Auf Reisen mit einem sizilianischen Schwaben

Anja Bertsch

Von Anja Bertsch

Mo, 11. Februar 2019

Steinen

Gitarrist Gaetano Siino legt in der Gulbransson-Kirche in Steinen einen Klangteppich mit schwelgerisch-romantischen Liedern.

STEINEN. Eine Brise sommerlicher Leichtigkeit brachte Gaetano Siino am Samstagabend ins winterfrostige Steinen: In seinem Programm unterm Titel "Bella Italia" stellte der Gitarrist bekannte Melodien aus seiner Heimat in den Mittelpunkt seines Konzert in der Gulbransson-Kirche der evangelisch-lutherischen Gemeinde. Das Publikum im bestens besetzten Kirchlein ließ sich von den schwelgerischen Melodien und vom grundsympathischen Auftreten des Musikers für ein leichtes Konzertstündchen gerne mit auf Reisen in südliche Musikregionen nehmen.

Zunächst unternahm Siino einen Ausflug in modernere Gefilde. In Kompositionen von Ralph Towner, Michael Hedges und aus eigener Feder breiteten sich mit Hilfe von mächtig Fingerwirbel und mächtig Hall bauschige Klangteppiche aus auf- und absteigenden Akkordfolgen und Akkordzerlegungen im Kirchenraum aus. Akzente in der sphärischen Klangwolke setzten rhythmische Einlagen auf dem Gitarrenkörper.

Wohlbekannte Kinder- und Volksliedchen von "Das Wandern ist des Müllers Lust" bis zu "Kuckuck", raffiniert gesetzt und mit Augenzwinkern vorgetragen: Bevor Siino seiner Heimat im zweiten Konzertteil ein musikalisches Kränzchen machte, flocht er eine "Hommage an Deutschland" ins musikalische Geschehen ein – durchaus naheliegend für ihn als "sizilianischen Schwaben", wie Gaetano Siino mit Blick auf seinen Geburtsort Stuttgart schmunzelnd beteuerte.

Mit Liedern und Melodien wie "Marina", "O sole mio", "Firenze sogna", Parlami d'amore Mariù" oder "Volare" erklangen dann Schlager und Evergreens aus "Bella Italia", von Gaetano Siino mit Hingabe und warmem Gitarrenton vorgetragen. Bevor’s an die Musik selbst ging, gab Siino seinen Zuhörern eine Ahnung vom schwelgerisch-romantischen Inhalt der Texte, die in den Originalversionen zu den schwelgerisch-romantischen Melodien erklingen. Der eine oder andere mag da das Funkeln des Meeres und das Spiegeln der Landschaft vorm inneren Auge gesehen haben – und manch einem der Zuhörer mag in den Ausführungen Siinos zum ersten Mal aufgegangen sein, dass sich in der italienische Hauptstadt Roma doch eigentlich und kaum verhohlen das "Amor" versteckt: "Das ist kein Zufall" , versichert der Musiker, um die musikalische Reise durch den sonnigen Süden sogleich fortzusetzen.

Klar, dass das Publikum den Musiker am Ende nicht gehen lässt, ohne dass er in Sachen musikalischer Reise noch eine Extrarunde gedreht hätte.