Attacke immer an derselben Stelle

Annemarie Zwick

Von Annemarie Zwick

Mo, 03. Februar 2020

Skilanglauf

Luca Wehrle vom SC Hinterzarten gewinnt bei der Skilanglauf-DM den Sprint der Klasse U 16 und wird Dritter im Massenstartrennen.

OBERSTDORF. "Superleistungen" zeigten die jungen Langläufer und -läuferinnen der Skiverbände Baden-Württemberg (SBW) bei der deutschen Meisterschaft in Oberstdorf. Landestrainer Dieter Notz freute sich über drei Titel sowie viermal Silber, einmal Bronze und viele weitere Topplatzierungen auf den sehr schweren Strecken der Weltmeisterschaft 2021. Als überragender Schwarzwälder holte Luca Wehrle (SC Hinterzarten) nach seinem Sieg im Sprint noch Bronze im Massenstart der Klasse U 16.

Notz zeigte sich begeistert auch vom Stehvermögen des jungen Hochschwarzwälders: An drei aufeinanderfolgenden Wettkampftagen zeigte Luca Wehrle keinerlei Schwäche. Im Skatingsprint am Freitag war die Runde für die jüngste Altersklasse U 16 auf 1,1 Kilometer verkürzt worden. Damit blieb den Jungen und Mädchen auch einer von drei harten Anstiegen erspart. "Faszinierend" fand der Landestrainer, dass Wehrle, Drittschnellster im Prolog, in seinen folgenden drei Läufen immer an derselben Stelle am Berg an die Spitze und danach als Erster in die Abfahrt ging. Diese Position behauptete er auch im Finale bis ins Ziel und so wurde er "souverän" deutscher Meister vor einem Sachsen und einem Bayern. Prologsieger Jakob Horlacher (SV Kirchzarten) blieb nach einem Sturz im Finale nur Rang sechs. Auch Luis Braun (WSG Feldberg) und Jakob Kuß (SZ Brend) schafften es als Neunter und Zehnter in die Top Ten, 18. wurde der Hinterzartener Axel Hensler.

Mit Geschlossenheit auf hohem Niveau überzeugten die U-16-Starter der SBW auch am Samstag im Einzelrennen in der klassischen Technik über zehn Kilometer. Auf den Rängen fünf, sechs, acht und zehn behaupteten sich erneut vier Läufer unter den besten zehn: Wehrle vor dem Schwaben Philipp Moosmayer sowie Kuß und Braun. In der ersten Hälfte des Feldes platzierte sich auch Hensler als Zwölfter und der müde Horlacher (14.).

Eine weitere Energieleistung im Massenstartrennen sicherte Luca Wehrle am Sonntag bei Regen Bronze. Über zehn Kilometer Skating musste sich der Hinterzartener, der sich im Sommer auf dem Skiroller einen Arm gebrochen hatte, nach 23:03,9 Minuten nur dem siegreichen Bayern um 19,1 und dem zweitplatzierten Thüringer um 5,8 Sekunden geschlagen geben. Nur eine Sekunde hinter Wehrle lief Braun, ebenfalls im Sommer von einem Schlüsselbeinbruch gehandicapt, als Vierter ins Ziel, Horlacher und Hensler folgten binnen 1,2 Sekunden auf Rang fünf und sechs. Zusammen mit Jakob Kuß (10.) belegten die Schwarzwälder fünf der ersten zehn Plätze der U 16.

Die weiteren Titel und Medaillen für die Baden-Württemberger erkämpften die Schwaben: Amelie Hofmann und ihr Isnyer Vereinskamerad Friedrich Moch mit Tagesbestzeit über 15 Kilometer wurden deutsche Juniorenmeister im Massenstart; in diesem Wettkampf gewann Lina Gold (U 18) ebenso Silber wie Moch im Klassikrennen und Lena Mettang (U 16) im Sprint und Klassikrennen.

Ein "super Wochenende" bescheinigt Notz auch Matteo Lewe. Mit einem fünften und zwei sechsten Plätzen war der Kirchzartener jeweils bester SBW-Starter in der U 18. Weil ihm im Sprintfinale "die Körner ausgegangen" seien, kam er dort als Sechster ins Ziel. Ebenso tags darauf im Klassikrennen, in dem ihn nach 26:10,0 Minuten für zehn Kilometer nur 9,5 Sekunden vom Bronzerang trennten. Über 15 Kilometer (37:32,1) steigerte sich Lewe auf Rang fünf, 18,7 Sekunden hinter dem Meister aus Bayern. Leopold Hensler (SC Langenordnach) platzierte sich als 14. (Massenstart), 17. (Einzelrennen) und 18. des Sprints jeweils in der ersten Hälfte der U 18.

Bei den gleichaltrigen Mädchen kam Emily Weiss (SV Kirchzarten) im Sprint (9.) und Massenstart (10.) in die Top Ten, 17. wurde sie im Einzelrennen. Amelie Wehrle (SC Hinterzarten) schaffte es nach Rang 20 im Sprint als 13. (Massenstart) und 14. (Einzel) in die Top 15 und Milena Maier (WSG Feldberg) durfte als Zwölfte (Einzel), 16. (Massenstart) und 19. mit ihrer Leistung an drei strapaziösen Wettkampftagen zufrieden sein.

In der weiblichen U 16 verpasste Mali Brugger (WSG Schluchsee) im klassischen Distanzrennen die Top Ten als Elfte um eine halbe Sekunde, im Massenstart skatete sie als 20. über die Ziellinie. Janna Klimpel (SZ Breitnau) schaffte ihr bestes Ergebnis als 16. des Massenstarts.

Janosch Brugger (WSG Schluchsee) meldete sich nach einer Auszeit im Deutschlandpokal-Wettkampf der Männer mit dem Sieg über zehn Kilometer klassisch stark zurück. "Der kommt wieder", sagte Dieter Notz zuversichtlich. Einen Dank wollte der Landestrainer nach der DM unbedingt noch loswerden: Ohne die großen Bemühungen der Helfer in den "Schneeoasen" Herzogenhorn und Notschrei wären diese Erfolge bei der DM nicht möglich gewesen.