Fußball

FC Wittlingen erobert Spitze – FC Hausen verliert Zwölf-Tore-Spektakel

Matthias Konzok

Von Matthias Konzok

Di, 13. Oktober 2020 um 19:58 Uhr

Frauenfussball

Die Fußballerinnen des FC Wittlingen haben durch einen Kantersieg die Tabellenführung in der Verbandsliga. Der FC Hausen hat auswärts einen 0:3-Rückstand gedreht, am Ende aber 5:7 verloren.

Nein, zu hoch hängen will Werner Reich die jüngste Erfolgsmeldung nicht. Die erklommene Verbandsliga-Spitze "ist eine schöne Momentaufnahme", sagt der Trainer der Fußballerinnen des FC Wittlingen nach dem 6:1 (4:1)-Sieg gegen den SC Hofstetten. Gerade einmal drei Spieltage sind absolviert, und der erfahrene Reich weiß um die noch begrenzte Aussagekraft des Tableaus zu einem solch frühen Zeitpunkt. Ohnehin soll sich das Team nach einer schwierigen Saison stabilisieren, als Ziel gilt ein Platz unter den ersten Fünf. Bisher scheinen die Wittlingerinnen nicht nur wegen der perfekten Bilanz (drei Spiele, drei Siege) auf dem richtigen Weg.

Der FCW überzeugt fußballerisch und habe gegen Hofstetten "schöne Spielzüge gezeigt", so Reich. Seine Elf kam bereits nach zehn Sekunden zur ersten Chance, kassierte im Gegenzug aber das 0:1 nach 30 Sekunden. Doch mit Rückschlägen wissen die Spielerinnen offenbar umzugehen. "Wir lagen bisher in jedem Spiel zurück, haben aber die Stärke, zurückzukommen", sagt Reich. Annika Baumann, die mit einem Viererpack ihr Saisonkonto bereits auf acht Treffer erhöhte, und Kapitänin Jana Grauer (zwei) drehten das Spiel schnell zugunsten des FCW (2:1/9.), mit der 4:1-Pausenführung hatten die Gastgeberinnen bereits die Vorentscheidung herbeigeführt. Seinen Offensivspielerinnen attestiert der Coach gute Bewegungen, so dass sie dann auch "an den richtigen Positionen stehen". Nebst Baumann ragt auch Sturmpartnerin Lisa Berger aus dem Kollektiv heraus, bereits fünf Vorlagen sind für sie notiert.

Am Samstag gastiert der FC Wittlingen, nun in der Rolle des Spitzenreiters, bei der SG Gengenbach. "Da kommt ein guter Gradmesser auf uns zu", sagt Reich vor der Partie beim Aufsteiger, der beim bisherigen Primus SG ESV/PSV Freiburg überraschend mit 2:1 gewann und somit Wittlingen zur Tabellenführung verhalf.

Junge Mannschaft des FC Hausen hat sich weiterentwickelt

Ein Spektakel ohne Happy End erlebte der FC Hausen. Die 5:7-Niederlage beim favorisierten FC Hochrhein konnte Hausen-Trainer Bernhard Zimmermann auch drei Tage später "noch gar nicht fassen". Das turbulente Spiel war ihm auch mit einigem Abstand noch anzumerken. Zunächst kassierte seine Elf drei Gegentore nach Ecken (0:3/29.), drehte dann aber furios auf und lag zur Pause 4:3 vorne (Tore: Rueb 2, Debes, Ertl) und hätte nach Wiederbeginn "das fünfte, sechste Tor" erzielen müssen, so Zimmermann. Doch die Chance, den FC Hochrhein zu distanzieren, blieb ungenutzt. Stattdessen zog der Favorit dank des Vier-Minuten-Hattricks von Sonja Nussbaum auf 6:4 davon (65.). Nach Megan Christians 5:6-Anschlusstreffer (71.) "hatten wir das 6:6 auf dem Fuß", so Zimmermann, der jedoch mit ansehen musste, wie Nussbaum den nächsten Treffer zum 7:5-Endstand nachlegte (77.). "Das war Irrsinn, keine Partie für einen Trainer", sagte Zimmermann.

Trotz der dritten Niederlage im dritten Saisonspiel: Im Vergleich zur Vorsaison ist die junge Hausener Mannschaft (Durchschnittsalter bei der Partie in Hohentengen: 20,09 Jahre) "um einiges weiter", bilanziert der Coach, verfüge über mehr Moral, zudem "haben wir super Tore rausgespielt". In der vergangenen Verbandsliga-Runde hätte man einen 0:3-Rückstand wohl noch nicht aufholen können, vermutet Zimmermann. Manko sei zuweilen naive Defensivarbeit, die sich schon bei der knappen 1:2-Derbyniederlage gegen den FC Wittlingen und beim FC Hochrhein gerade in den ersten drei Gegentreffern durch Standards offenbarte. Dennoch: die Tendenz in Hausen ist positiv, die Mannschaft lechzt nach dem ersten Punktgewinn. "In der Liga ist es aber nicht einfach", sagt Zimmermann vor dem Heimspiel am Sonntag gegen den Hegauer FV II. Für den FC Hausen sei "jedes Spiel eine brutale Herausforderung".