Nicht ganz zufrieden mit Silber

dpa

Von dpa

Mo, 21. Oktober 2019

Radsport

Titelverteidiger Domenic Weinstein fährt bei der Bahnrad-EM über 4000 Meter in der Einzelverfolgung auf den zweiten Rang.

APELDOORN (dpa/BZ). Die deutschen Bahnradsportler haben bei der EM im niederländischen Apeldoorn insgesamt neun Medaillen gewonnen. Hoffnung machen vor allem die Starter in den Verfolger-Disziplinen. Die Sprinter dagegen schwächeln. Domenic Weinstein aus dem Bad Dürrheimer Ortsteil Unterbaldingen kam als Titelverteidiger in der 4000-Meter-Einerverfolgung auf den zweiten Rang und holte Silber. Mit der Mannschaft wurde er Fünfter.

Mit einer Bronzemedaille für das Madison-Duo Theo Reinhardt und Maximilian Beyer hat der Bund Deutscher Radfahrer die EM in Apeldoorn beendet. Die beiden Berliner mussten sich nach 200 Runden mit 37 Punkten nur dem dänischen Duo Lasse Norman Hansen/Michael Morkov (52) und den Niederländern Jan-Willem van Schip/Yoeri Havik (37) geschlagen geben.

Lea Sophie Friedrich aus Dassow hatte zuvor als Vierte im 500-Meter-Zeitfahren ihre vierte EM-Medaille nur knapp verpasst. Die 19 Jahre alte EM-Debütantin war mit dreimal Edelmetall (Silber Keirin, Teamsprint, Bronze Sprint) die erfolgreichste deutsche Medaillensammlerin. "Meine Medaillenbilanz ist überragend. So habe ich mir das erträumt und gewünscht", sagte Friedrich.

Mit einer Gold-, fünf Silber- und drei Bronzemedaillen blieb der BDR zum Auftakt der Saison mit den Höhepunkten Heim-WM in Berlin (26. Februar bis 1. März) sowie den Olympischen Spielen in Tokio hinter der EM-Bilanz von 2018 in Glasgow (3/4/4) zurück. Allerdings fehlten mit Keirin-Titelverteidiger Stefan Bötticher (Chemnitz) und Madison-Weltmeister Roger Kluge (Berlin) zwei Leistungsträger. Zudem hatte kurz vor der EM Teamsprint-Olympiasiegerin Miriam Welte (Kaiserslautern) ihren Rücktritt bekanntgegeben.

Unverkennbar war in Apeldoorn der anhaltende Aufschwung in den Verfolgerdisziplinen bei Frauen und Männern. In Franziska Brauße aus Öschelbronn stellt der BDR wieder die Europameisterin über 3000 Meter. Titelverteidigerin Lisa Brennauer (Durach) belegte Platz zwei. Domenic Weinstein als Zweiter und Felix Groß (Leipzig) als Dritter fuhren über vier Kilometer ebenfalls auf das Podium. Weinstein verfehlte allerdings die Titelverteidigung in der 4000-Meter-Einerverfolgung. Der Vize-Weltmeister unterlag am Samstagabend im Finale in 4:15,918 Minuten dem Franzosen Corentin Ermenault (4:14,358) und gewann Silber. "Zweiter zu werden, ist schon ein bisschen bitter", sagte Weinstein, der angesichts der langen Saison mit Heim-WM und Olympia 2020 in Tokio aber nicht beunruhigt ist. "Ich habe diesen Winter noch relativ viel Potenzial, bin erst bei 80 bis 90 Prozent meiner Leistungsfähigkeit angekommen", sagte er.

Schwachstellen der deutschen Mannschaft waren in Apeldoorn die über viele Jahre erfolgsverwöhnten Sprinter.