Springen in Corona-Zeiten

Dieter Maurer

Von Dieter Maurer

Di, 06. Oktober 2020

Skispringen

Hinterzarten bietet Nachwuchsspringern bei den OPA-Spielen trotz Sauwetter beste Bedingungen.

Mit vier Siegen in acht Disziplinen stellte der Nachwuchs des Deutschen Skiverbands (DSV) bei den nordischen OPA-Skispielen in Hinterzarten das beste Team der vier teilnehmenden Nationen. Je zweimal sprangen junge Athleten aus Österreich und Slowenien aufs oberste Treppchen. Der neue sportliche Leiter des DSV, Josef "Sepp" Buchner aus Traunstein, zeigte sich mit den Ergebnissen der jungen nordischen Sportler zufrieden: "Wir sind mit unseren Fördermaßnahmen im Sprunglauf und der Nordischen Kombination auf einem guten Weg."

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Seit der Saison 1985/86 gibt es die "OPA-Games" der Organisation der Alpenländer-Skiverbände. Für dieses Jahr hatte Predazzo den Zuschlag erhalten. Doch die Südtiroler hatten aufgrund der Corona-Pandemie die Wettkämpfe zurückgegeben. "Vor diesem Hintergrund sind wir dem Skiclub Hinterzarten für die kurzfristige Übernahme der Veranstaltung besonders dankbar," so Buchner (siehe dazu auch nebenstehenden Beitrag). Frankreich und Italien hatten aus Sorge um die Gesundheit ihrer jungen Sportler abgesagt. Den Auftakt der Wettbewerbe dominierten die Jung-Adler aus dem Land der Prevc-Brüder. Bei strömendem Regen feierten auf der Europapark-Schanze die Slowenen Enej Faletic und Nejc Ingolic einen Doppelsieg. Dass unter den sechs Besten kein Deutscher war, stimmte Buchner nachdenklich: "Das müssen wir genau analysieren und die richtigen Schlüsse ziehen." Grundsätzlich möchte der 46-jährige Bayer die Zusammenarbeit mit den Bundestrainern Stefan Horngacher, Hermann Weinbuch und Andreas Baur "an den Schnittstellen vom Spitzensport zu den Perspektiv- und Nachwuchskadern noch effizienter gestalten."

Amadeus Horngacher war einziger Hochschwarzwälder Starter in dem internationalen Feld. Der 13-jährige Sohn von Bundestrainer Stefan Horngacher ist eines der hoffnungsvollsten Talente auf Landesebene und konnte schon viele Siege feiern: "Diesmal hat es leider nicht ganz geklappt. Aber die internationale Ebene ist schon eine andere Hausnummer," so der für den Skiclub Hinterzarten startende und in Neustadt wohnende Realschüler und begeisterte Fußballer. Sein sportliches Ziel hat der Schüler klar vor Augen: "Ich will den Sprung in den D/C-Kader des DSV schaffen." Aufmerksamer Beobachter an der Schanze war nicht nur Vater Stefan, sondern auch dessen Vorgänger als Bundestrainer, Werner Schuster, der sich in Hinterzarten dem österreichischen Skisprung-Nachwuchs widmete.

Bei den Mädchen schafften gleich zwei DSV-Weitenjägerinnen aus Bayern den Sprung auf das Treppchen: Nathalie Armbruster (Kniebis) siegte in der Nordischen Kombination. Bei den Teamkämpfen am Sonntag gewann das deutsche Mädchen-Trio mit zwölf Punkten Vorsprung vor Slowenien. Bei den Jungs landete das erste DSV-Quartett bei teilweise böigen Winden hinter Slowenien und Österreich auf Rang drei. Spannend verliefen die Kombinationswettbewerbe. Die beiden DSV-Mädchenteams feierten einen Doppel-Erfolg. Bei den Jungs lagen die Deutschen nach dem Springen noch auf Rang vier. Auf der JWM-Strecke von 2010 durch den Adlerwald kämpften sie sich noch auf Platz zwei hinter Österreich vor. Wettermäßig erlebten die rund 70 jungen Sportler aus Slowenien, Österreich, Schweiz und Deutschland alles: Starkregen und Wolken am Samstagmorgen, Windböen am Sonntagmorgen und dann wieder herbstlichen Sonnenschein.