Testspiel

Das Meiste ist noch im Werden: SC Freiburg gewinnt in Linx

Uwe Schwerer

Von Uwe Schwerer

So, 07. Juli 2019 um 12:59 Uhr

SC Freiburg

Das erste Testspiel nach der Sommerpause ist meist wenig aussagekräftig. BZ-Redakteur Uwe Schwerer hat beim 2:0-Sieg des Sportclubs in Linx dennoch einige Beobachtungen gemacht.

Das nackte Ergebnis – ein 2:0-Sieg des SC Freiburg nach torloser erster Halbzeit– und die damit verbundene Frage, ob dies standesgemäß ausgefallen sei, dürfen getrost als nebensächlich betrachtet werden. Erste gegen fünfte Liga: Das sieht auf dem Papier leicht aus. Tatsächlich erwies sich das erste Saison-Vorbereitungsspiel, das den Bundesligisten am Samstag in den Nordwesten des Ortenaukreises zum ehrgeizigen Oberligisten SV Linx (SVL) geführt hatte, als ziemlich komplizierte Übung.

Was nicht nur nur an der drückenden Schwüle im Hans-Weber-Stadion lag, sondern auch am erheblichen Widerstand des Gastgebers und an personellen Umständen. Eigentlich zählt die Region nördlich von Kehl traditionell zum KSC-Einzugsgebiet, doch seit der SC aus Freiburg die Namensvetter aus der nordbadischen Fächerstadt sportlich distanziert hat, finden sich auch dort zahlreiche SC-Freiburg-Sympathisanten. Rund 2300 Fans nahmen das Angebot an, die Freiburger in einer frühen Phase der Vorbereitung in Augenschein zu nehmen.

Dass der Gast mit Trikots ohne Vereins- und Spielernamen auftrat, mag als Hinweis durchgehen: Noch ist das Meiste erst im Werden. Das gilt auch für die Verfassung der Mannschaft von Trainer Christian, der seine Spieler fünf Tage zuvor zum Trainingsauftakt gebeten hatte. 24 Mann bekamen Spielpraxis.

Acht Namen umfasst die Liste der fehlenden Kicker: Neuzugang Luca Itter (VfL Wolfsburg), der sich eine Verletzung im Sprunggelenk zugezogen hat und vier bis sechs Wochen ausfällt, die angeschlagenen Janik Haberer, Alexander Schwolow, Florian Kath und Neuzugang Changhoon Kwon (FCO Dijon) sowie die U-21-Teilnehmer Luca Waldschmidt, Robin Koch und Philipp Lienhart, die sich noch bis zum 14. Juli erholen. Die erste, bunt gemischte Elf wurde in der Pause komplett ausgetauscht. Dass es da zuweilen an Harmonie und Struktur fehlte, darf nicht verwundern.

Jeong und Terrazzino treffen

"Wir haben in der ersten Halbzeit zu wenig in die Tiefe gespielt, sind zu wenig angelaufen", stellte Streich fest, "danach war es besser." Für den SVL, der sich den Erstligisten als Gast zum 70. Geburtstag gegönnt hatte, war dieser freundschaftliche Kick "ein weiterer Höhepunkt der Vereinsgeschichte", wie der Stadionsprecher erklärt hatte. Entsprechend animiert gingen die Oberligakicker ans Werk. Zudem waren sie gut organisiert. Das bereitete dem Sportclub erhebliche Mühe. Lange spielte sich die Partie vornehmlich zwischen den Strafräumen ab. Jerôme Gondorf traf zwei Mal den Pfosten (23.,30.). Christian Günter vergab (38.) die größte Chance aus kurzer Distanz. Dem Neuling Wooyeong Jeong (Bayern München) war es vorbehalten (73.), den ersten Treffer des Sportclubs zu erzielen – mit einem platzierten Schuss aus 20 Metern. Vier Minuten danach traf Marco Terrazzino per Kopf. Beide SC-Torhüter, Mark Flekken und Niclas Thiede, hatten recht wenig zu tun. Vor allem nach der Pause nahm der Erstligist die Partie in den Griff.

Den Popularitätswettbewerb nach der Partie, gemessen an der Zahl der Autogramm- und Selfie-Anfragen, gewann Coach Streich. Gefolgt vom gebürtigen Straßburger und Rückkehrer Jonathan Schmid, der auf der rechten Rheinseite praktisch ein Heimspiel hatte. Schon am kommenden Samstag stellt sich der Sportclub erneut vor: Nur wenige Kilometer von Linx entfernt wartet der Offenburger FV.
Die Statistik zum Spiel

SC Freiburg 1. Halbzeit: Flekken – Barbosa, Gulde, N. Schlotterbeck, Günter – Frantz, Abrashi – Borrello, Gondorf, Höler – Petersen; 2. Halbzeit: Thiede – Schmid, Rüdlin, Heintz, Kammerbauer – Höfler, Tempelmann (75. Herrmann) – Sallai, Terrazzino, Jeong – Ravet (75. Nieland).

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