zählten der Sketch "De Jungi un de Alti" mit Christian Häßler und Daniel Schwald, die Darbietungen um den "Mann am Steuer", der sich inmitten weiblicher Körper beweisen musste sowie die Magic Show mit Gordon Hein und seinen Bühnengästen.

Durch das Programm führte Peter Hässler, der ganz in Purpur gewandet als "Purple Prince" und "Best Ager" von sich reden machte. Den Prolog gestaltete Günther Häßler. Er sinnierte über das eine oder andere politische Malheur, so auch über die Ereignisse in Thüringen. Als einzig geeigneten Kanzlerkandidaten bezeichnete er von zahlreichen Lachern begleitet, Kevin Kühnert von der SPD. Er habe weder einen Berufsabschluss noch einen Studienabschluss. Dies allein würde ihn für das hohe Staatsamt qualifizieren, meinte er ironisch.

Musikalisch bestimmte auf der Bühne der Musikverein Degerfelden das Geschehen, für die "Silent Disco" zeichnete der bekannte DJ Jean Paul verantwortlich.

Ehrungen: Mit dem Jahresorden der Narrenzunft wurden Paula Hassler, Fabian Sutter und Günther Häßler geehrt. Die goldene Plakette der Narrenzunft erhielt Gordon Hein.