Neujahrsempfang

St. Georgener fordern die Anbindung an die Tram

Jelka Louisa Beule

Von Jelka Louisa Beule

Di, 14. Januar 2020 um 16:56 Uhr

St. Georgen

Im ersten Halbjahr 2020 wird der Freiburger Rat entscheiden, wie der Ausbau des Straßenbahnnetzes weitergeht. Die St.Georgener starten jetzt eine Kampagne für die Anbindung ans Netz.

Nach den Bürgervereinen im Freiburger Osten meldet nun auch der Bürgerverein St. Georgen großen Bedarf an. Er hat eigens eine Kampagne entwickelt und fordert eine Machbarkeitsstudie für die Trassenplanung. Eine solche hält auch Baubürgermeister Martin Haag für sinnvoll, wie er beim Neujahrsempfang des Bürgervereins sagte. Weitergehende Versprechungen wollte Haag jedoch nicht geben.

"Für uns, für morgen – Stadtbahn St. Georgen" lautet der Slogan, den der Bürgerverein entworfen hat. "Das Thema Straßenbahn werden wir in 2020 ganz priorisiert und fokussiert angehen", kündigte der Vereinsvorsitzende Martin Maier an. Dazu wolle der Verein auch die Diskussion mit den Bürgern suchen. Denn obwohl viele St. Georgener seit langem einen Straßenbahnanschluss fordern – idealerweise als "Ringschluss" zwischen den bisherigen Endhaltestellen "Munzinger Straße" (Haid) und "Innsbrucker Straße" (Vauban) –, gibt es auch Stimmen, die dagegen sind. Sicherlich sei ein weiterer Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs sinnvoll, sagte Baubürgermeister Martin Haag. "Aber das Ganze ist auch nicht ganz billig", schränkte er ein. Neben der Investition in den Bau müssten auch die laufenden Betriebskosten gestemmt werden: "Da müssen wir Finanzierungslösungen finden." Aktuell sei das Rathaus dabei, die Situation stadtweit zu bewerten, im ersten Halbjahr würden die Ergebnisse dem Gemeinderat vorgelegt.

Endgültig in die Spur gebracht werde in diesem Jahr jedoch ein anderes Endlosprojekt in St. Georgen, versprach Haag: Bei der Umgestaltung des "Uffhauser Platzes" an der Ecke Andreas-Hofer-Straße/Terlaner Straße gingen die Planungen 2020 weiter, inklusive barrierefreiem Ausbau der angrenzenden Bushaltestelle. Die Umsetzung ist für 2021 vorgesehen.

Auch die "Einfachwohnungen" waren Thema

Umgetrieben hat den Bürgerverein im Jahr 2019 die vorgesehene Bebauung eines Randstreifens der Schönbergwiesen mit "Einfachwohnungen" für Flüchtlinge und andere Bedürftige. Im Stadtteil gab es massive Proteste. Aktuell sei eine "leichte Entwarnung" zu erkennen, sagte Martin Maier. Die Stadtverwaltung befinde sich in Gesprächen mit mehreren Grundstückseigentümern in St. Georgen, um die Einfachwohnungen an anderen Stellen zu realisieren. Dies bestätigte Baubürgermeister Martin Haag – wies aber auch darauf hin, dass "das Thema noch nicht von der Agenda ist". Freiburg brauche Raum für neue Wohnungen, auch bei der anstehenden Neuaufstellung des Flächennutzungsplans werde es Diskussionen um die Flächen am Schönberg geben.

Generell sei die weitere bauliche Entwicklung der Stadtteile "eine Gratwanderung", so Haag. Martin Maier hatte zuvor "eine umsichtigere Planungsgenehmigung" bei zwei privaten Bauvorhaben im Ortsteil Wendlingen gefordert, wo je 25 bis 30 Wohneinheiten entstehen sollen – Trotz eh schon dichter Bebauung und enger Straßen. Außerdem sprach sich Maier gegen "den weiteren Flächenfraß" zu Lasten landwirtschaftlich genutzten Geländes aus, etwa durch die Erweiterung der Kleingartenanlage Moosacker. Insgesamt forderte Maier eine bessere Informationspolitik der Stadtverwaltung: Von der geplanten – inzwischen vorerst gestoppten – Fällung von rund 190 Bäumen am Eugen-Keidel-Bad oder von der Schließung der St. Georgener Postfiliale habe der Bürgerverein jeweils erst aus der Zeitung erfahren. Auch ansonsten mahlten die Mühlen der Verwaltung manchmal langsam, so Maier: Nach der Eröffnung des neuen Spielplatzes Häge beim Schwimmbad im Sommer 2018 habe es eineinhalb Jahre gedauert, bis ein "Schlüsselverwaltungsvertrag" für die dortige abschließbare Grillstelle zwischen dem Rathaus und dem St. Georgener Schreibwarengeschäft Remmele entwurfsfertig gewesen sei. Und erst ab dem Frühjahr 2020 werde es möglich sein, dass die St. Georgener den Schlüssel bei Remmele abholen und dazu nicht ins Rathaus im Stühlinger fahren müssen.

Gut voran geht es indes beim Stuben-Areal. Während es zu Beginn der Umbauarbeiten des historischen Gebäudes zu einem Kultur- und Vereinshaus noch deutliche Anlaufschwierigkeiten gab, steuere das Projekt jetzt auf eine Punktlandung zu, sagte Maier. Die Einweihung sei für Ende 2020 geplant. Voran gingen auch die Gespräche zum neuen Sicherheitskonzept für die St. Georgener Weintage. 2019 war es kurz vor der Eröffnung des Festes zum Eklat gekommen.