Ralf-René Weingärtner im Interview

"Doping ist ein Krebsgeschwür"

Andreas Strepenick

Von Andreas Strepenick

Sa, 23. Juli 2011 um 00:07 Uhr

Sportpolitik

Ralf-René Weingärtner, Direktor für Sport im Europarat, warnt vor international operierenden Doping-Netzwerken und glaubt, dass Wettbetrug und die Manipulation weiter verbreitet sind als bekannt. Ein Interview.

Wie verbreitet ist Doping im Spitzensport heute? Wie lässt sich verhindern, dass Betrüger von Asien aus Sportwetten in Europa manipulieren? Müssen Polen und die Ukraine die Fußball-Europameisterschaft 2012 absagen, wenn sie die Gewalt in den Stadien nicht in den Griff bekommen? Ralf-René Weingärtner (54), der Direktor für Sport und Jugend im Europarat, befasst sich von Straßburg aus in vielfältiger Weise mit den Problemen des Sports. Wie Weingärtner die Zusammenarbeit der 47 Mitgliedsstaaten verbessern will, welchen Einfluss er überhaupt nehmen kann, warum Länder wie Deutschland ihre Dopingvergangenheit nur sehr zögerlich aufarbeiten – das wollte BZ-Redakteur Andreas Strepenick von dem gebürtigen Wiesbadener wissen.
BZ: Herr Weingärtner, schon 1989 hat der Europarat eine Konvention gegen Doping verabschiedet. Wie ist heute, 22 Jahre später, Ihre Einschätzung: Wird im Spitzensport weniger gedopt als damals?
Weingärtner: Zumindest ist auf politischer Ebene das Bewusstsein, dass Doping ein Krebsgeschwür des Sports ist, nun Allgemeingut geworden. Das war nicht immer der Fall. Ganz abgesehen von Staaten, die nicht unserer demokratischen Grundordnung entsprachen, die Doping auch aus Prestigegründen eingesetzt haben, um auf diese Weise an mehr Medaillen zu gelangen. Leider Gottes war dieses Phänomen nicht nur auf diese Staaten beschränkt, sondern ein allgemeines Problem. Auf politischer Ebene herrscht heute nach meiner Auffassung Konsens, dass Doping den Sport nicht nur in Misskredit bringt, sondern per se infrage stellt.
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