Sporthallenbau bleibt Ziel, aber wie ist es bezahlbar?

Ulrike Spiegelhalter

Von Ulrike Spiegelhalter

Sa, 17. August 2019

Bernau

Förderverein "Neubau einer Sporthalle in Bernau " befasste sich erneut mit einem schon viele Jahre alten Vorhaben.

BERNAU. Auch wenn sich derzeit beim Ziel des Fördervereins "Neubau einer Sporthalle in Bernau" nichts Neues tut, konnte Vorsitzender Rolf Schmidt bei der jüngsten Versammlung eine erfreulich große Anzahl von Sportvereinsvorsitzenden, sportbegeisterten Vereinsmitgliedern, Gemeinderäten und seinen Nachfolger als Bürgermeister, Alexander Schönemann, im Gasthaus "Hofeck" begrüßen. Die Versammlung findet alle zwei Jahre statt.

Herbert Köpfer gab den Kassenbericht der beiden Jahre 2017 und 2018 – mit einem Endbestand von 43 678 Euro – bekannt, 2019 sind noch keine Umsätze erfolgt. Der Förderverein hat derzeit mit Familienangehörigen 120 Mitglieder.

Vorsitzender Rolf Schmidt gab dann einen ausführlichen Rückblick über die Tätigkeiten des 1991 gegründeten Fördervereins und über den Sachstand zum Sporthallen-Neubau, vor allem auch für die "Neulinge" im Gemeinderat. Das Thema Neubau einer Sporthalle habe bereits in der Amtszeit von Bürgermeister Heinz-Walter Kistler begonnen. Seit jeher sei die Finanzierung das größte Problem gewesen. Abgelehnt wurde von vorneherein ein gemeinsames Objekt mit St. Blasien, der Gemeinderat bevorzugte einen Standort der Sporthalle in Bernau. Der Standort am Spitzenberg wurde gegenüber dem Schulgelände bevorzugt.

Schmidt wies darauf hin, dass zwischenzeitlich ein Grundstück im Sportzentrum am Spitzenberg erworben wurde und ein Bebauungsplan existiere für eine Sporthalle in der Größe 15 mal 27 Meter. Doch nach wie vor scheitere alles an der Finanzierung, da es kaum Beihilfemöglichkeiten gebe. Lediglich eine jährliche Belastung von etwa 25 000 Euro sei für die Gemeinde durch den Steinbruch Wacht verkraftbar.

Zu sprechen kam der Vorsitzende auch auf die Total-Renovierung des Kurhauses, das als Mehrzweckhalle mehrheitlich vom Gemeinderat abgelehnt worden war. Im Gespräch sei nun ein Gemeinschaftsgebäude mit Turnhalle, Sanitäranlagen für Camping und Fußball sowie Feuerwehrgerätehaus, wofür mehrere Lösungen möglich wären.

Dabei habe die Feuerwehr Priorität, die zwischenzeitlich auch einen Förderverein gegründet habe, allerdings sei dann ein größeres Grundstück notwendig, betonte der Vorsitzende. Große Probleme kämen auf den Gemeinderat zu, der letztendlich entscheiden müsse. Und nun sei erst einmal das Breitband mit seinen Kosten abzuwarten, bevor entschieden werden könne.

Wie sieht der neue Bürgermeister Alexander Schönemann diese aufgezeigten Probleme? wollte sein Vorgänger wissen. Schönemann räumte ein, die Historie des Sporthallen-Neubaus nicht gekannt zu haben, auch nicht die zusammengekommene Gemengelage. Wesentlicher Punkt seien für ihn die Fördermittel. Bei seinem Antrittsbesuch bei Ministerpräsidentin Bärbel Schäfer habe er dieses Thema angesprochen, sie habe ihm jedoch keine Hoffnung gemacht.

Derzeit beschäftigen ihn die Themen Breitband, Kindergarten und in Zukunft die Altenbetreuung und -pflege. Die Lage beim Sporthallenneubau sei für ihn nicht ganz einfach, sagte Schönemann. Für den Herbst ist eine Klausurtagung mit dem Gemeinderat geplant. Außerdem möchte er auch eine Bürgerbefragung vornehmen, wie Bernau in den nächsten zwei Jahrzehnten aussehen solle, und dann Prioritäten setzen. Auf jeden Fall sollen Bürger und Vereine eingebunden werden, so Schönemann.

Es schloss sich eine längere, sehr lebhafte Diskussion an mit diversen Vorschlägen, die Sache durch schrittweise Anbauten in den Griff zu bekommen und wie das abgewickelt werden könnte. Auf jeden Fall stand für alle Diskussionsteilnehmer fest, dass der Förderverein und auch die Gemeinde hinter dem Vorhaben stehen und an dem Plan festgehalten werde, für Bernau eine Sporthalle zu schaffen und dafür Lösungen zu finden. Deshalb müsse zunächst der Standort realisiert werden, dann eine Planung und eine Kostenberechnung für ein geplantes Gesamtobjekt erstellt werden. Spätestens in einem Jahr müsse Klarheit da sein, was vorgesehen ist und was man will, betonte Bürgermeister Schönemann. Auch nach einer Bürgerbefragung muss letztlich der Gemeinderat entscheiden.

Fazit zum Schluss von den Vereinsmitgliedern: Für den Förderverein muss die Sporthalle Priorität haben, weshalb sie die nächste größere Baumaßnahme sein müsse. Nur leider sei das bisher an den Finanzen gescheitert, erinnerte nochmals der Vorsitzende. Beschlossen wurde, die Bürger zu mobilisieren, um mehr Mitglieder in den Förderverein zu bekommen. Auch soll ein gemeinsames Schreiben aller Sport treibenden Vereine mit Unterschriften an den Gemeinderat gerichtet werden mit dem Anliegen: "Wir alle wollen die Sporthalle".