SC-Gegner in Köpenick

Nach vier Niederlagen in Serie ist Union Berlin im Bundesliga-Keller angekommen

dad und dpa

Von David Weigend & dpa

Sa, 19. Oktober 2019 um 11:41 Uhr

SC Freiburg

Im Sommer schürten zwölf Neuzugänge noch hohe Erwartungen, darunter der Freiburger Verteidiger Schlotterbeck. Dennoch lieferten die "Eisernen" in ihrer ersten Bundesliga-Saison einen Fehlstart.

Gut mitgehalten, aber ohne Zählbares vom Platz gegangen – dieses frustrierende Fazit ziehen die Spieler von Union Berlin nach den Ergebnissen den vergangenen Wochen. Nach sieben Spieltagen in ihrer ersten Bundesliga-Saison verbuchen die "Eisernen" vier Punkte und 6:13 Tore. Tabellenplatz 16 – die anfängliche Aufsteiger-Euphorie der Köpenicker ist abgeflaut. Zwölf externe Neuzugänge schürten in der Sommerpause noch hohe Erwartungen.

Einer von ihnen ist bekanntlich der Freiburger Verteidiger Keven Schlotterbeck, der im Juli dieses Jahres für eine Saison nach Berlin ausgeliehen wurde. Was der Bruder von SC-Verteidiger Nico Schlotterbeck bislang in der Hauptstadt erlebte, ist von durchwachsenem Charakter. Einerseits stand er vier Mal in der Startelf – er bekommt also genau jene Einsatzzeiten, die für den Sportclub das Hauptargument für die Leihe waren.

Brüder Keven und Nico Schlotterbeck möglicherweise vor erstenm Brüder-Duell in der Bundesliga

Andererseits handelte er sich im Spiel gegen Augsburg (1:1) eine Rotsperre ein, woraufhin er unter anderem auch den glorreichen 3:1-Sieg der Union gegen Dortmund nur von der Tribüne aus beobachten konnte. Nach vier Niederlagen in Serie muss auch Schlotterbeck einräumen, dass der aus stolzen 33 Spielern bestehende Kader die vorgegebenen Ziele von Trainer Urs Fischer bislang nicht befriedigend umsetzen konnte: Verbesserung des Offensiv-Spiels, größere Variabilität, fußballerische Weiterentwicklung, von alledem war zuletzt wenig zu sehen.

Nun stehen die Brüder Keven (22) und Nico (19) Schlotterbeck möglicherweise vor ihrem ersten Bruder-Duell in der Bundesliga. Für ihren Vater "wäre es wohl am besten, wenn es unentschieden ausgeht und beide Jungs gut spielen", sagte Keven in einem Interview des Kicker. "Nur früher im Garten" hätten sie bislang gegeneinander gespielt, sagte Nico und ergänzte: "Da wurde viel gegrätscht." Während der Vater sie immer angestachelt habe, musste die Mutter schlichten. "Die musste uns einfangen. Da hatte sie es schwer mit uns dreien", sagte Keven. Das Verhältnis der Brüder sei mittlerweile "sehr gut". Früher sei das durchaus anders gewesen. "In den vergangenen Jahren hat er sich stetig gesteigert und ist immer netter zu mir geworden. Früher war er eine kleine Bazille, kann man sagen", sagte der 22-Jährige über Nico: "Aber er ist erwachsen geworden."

Innenverteidiger Florian Hübner steht nach seiner monatelangen Verletzungspause vor der Rückkehr in den Berliner Kader. Wie Trainer Urs Fischer sagte, könnte der 28-Jährige nach zuletzt zwei problemfreien Trainingswochen "ein Thema" für das Aufgebot am Samstag sein. Hübner hatte sich im Juni einen Außenbandanriss am Knie zugezogen, der zunächst nicht erkannt worden war.

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