Rückschläge statt Aufbruch

dpa

Von dpa

Di, 05. Januar 2021

Fussball International

Der FC Chelsea ist derzeit meilenweit davon entfernt, Spitzenfußball zu zeigen / Trainer Frank Lampard muss um seinen Job bangen.

Wegen des anhaltenden Formtiefs seiner Mannschaft um die deutschen Nationalspieler Timo Werner und Kai Havertz muss Trainer Frank Lampard (42) vom FC Chelsea angeblich um seinen Job bangen.

Wie das Online-Magazin The Athletic berichtete, denken die Chelsea-Bosse nach der deutlichen 1:3 (0:3)-Heimniederlage in der Premier League gegen Manchester City und dem Sturz des Teams auf Platz acht der Tabelle bereits über potenzielle Nachfolger nach. Unter anderem der deutsche Coach Thomas Tuchel gilt nach seinem unfreiwilligen Abschied von Paris Saint-Germain als möglicher Kandidat.

Chelsea wartet seit drei Spielen auf einen Sieg. Die Krise ist eng mit der verschwundenen Form der deutschen Nationalspieler Timo Werner und Kai Havertz verbunden. Während Havertz gegen Man City lange auf der Bank saß, blieb Werner im Sturmzentrum wirkungslos. Fast schon symbolisch die Szene kurz vor dem Abpfiff, als der 24-Jährige bei einem Eckball nicht gegen den Ball, sondern die Eckfahne trat. Der Ex-Leipziger erzielte vier Tore in 17 Premier-League-Spielen. Werners bislang letzter Treffer fiel am 7. November.

Dass die deutschen Neueinkäufe schwächeln, die im Sommer für zusammen rund 150 Millionen aus der Bundesliga geholt wurden, dürfte die Chelsea-Bosse beunruhigen. Und der dritte Deutsche bei den Blues, Innenverteidiger Antonio Rüdiger, kommt unter Lampard so gut wie gar nicht mehr zum Zug. Gegen City blieb Rüdiger erneut auf der Bank.

Noch bis Mitte Dezember schien es gut zu laufen für die Londoner, die sogar kurz davor standen, die Tabellenführung zu übernehmen und als Anwärter auf die englische Meisterschaft galten. Dann aber kassierte Lampards Team unerwartete Niederlagen gegen den FC Everton, die Wolverhampton Wanderers und den bis dato kriselnden Lokalrivalen FC Arsenal. Auch gegen Aston Villa reichte es nur zu einem mageren 1:1.

"Vor einem Monat haben die Leute gefragt, wann ich einen neuen Vertrag unterschreibe, nun werden sie andere Dinge sagen", sagte Lampard, dessen Team immerhin das Achtelfinale der Champions League erreichte, aber in Atletico Madrid auf den Tabellenführer in Spanien trifft. Lampard, der einen Vertrag bis 2022 besitzt, sagt: "Der Druck bleibt konstant in diesem Job. In schweren Momenten ist er da, dessen bin ich mir bewusst." Ob Roman Abramowitsch die Geduld behält? In der Vergangenheit war der russische Chelsea-Inhaber nicht zimperlich, wenn’s um den Trainer ging. Das haben sogar die Meistermacher José Mourinho und Antonio Conte erfahren.