SC Freiburg

Ex-SC-Spieler Darida sorgt für 0:1-Niederlage des SC Freiburg bei Hertha BSC

dpa, bz

Von dpa & BZ-Redaktion

Sa, 14. Dezember 2019 um 17:25 Uhr

SC Freiburg

Gegen Hertha verliert ein streckenweise uninspiriert agierender SC Freiburg am 15. Spieltag mit 0:1. Den entscheidenden Treffer des Tages erzielt Ex-SC-Spieler Vladimir Darida in der 53. Spielminute.

Mit 0:1 musste sich der SC Freiburg auswärts in Berlin geschlagen geben. Gegen die Hertha zogen die Freiburger nach 90 Minuten den Kürzeren, weil Vladimir Darida gegen seinen Ex-Verein aus Freiburg einen sehenswerten Fernschuss zum 1:0-Siegtreffer auspackte. Mit einem Flatterschuss aus gut 20 Metern sorgte Darida in der 53. Minute für den Premierenerfolg im dritten Spiel unter Berlins Trainer Jürgen Klinsmann.

"Es ist ganz bitter für uns heute. Wir waren die bessere Mannschaft und hatten die besseren Chancen" SC-Spieler Robin Koch

Vor der mäßigen Kulisse von 37 343 Zuschauern im Olympiastadion schien die Atmosphäre angesichts von lauten Pfiffen zur Halbzeit schon zu kippen, nach dem Schlusspfiff durften Klinsmann und die Hertha-Fans aber jubeln. Der Hauptstadtclub verhinderte die vierte Heimniederlage in Serie und damit die Einstellung eines Vereinsnegativrekords in der Bundesliga. Die passiven Freiburger warten weiter seit Ende September auf einen Auswärtserfolg und rutschten vor den Augen des neuen DFB-Präsidenten und Ex-Vereinschefs Fritz Keller vom fünften Tabellenplatz.

SC-Spieler Robin Koch sagte nach dem Spiel beim TV-Sender "Sky": "Es ist ganz bitter für uns heute. Wir waren die bessere Mannschaft und hatten die besseren Chancen – das auch noch auswärts, das ist bitter. Hertha hatte ein, zwei Chancen und geht dann mit einem Fernschuss in Führung." Koch betonte, dass der Sport-Club es nicht geschafft habe, trotz Überlegenheit mehr Chancen herauszuspielen, bzw. die vorhandenen Chancen zu nutzen. Im Vergleich zum Wolfsburg-Spiel sagte der Nationalspieler: "Letzte Woche gegen Wolfsburg kann es 0:0 ausgehen, wir gewinnen 1:0. Heute hätten wir einen Sieg verdient gehabt, verlieren es aber 0:1."

Berlin versucht es über schnelles Umschaltspiel

Die Berliner versuchten durch schnelles Umschaltspiel nach Ballgewinn zum Erfolg zu kommen, doch bis auf zwei Chancen durch Javairo Dilrosun (26.) nach feinem Solo und Selke (37.) blieb Hertha harmlos. Bei Ballbesitz von Hertha zog sich Freiburg weit zurück, das Heimteam wusste mit dem Platz wenig anzufangen. So tönten bereits zehn Minuten vor der Halbzeitpause erste Pfiffe durch das Olympiastadion, zu einem Pfeifkonzert trotteten die Hertha-Profis dann in die Kabine.

Nach vier Auswärtsspielen ohne Sieg nacheinander waren aber auch die Gäste auf Sicherheit bedacht. SC-Coach Christian Streich vertraute der gleichen Anfangsformation wie gegen den VfL Wolfsburg, anders beim späten 1:0-Erfolg vor einer Woche blieb es aber nicht bis zur Schlussphase torlos.

"Ich habe immer noch Respekt vor diesem Verein, darum war mein Jubel ein bisschen ruhiger." Berlins Vladimir Darida

Nach Doppelpass mit Selke bestrafte Darida die Freiburger Passivität in der Defensive. Der Mittelfeldspieler traf in seinem 100. Bundesligaspiel für Hertha gegen seinen früheren Verein. Vier Minuten später verpasste Nationalverteidiger Robin Koch knapp den Ausgleich. Doch nach einer kurzen Drangphase der Freiburger stand die Hertha-Verteidigung wieder sicher - und ließ nichts mehr zu. Ex-SC-Spieler Darida äußerte sich nach Abpfiff bei "Sky": "Es war ganz wichtig für uns, die drei Punkte zu holen", sagte er. Mit Blick auf seinen sehenswerten Treffer gegen seinen Ex-Verein sagte der tschechische Mittelfeldspieler: "Da war viel Raum für mich – das ist eigentlich meine Lieblingsposition. Ich habe immer noch Respekt vor diesem Verein, darum war mein Jubel ein bisschen ruhiger."

SC-Keeper Mark Flekken hatte nach Abpfiff Schwierigkeiten, die Niederlage in der Hauptstadt zu verdauen: "Gefühlt war es ein Schuss, ein Tor – wir haben wenig zugelassen, standen gut drin. Am Ende fährst du aber doch mit einem 0:1 nach Hause – ein komisches Gefühl", sagte er ebenfalls bei "Sky". "Für ihn (Vladimir, d. Red.) eine super Schusstechnik, ich komme aber einfach nicht dran – da weiß ich gar nicht, was ich sagen soll. Nach dem 1:0 haben wir noch ein paar Chancen auf ein Tor – wenn wir unsere Chancen heute zu Ende spielen können oder im Tor unterbringen, fahren wir als Sieger nach Hause. Es tut einfach weh, hier zu stehen und über dieses Spiel zu reden. Es war vielmehr drin, als wir geholt haben."

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Die Statistik:

Hertha BSC: Jarstein - Klünter, Boyata, Rekik, Plattenhardt - Lukebakio (90. Skjelbred), Darida, Grujic, Dilrosun (74. Mittelstädt) - Ibisevic (74. M. Wolf), Selke
SC Freiburg: Flekken - Gulde, R. Koch, Heintz - Schmid (85. Kwon), Haberer, Höfler, Günter - Sallai (57. Grifo), Höler - Petersen

Schiedsrichter: Frank Willenborg (Osnabrück)
Zuschauer: 37343 Tore: 1:0 Darida (53.)
Gelbe Karten: Boyata (3), M. Wolf (1)