Daheim bedeutet Stärke

Georg Gulde

Von Georg Gulde

Sa, 23. Februar 2019

USC Eisvögel

Warum die Basketballerinnen des USC Freiburg in der heimischen Halle so gut sind.

FREIBURG. Auswärts ist nicht daheim. Im Umkehrschluss ist daheim nicht auswärts. Und genau deshalb spricht man im Sport ja auch von einem Heimvorteil. Obwohl die Spielfläche die gleichen Maße hat und die Regeln ebenfalls die gleichen sind – auswärts wie daheim.

Dafür, dass es diesen Heimvorteil tatsächlich gibt, legen unter anderem die Erstliga-Basketballerinnen des USC Freiburg in dieser Saison Zeugnis ab. Sechs ihrer acht bisherigen Heimpartien gewannen die Breisgauerinnen. Nur gegen Abonnementsmeister Wasserburg gab’s nach einem taktischen Fehler von Trainerin Hanna Ballhaus daheim eine Niederlage, und gegen Spitzenreiter Herne. Auswärts gewannen die Südbadenerinnen dagegen lediglich drei von acht Spielen. Zusammengerechnet reicht das indes, um vier Partien vor Schluss der Hauptrunde bereits als Teilnehmer an den Playoffs festzustehen.

Als Tabellenfünfter gehen die Eisvögel an diesem Samstag (19.30 Uhr/Unisporthalle) in die Heimpartie gegen den Rangneunten Göttingen. Die Niedersachsen sind das einzige Team in der Frauen-Bundesliga, das in dieser Saison noch keinen einzigen Sieg in fremder Halle erkämpft hat (die beiden Auswärtspunkte stammen aus einem Sieg am Grünen Tisch beim Spiel in Saarlouis). Daheim reichte es für die Norddeutschen hingegen bereits zu vier Erfolgen, unter anderem einem 62:59 in der Hinrunde gegen Aufsteiger USC Freiburg. Bis auf den Tabellenzweiten BC Marburg (zwei Heimniederlagen, aber lediglich ein Spiel auswärts verloren) gibt es in der Basketball-Bundesliga der Frauen keine Mannschaft, die in fremden Hallen eine bessere Bilanz hat als zuhause.

Doch was ist der Heimvorteil überhaupt, der dann in eine Heimstärke mündet? Hanna Ballhaus, die Trainerin der USC-Basketballerinnen, sieht den Hauptgrund für dieses Phänomen in erster Linie in einem geografischen Umstand: "Zu Auswärtsspielen reisen wir am Spieltag an. Zwar in einem komfortablen Reisebus, was längst nicht bei allen elf Erstligisten Standard ist. Aber durch die geografische Randlage sind wir in der Regel fünf bis acht Stunden unterwegs. Das Reisen strengt an, da ist man nicht so frisch wie bei den Heimspielen. Umgekehrt sind natürlich auch die Gegner etwas schlapp, wenn sie nach langer Reise in Freiburg ankommen."

Nach dem Reisestress für den Gegner dürften die Zuschauer die wichtigste Rolle für die Heimstärke der Eisvögel spielen. Denn die USC-Basketballerinnen werden manchmal von mehr als 1000 Besuchern unterstützt – meist mehr als sich in den Hallen der Gegner zu Spielen einfinden. Auch an diesem Samstag gegen Göttingen, im Anschluss an das Fußball-Bundesligaspiel SC Freiburg – FC Augsburg, dürfte es eine vierstellige Zuschauerzahl sein.