Stiebjahn startet mit einem Sieg

Erhard Goller

Von Erhard Goller

Di, 11. Februar 2020

Mountainbike

Mountainbike-Profi aus Langenordnach gewinnt mit seinem Schweizer Partner Urs Huber Etappenfahrt Tankwa Trek in Südafrika.

TITISEE-NEUSTADT. Mountainbike-Profi Simon Stiebjahn ist der Einstieg in die neue Saison perfekt gelungen. Der Langenordnacher hat mit seinem Schweizer Bulls-Teamkollegen Urs Huber in Südafrika das viertägige Etappenrennen Tankwa Trek gewonnen. Adelheid Morath belegte mit ihrer Teamkollegin Robyn de Groot den dritten Platz in der Gesamtwertung.

Für Simon Stiebjahn und Urs Huber begannen die vier Tage etwas zäh. Die 24,5 Kilometer lange erste Etappe war für die Langstrecken-Spezialisten zu kurz, das Tempo, das die Cross-Country-Weltklassefahrer Henrique Avancini und Manuel Fumic anschlugen, war ihnen zu hoch. Der Brasilianer und der Kirchheimer hatten allerdings Pech, weil ein Stein bei Fumic das Kettenblatt zerstörte, wodurch sie eine halbe Stunde verloren. Die Etappensieger David Nordemann/Sebastian Carstensen Fini (Niederlande/Dänemark) sollten fortan die schärfsten Rivalen von Stiebjahn und Huber werden.

Der Schwarzwälder und Schweizer holten sich am zweiten Tag über die 71 Kilometer lange Etappe den Sieg. Sie nahmen Nordemann/Fini jene 1:02 Minuten ab, die sie am ersten Tag auf das Duo verloren hatten. Mit Zehntelsekunden-Vorsprung schlüpften Stiebjahn und Huber ins gelbe Leader-Trikot.

Am dritten Tag duellierten sich Stiebjahn/Huber mit Nordemann und Fini hinter den Etappensiegern Fumic/Avancini um Rang zwei. Mit Unterstützung des zweiten Bulls-Teams, Martin Frey und Simon Schneller (Bad Urach/Oberlengenhardt), konnten Stiebjahn/Huber ihre Konkurrenten am 20 Kilometer langen Anstieg zum "Merino Monster" zwar distanzieren, doch in der Abfahrt ließen sie Vorsicht walten, so dass der Niederländer und Däne wieder aufschließen konnten. Die Entscheidung fiel fünf Kilometer vor dem Ziel, als sich Nordemann einen Defekt einhandelte. Stiebjahn/Huber wurden Zweite und nahmen einen Vorsprung mit auf die 89 Kilometer lange Schlussetappe. Da konnten die beiden Cross-Country-Fahrer aber nicht mehr mithalten, so dass der Schwarzwälder und der Schweizer als Tagesdritte 2:24 Minuten hinter Avancini/Fumic und zeitgleich mit ihren Teamkollegen souverän zum Sieg beim renommierten Tankwa Trek fuhren.

Harter Saisoneinstieg für Adelheid Morath

Eine Schrecksekunde hatten Stiebjahn und Huber aber dennoch zu überstehen. Bei Kilometer 60 handelten sie sich in einer Abfahrt einen Reifendefekt ein. "Zum Glück kurz vor der technischen Zone", so Stiebjahn. Sie konnten rasch wechseln und mit ihrem Backup-Team Martin Frey/Simon Schneller das Rennen fortsetzen. Die beiden Youngster eroberten hinter dem Cannondale-Duo Avancini/Fumic schließlich den zweiten Etappenplatz vor Huber/Stiebjahn, die sich mit 3:31 Minuten Vorsprung auf Nordemann/Fini zum Gesamtsieg kamen. "Meine Verfassung passt so weit, aber für das Cape Epic liegt noch etwas Arbeit vor mir", sagte Simon Stiebjahn nach seinen ersten Erfolg beim Tankwa Trek.

Ein ähnliches Fazit zog auch Adelheid Morath. Die St. Märgenerin war erst kurzfristig nach Südafrika angereist und fühlte sich noch nicht wirklich "race ready" (rennbereit), wie sie sagte. "Es war ein ziemlich harter Einstieg in die Saison und auf einem neuen Bike. Ich bin zufrieden und weiß, worauf ich aufbauen kann. Und es war ein schönes Abenteuer, im Zelt zu schlafen", sagte Morath, die zum Schluss als Tagesdritte mit Robyn de Groot 9:14 Minuten Rückstand auf die Siegerinnen Mariske Strauss/Candice Lill aufwiesen.

Immerhin, Morath reiste mit einem Tageserfolg wieder heimwärts. Am Samstag, als das "Merino Monster" zu bezwingen war, holte sie sich mit der Marathon-WM-Dritten de Groot den Etappensieg. Gemeinsam mit der Südafrikanerin wird Morath Ende März auch das Cape Epic bestreiten.