Jobmarkt spezial: IT

Stabilitätsfaktor IT

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Sa, 16. Mai 2020 um 00:00 Uhr

Beruf & Karriere

Anzeige In der Corona-Krise hat die IT-Branche ihre Stärke gezeigt und viele Prozesse des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens aufrecht erhalten. Dennoch ist die Stimmung in der Branche gedrückt.

Jedes dritte Unternehmen der IT- und Telekommunikationsbranche (31 Prozent) verzeichnete im März einen Nachfragerückgang, so eine Presseinformation des Branchenverband Bitkom. Während 55 Prozent der Unternehmen negative Folgen der Corona-Krise feststellten, berichteten 43 Prozent davon, dass die Pandemie keine Auswirkungen auf ihre Geschäftstätigkeit habe. Lediglich drei Prozent bemerkten einen positiven Effekt. Von den negativen Folgen sind in der Digitalbranche vor allem Industrie und Handel betroffen. Das ist das Ergebnis der monatlichen Konjunkturumfrage von Bitkom und Ifo-Institut in der ITK-Branche.

Der Bitkom-Ifo-Digitalindex, der sich aus der Einschätzung von Geschäftslage und Geschäftserwartung berechnet, notierte im März nur noch bei 0,6 Punkten, nach 24,6 Punkten im Februar. Das ist der niedrigste Wert seit dem Höhepunkt der Finanzkrise im Jahr 2009. Eine Mehrheit der Unternehmen rechnete für die kommenden sechs Monate mit einer weiteren Verschlechterung der Geschäftslage, der Saldo der Erwartungen ging um 30,9 auf minus 18,4 Punkte zurück. Das war der stärkste Rückgang innerhalb eines Monats seit der erstmaligen Erhebung im Jahr 2006.

Die aktuelle Geschäftslage wurde dagegen immer noch mehrheitlich positiv eingeschätzt, auch wenn sie mit 21,6 Punkten um 15,7 Punkte unter dem Februarwert lag. "Die Unternehmen der IT- und Telekommunikationsbranche beurteilen ihre konjunkturellen Perspektiven zwar besser als die Wirtschaft insgesamt. Aber auch in den Auftragsbüchern der Bitkom-Unternehmen hat sich die Corona-Krise jetzt schon bemerkbar gemacht und sie drückt messbar auf die Stimmung", sagte Bitkom-Präsident Achim Berg. "Die Digitalbranche hält in Zeiten von Ausgangssperren, Kontaktverboten und Produktionsstopps die Reste des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens aufrecht. Sie ist einer der wenigen Stabilitätsanker, leidet aber auch selbst unter dem Lockdown. Die Corona-Krise ist ein Auftrag an Politik und Wirtschaft, die Digitalisierung in allen Bereichen mutiger und entschiedener voranzutreiben."

In der Gesamtwirtschaft erlebte die Stimmung im März einen außerordentlichen Einbruch. Das Ifo-Geschäftsklima drehte ins Minus und stürzte auf -11,8 Punkte ab.

Methodik

Der Digitalindex basiert auf der monatlichen Ifo-Konjunkturumfrage und bildet sich aus dem geometrischen Mittel des Index der Geschäftslage und des Index der Geschäftserwartungen. Berücksichtigt werden Daten der Digitalbranche, die sich aus Unternehmen der Sektoren Verarbeitendes Gewerbe, Handel und Dienstleistungssektor zusammensetzt. Dazu zählen Hersteller von IT und Kommunikationstechnik, Unterhaltungselektronik, Anbieter von Software und IT-Dienstleistungen, Telekommunikationsdiensten sowie der Groß- und Einzelhandel mit ITK. Der Index wird als Saldo dargestellt. Gewichtet wird nach Anzahl der Beschäftigten.

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