Interview

Nils Schumann: „Ich dachte, mein Körper sei eine Maschine“

Sebastian Krüger

Von Sebastian Krüger

Di, 15. November 2016

Müllheim

BZ-INTERVIEW: Olympiasieger Nils Schumann hat in seiner aktiven Zeit Höhen und Tiefen erlebt / Jetzt hat er ein Buch verfasst, aus dem er in Müllheim vorliest.

MÜLLHEIM. Auf seiner Reise durch Süddeutschland hält der ehemalige Leichtathlet Nils Schumann, 38, innerhalb von elf Tagen zehn Lesungen. Am Mittwoch tritt er um 20 Uhr bei Sport-Schmitt auf. Das Müllheimer Sportgeschäft organisiert die Veranstaltung gemeinsam mit dem Turnverein Müllheim und der Buchhandlung Beideck. Sebastian Krüger sprach mit dem Thüringer am Telefon über Erfolge, Fitness, Stress und Doping.

BZ: Herr Schumann waren Sie schon mal in Müllheim?
Nils Schumann: Nein, zumindest als Athlet habe ich hier nie Wettkämpfe bestritten. Insofern freue ich mich, die Stadt kennen zu lernen.

BZ: Einen Olympiasieger zu fragen, was sein größter Erfolg war, ist wohl müßig...
Schumann: Die Olympischen Spiele sind immer etwas besonderes. Dort zu gewinnen, ist nicht zu toppen. Gold bei Olympia war mein größter Erfolg, der mein Leben sowohl im Positiven als auch im Negativen verändert hat.

BZ: Warum im Negativen?
Schumann: Ich war damals 22 Jahre alt und wurde mit dem Hubschrauber von Sender zu Sender geflogen. Mir standen viele Türen offen. Es gab viele Verdienstmöglichkeiten. Der Ruhm und die Ehrungen waren für mich absolutes Neuland und die Erwartungshaltung danach groß. Kurz nach dem siegreichen Rennen habe ich gesagt, dass mir auch ein zweiter Platz gereicht hätte. Das klang für viele unverständlich. Aber mir war damals schon bewusst, dass dieser Sieg bei meiner ersten Olympiateilnahme eine große Bürde sein würde. Mit einem Bonus konnte ich nicht mehr rechnen. Vorher war ich der Underdog, nun der Gejagte. Ich hatte das Gefühl, den Erfolg wiederholen und mich ständig neu beweisen zu müssen.

BZ: Haben Sie sich zu sehr unter Druck gesetzt?
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