Zu viele Patzer beim Schießen

dpa

Von dpa

Sa, 15. Februar 2020

Biathlon

Denise Herrmann verpasst als Fünfte eine Medaille im Sprint bei der Biathlon-WM / Zweites Gold für Norwegerin Marte Olsbu Röiseland.

ANTHOLZ (dpa). Probleme am Schießstand haben Denise Herrmann erneut eine Medaille gekostet. Nach den Patzern in der Mixed-Staffel reichte es für die Verfolgungsweltmeisterin auch im Sprint nicht bei der Biathlon-WM.

Das Bangen um die Bronzemedaille war für Denise Herrmann wie ein "Horrorfilm. Man weiß gar nicht, ob man das sehen will oder nicht", sagte die 31-Jährige, nachdem sie auf dem Handy und der großen Stadionleinwand angespannt mitverfolgte, ob ihr noch eine Konkurrentin den dritten Platz im WM-Sprint von Antholz entreißt. Und am Ende war es so: Weil die zu den Favoritinnen zählende Verfolgungsweltmeisterin gleich drei Fehler schoss, reichte es am Freitag über die 7,5 Kilometer im italienischen Biathlon-Mekka trotz der überragenden Laufbestzeit nur zu Platz fünf.

"Wenn ich normal schießen würde, hätte ich ganz vorne gestanden", sagte Herrmann enttäuscht, nachdem sie schon tags zuvor bei Platz vier in der Mixed-Staffel mit einer Strafrunde am Schießstand gepatzt hatte – und übte sich vor dem Jagdrennen am Sonntag (13 Uhr) in Galgenhumor: "Ob viermal Schießen wirklich besser ist?"

Am Ende hatte Herrmann nur 30,5 Sekunden Rückstand auf die siegreiche Norwegerin Marte Olsbu Röiseland (1 Fehler), die bereits ihren zweiten WM-Titel bejubelte. Am Tag zuvor hatte sie mit der norwegischen Mixed-Staffel gewonnen. Nur ein Fehler weniger und Herrmann hätte locker die beiden überraschend auf dem Podium stehenden Susan Dunklee (USA) und Lucie Charvatova (Tschechien) ausgestochen. Bei einer Strafrunde wäre es Gold gewesen.

"Es ist bitter, wenn man so knapp vorbeischrammt an den Medaillen", sagte Herrmann, die läuferisch in Topform ist. Doch sie reagierte zu wenig auf den immer wieder auffrischenden Wind. "Ich hoffe, dass der Tag kommt, an dem das auch beim Schießen funktioniert. Auf mein Laufen kann ich mich verlassen." Mit Klagen hielt sich Herrmann nicht lange auf, sondern blickte bereits angriffslustig auf die Verfolgung. "Die Ausgangsposition ist gut und es gibt etwas zu verteidigen. Ich weiß, dass ich in einer richtig guten Form bin." Auf dem Podium hätte auch Franziska Preuß (2 Fehler/40,8 Sekunden zurück) stehen können, doch ein Fehler zu viel kostete sie eine Medaille – sie wurde Achte. "Ich ärgere mich schon richtig, wenn man die Ergebnislisten sieht", sagte die 25-Jährige, die auch in dieser Saison wieder mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte, aber beim Höhepunkt der Saison rechtzeitig fit ist. "Jetzt heißt es Attacke am Sonntag", so Herrmann,

Dort will auch die Sprint-14. Vanessa Hinz wieder angreifen. Karolin Horchler wurde bei ihrem WM-Debüt trotz nur einer Strafrunde 23. Bei der Schwarzwälderin Janina Hettich (SC Schönwald), der zweiten deutschen Debütantin, flossen nach Rang 65. und dem Verpassen des Verfolgungsrennens die Tränen. Mit fünf Schießfehlern behaftet hatte die 23-Jährige im Ziel 2:23,4 Sekunden Rückstand auf die Siegerin.

Herrmann war aber nicht die Einzige der Favoritinnen, die bei schwierigen Bedingungen ins Straucheln kamen. Lokalmatadorin Dorothea Wierer musste sich mit Rang sieben zufrieden geben, Norwegens sechsfache Saisonsiegerin Tiril Eckhoff schaffte nach sechs Fehler als 59. gerade so die Qualifikation für das Jagdrennen.

An diesem Samstag gehen Benedikt Doll von der SZ Breitnau, Arnd Peiffer, Johannes Kühn und Philipp Horn für das deutsche Team im Sprint (14.45 Uhr) an den Start.

Am Sonntag steht für Frauen (13 Uhr) wie Männer (15.15 Uhr/jeweils ZDF und Eurosport) die Verfolgung auf dem Programm.