Stress mit Dachsen und Wildparkern

Stefanie Senn

Von Stefanie Senn

Mi, 22. Mai 2019

Steinen

Hägelbergs finale Ratssitzung vor der Kommunalwahl.

STEINEN-HÄGELBERG. Die Kommunalwahlen am kommenden Sonntag werfen ihre Schatten voraus – so auch bei der letzten Sitzung des Hägelberger Ortschaftsrates vergangene Woche. In der Bürgerfragestunde wurden dem Ortschaftsrat, der nach fünfjähriger Amtszeit neu durchgemischt wird, noch einige aktuelle Themen auf den Tisch gelegt, die den Bürgern unter den Nägeln brennen.

Schilderplatz gesucht: So zum Beispiel die Frage nach einem neuen Ortsschild, auf dem die 2012 verliehene Bezeichnung "Bioenergiedorf" einen gebührenden Platz finden soll. Ortsvorsteherin Gabriele Kaiser-Bühler erklärte, dass das Schild im Steinener Haushalt bereits genehmigt ist, aber noch eine Freigabe durch das Landratsamt in Lörrach braucht, zumal es an einem neuen Standort auf Höhe des Dorfgemeinschaftshauses platziert werden soll. Zahlreiche Rückmeldungen gab es auch bezüglich einer beschädigten Sitzbank auf Höhe des Scheibenfeuer-Geländes – diese sei mit einer landwirtschaftlichen Maschine in Berührung gekommen, der Verursacher habe sich bereits gemeldet und Ersatz versprochen.

Parken am Dorfbrunnen nervt: Für Unmut sorgte in der Ortschaftsratssitzung die Parksituation am unteren Dorfbrunnen. Hier seien (Schul-)Kinder gezwungen, wegen geparkter Autos auf der Straße zu laufen. Ortsvorsteherin Kaiser-Bühler machte klar: Man habe das Parken bisher toleriert, aber der Gehweg müsse definitiv freibleiben. Bauchweh machte einem Bürger auch die neue Straße "Im Zirkel", die dort für mehr Verkehr sorgen könne.

Eine Einbahnstraße sei hier bisher noch nicht geplant, man müsse das Verkehrsaufkommen nach Öffnung der Straße erst einmal beobachten, lautete die Antwort der Verwaltung.

Dachse machen dem Jäger Kummer: Jagdpächter Harald Kropp gab einen Überblick über die Streckenliste der aktuellen Jagdsaison. Nachdem man noch vor einigen Jahren häufig Füchse im Dorf hatte, gehe der Fuchsbestand durch ein vermehrtes Auftreten der Fuchsräude in letzter Zeit stark zurück. Zugenommen dagegen hätten die Dachse, deren Zahl man – sie sind wegen Verursachung von Schäden bei der Ernte nicht gerne gesehen – zügig in den Griff bekommen wolle. Durch den milden Winter sei vor allem bei den Wildschweinen ein relativ großer Zuwachs zu beobachten.

Die Hägelberger Listen: Dem Wunsch aus dem Dorf nach Vorstellung der Kandidaten für die Wahl zum Ortschaftsrat wurde an diesem Abend auch entsprochen – die 50-jährige amtierende Ortsvorsteherin und Leiterin einer Mathematikförderschule Gabriele Kaiser-Bühler, der 42-jährige Kinderarzt Andreas Wörner, die 36-jährige Marketingsassistentin Stephanie Senn, der 54-jährige IT-Spezialist Rainer Butsch und der 50-jährige Informationselektroniker Markus Otto kandidieren für die Liste "Aktiv für Hägelberg". Auf der Liste "Pro Hägelberg" stehen die 38-jährige Projektleiterin Stefanie Haubert, der 48-jährige Wirtschaftsingenieur Christian Ott, der 59-jährige Maschinenbau-Ingenieur Wolfgang Ganter und der 50-jährige Geschäftsstellenleiter Marcel Grüterich.

Dank der Ortsvorsteherin: Ortsvorsteherin Kaiser-Bühler nutzte die Gelegenheit, sich für die Unterstützung zu bedanken, ohne die sie "in den letzten fünf Jahren nicht so viel bewegen" hätte können. Besonders betonte sie das enorme Engagement beim Bau des Dorfgemeinschaftshauses. Über 200 ehrenamtliche Helfer hätten über die Jahre im und fürs Dorf ihren Beitrag geleistet. Ihr Dank ging auch an die Ratskollegen, die Verwaltung, den Werkhof und die Mitarbeiter im Dorf – die Zusammenarbeit sei stets fruchtbar gewesen, auch wenn man "nicht immer einer Meinung gewesen" sei.