Fußball

SC Sand verliert gegen den Tabellenletzten SV Meppen mit 1:2

Uwe Schwerer

Von Uwe Schwerer

So, 22. November 2020 um 21:00 Uhr

Frauenfussball

Drei Heimspiele im November, drei Niederlagen: Bei den Bundesliga-Fußballerinnen des SC Sand herrscht große Enttäuschung.

. Drei Heimspiele in Folge hatte die von der Pandemie beeinflusste Spielplanung den Fußballerinnen des SC Sand im November beschert. Deren Bilanz fällt ernüchternd aus. Im dritten Anlauf gab es die dritte Niederlage. Am Sonntagmittag unterlagen sie überraschend dem SV Meppen, dem bis dahin sieglosen Tabellenletzten der Bundesliga, mit 1:2 (0:2). Danach herrschte Ratlosigkeit im Kühnmattstadion.

Es gab diesen kurzen Moment vor dem Anpfiff, als die Musik verstummt war und die Stimme von Diane Caldwell, der Kapitänin des SC Sand, in irisch gefärbtem Englisch über den Platz hallte: "We have to do everything it takes, to win the three points." Alles müsse getan werden, was nötig ist, um die drei Punkte zu holen, lautete die Ansage. Dem Sander Team ist gewiss nicht der Vorwurf zu machen, sich nicht daran gehalten zu haben. Es fehlte nicht am Engagement, an der Bereitschaft, dieses Mal, anders als zuletzt, ein Tor vorzulegen.

Nach zehn Minuten hat der SV Meppen das Spiel im Griff

Wie in vielen Begegnung zuvor hatte der SCS auch an diesem kühlen Mittag, beobachtet von einigen Zaungästen, Chancen, um den psychologisch wichtigen ersten Treffer zu erzielen. So vergab Chiara Loos in den Anfangsminuten, in denen ihr Team den Ton angab, eine gute Schusschance. Noemi Gentiles Versuch aus rund 25 Metern verfehlte das Ziel nicht weit. So, oder so ähnlich: alles schon einmal gesehen im Kühnmattstadion. Die in die badischen Farben gelb-rot gekleideten Meppenerinnen aber nahmen dann die Partie in den Griff. Sie hatten einen klaren Plan: mit schnellem und langen Bällen in die Spitze zum Erfolg zu kommen. Mehr als einmal gewannen sie wichtige Laufduelle. So auch vor dem 0:1, als die Juniorennationalspielerin Vivien Endemann die Kollegin Isabella Jaron bediente (20.). Die Sanderinnen wirkten angeknockt, die Spielerinnen des Tabellenletzten fühlten Rückenwind an einem fast windstillen Nachmittag. Wieder kassierte der SCS ein Tor nach einer Standardsituation. Die Abwehr der Blauen verfiel bei einem Freistoß in einen kollektiven Tiefschlaf, was Maike Berentzen nutzte, um aus kurzer Distanz die Kugel zum 0:2 ins Netz zu bugsieren (33.). Das 0:2 zur Pause war durchaus angemessen, denn dem SCS fiel nicht mehr viel ein. Danach entwickelte er jedoch mehr Druck, trat selbstbewusster auf: Verdientes Ergebnis dieser Mühen war der Anschlusstreffer durch Patricia Georges (68.) nach einem überzeugenden Angriff. Danach war der Wille groß, doch die Mittel reichten nicht mehr, um den Norddeutschen den Sieg streitig zu machen. "Die zweite Halbzeit haben wir zwar dominiert, wenn man aber solche Fehler macht und so spielt wie wir, hat man den Sieg nicht verdient", stellte SCS-Trainerin Nora Häuptle fest. Kapitänin Caldwell, die zur Pause ausgewechselt worden war, zeigte sich enttäuscht: "Schwer zusagen, woran es lag. Es war ein wichtiges Spiel. Die entscheidenden Momente laufen immer gegen uns. Wir kassieren leichte Gegentore und nutzen unsere Chancen nicht."

Der SC Sand will seiner Philosophie treu bleiben

Während die Sanderinnen die Arme in die Seiten stemmten und ins Leere blickten, feierten nebenan die Norddeutschen. Deren Trainer hatte es nicht schwer, für Stimmung zu sorgen: "Das sind die ersten drei Bundesliga-Punkte in der Geschichte des Vereins", der Rest ging im Jubel unter. Und ein Sander Ordner zischte: "So steigt man ab." Für derlei Pessimismus ist die irische Innenverteidigerin Caldwell nicht zu haben: "Die Saison ist noch lang, es gibt noch viele Gelegenheiten. Wir versuchen, Fußball zu spielen und nicht nur lange Bälle nach vorne zu schlagen. Wir müssen bei unserer Philosophie bleiben. Irgendwann macht es Klick und wir werden mit Punkten belohnt."

Ob das schon in diesem Jahr geschieht? Wer dies glaubt, pflegt großen Optimismus. In drei Wochen tritt der SCS bei Bayer Leverkusen an, danach gibt sich der FC Bayern München im Hanauerland die Ehre. Die Punkte müssen wahrscheinlich gegen andere Gegner geholt werden. Eher im kommenden Jahr.

Tore: 0:1 Jaron (20.), 0:2 Berentzen (33.), 1:2 George (68.).