Staufener Stadtgeschichten anno 2019

Stages: Wenn einfach alles passt

Hans-Peter Müller

Von Hans-Peter Müller

Sa, 21. September 2019 um 20:00 Uhr

Staufen

Optimales Wetter, spielfreudige Ensembles, gutgelauntes Publikum. Die Staufener Stadtgeschichten hielten das Städtle wieder drei Tage auf Trab und lockten 800 Akteure und Besucher aus Nah und Fern.

Geschafft, aber glücklich, so sieht man Gesamtspielleiter Andy Müller am Sonntag, wenn sich Stages, die Staufener Stadtgeschichten anno 2019, dem Ende zuneigen. Optimales Wetter, spielfreudige Ensembles, gutgelauntes Publikum. Besser geht’s eigentlich nicht.

800 Akteure hat man für drei Tage zusammengeholt. Viele aus dem Städtle. Viele von auswärts, wie die verschiedenen Heckergruppen, die man für das traditionelle Revolutionsspektakel "1848 – Der Ruf nach Freiheit" braucht, die Ritter- und historischen Trachtengruppen oder die diversen "Spielleyt", von "Irregang" über die "Galgenvögel" bis hin zu "Satolstelamanderfranz", die heuer besonders abräumten und sich beim Wettstreit um das Goldene Huhn nur knapp den fulminanten Kindern und Jugendlichen der Spitaltrommler aus Biberach geschlagen geben mussten.

Dieser geballten Manpower bedarf es aber auch, denn es galt neuerlich ein ebenso opulentes wie vielgestaltiges Programm zu absolvieren: Neben den Standards, also dem mittelalterlichen Bauernhof samt "Wellnessangebot" der Bader und Alchimisten, den Schauen der klassischen Handwerkskünste, dem Blick ins Lagerleben vergangener Zeiten, dem Fackelzug am Samstagabend und dem Festzug am Sonntagmittag standen schließlich noch zehn Theaterstücke mit 44 Aufführungen auf dem Programm.

Diese sind, zusammen mit dem Freitagnachtklassiker "Faustens Tod", namensgebendes Kernstück der "Stadtgeschichten". Als willkommene Wiederaufnahme angesichts des 222. Geburtstages des Bollenhuts und des 175-Jahre-Jubiläums der Staufener Schladerer Brennerei waren die aufwändig inszenierten Aufführungen von "Schwarzwälder Kirsch" viel beklatscht. Beeindruckend, nachdenklich machend und wie stets mit viel Liebe zum literarischen Detail und erstaunlichen Trouvaillen aus den Archiven geschrieben: Das neue Jugendstück "Die Kirschpflückerin", das mit einem erfreulich professionellen Ensemble aufwartete.

Besser geht’s nicht? Doch, doch. Es muss: Schließlich feiert die Fauststadt im kommenden Jahr ihr 1250-jähriges Bestehen. Dann wollen Andy Müller und sein Team noch eine Schippe drauflegen.

Viele weitere Fotos vom Auftakt unter: mehr.bz/2019stages1 und vom Wochenende unter mehr.bz/2019stages2