BZ-Interview in Originallänge

Standortfrage: Kein Platz für den SC Freiburg?

Michael Dörfler

Von Michael Dörfler

Di, 14. Dezember 2010 um 20:09 Uhr

SC Freiburg

Der SC Freiburg hätte gern ein neues Stadion. Doch die Stadt Freiburg hebt die Hände: Geeignete Grundstücke sind Mangelware und der Kommune fehlt es am Geld. Über die Misere sprechen OB Dieter Salomon und der SC-Vorsitzende Fritz Keller im ungekürzten Doppel-Interview.

BZ: Herr Keller, kurz und bündig: Warum möchten Sie dem SC Freiburg ein neues Stadion bauen?

Keller: Die Rahmenbedingungen für ein erfolgreiches Bestehen in der Fußball-Bundesliga bestehen nicht mehr. Früher gab es Konkurrenten auf ähnlichem Niveau, mit dem neuen Stadion in Mainz ist das jetzt nicht mehr so. Wir sind jetzt sozusagen Tabellenletzter. Wir benötigen mehr preiswerte Plätze, ebenso hochwertige, damit wir diese Nachfrage befriedigen können. Was das Stadion anbelangt, sind wir heute auf einer Stufe mit etwa Koblenz oder Münster. Dazu ist die Lizenzierung in Gefahr, weil, wie man weiß, der Platz nicht die erforderlichen Maße aufweist.

BZ: Herr Salomon, was ist der Stadt Freiburg der Sportclub wert?

Salomon: Ich kann nachvollziehen, dass der SC Freiburg konkurrenzfähig bleiben möchte. Der Wettbewerb im Profifußball ist ein harter, auch in der zweiten Liga. Deshalb wurden in vergangenen 20 Jahren in den jetzigen Standort auch rund 25 Millionen Euro investiert, knapp zehn Millionen davon von der Stadt. Dazu kommen 8,6 Millionen vom Land und etwa sechs Millionen vom SC selber. Baufällig ist das Stadion nicht, was aber Ausstattung und Infrastruktur anbelangt, zum Beispiel Business- und Logenplätze, nicht mehr wettbewerbsfähig. Unser Problem ist, es fehlt der Stadt an Geld. Alle Modelle für einen Stadionneubau, die ich kenne, sehen eine starke Beteiligung der öffentlichen Hand vor. Das ist in den kommenden Jahren für die Stadt Freiburg aber nicht vorstellbar.

Keller: Die Stadt hat aber nie etwas in den Unterhalt einbringen müssen. Und wir werden den Teufel tun und nicht das machen, was immerzu andere machen: Ein anbaggern der Stadt in der Not kommt für uns nicht in Frage. Natürlich wollen wir die Stadt nicht überfordern. Aber Unterstützung hätten wir schon gern. Und wenn die Stadt eine finanzielle Unterstützung bieten sollte, werden wir diese auch ...

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