Stegener Weihnachtsmarkt

Stimmungsvoll, gemütlich und heimelig

Horatio Gollin

Von Horatio Gollin

So, 08. Dezember 2019 um 16:43 Uhr

Stegen

Die Stegener Feuerwehr veranstaltete den 32. Weihnachtsmarkt auf dem Dorfplatz. Der bot 50 Stände und musikalische Begleitung.

Für zwei Tage verwandelte die örtliche Feuerwehr den Stegener Dorfplatz in den 32. Weihnachtsmarkt mit 50 Ständen. Kunsthandwerker aus dem Umland boten ihre Arbeiten an. Für die Verköstigung der Besucher sorgten die Stegener Vereine. Stimmungsvoll spielten die Blechbläser die Melodien von "Morgen Kinder wird’s was geben" und "Alle Jahre wieder". Zur Tradition des Stegener Weihnachtsmarkts gehört die musikalische Eröffnung durch das Bläserensemble der Musikschule Dreisamtal.

Unter Leitung von Schulleiter Max Joos gaben die Kinder und Jugendlichen zur Einstimmung auf den zweitägigen Weihnachtsmarkt neun weihnachtliche Lieder wieder. Von den Gästen, die zur Eröffnung gekommen waren, gab es großen Applaus. "Da kriege ich gerade ein warmes Herz, wenn ich sehe, wie viele Besucher schon zur Eröffnung gekommen sind", begrüßte Bürgermeisterin Fränzi Kleeb die Menschen. "Wenn ich die Musikschüler höre, komme ich gleich in Weihnachtsstimmung." Großen Dank sprach sie der Feuerwehrabteilung Stegen als Ausrichter des Weihnachtsmarkts sowie den beteiligten Vereinen aus. "Unseren Weihnachtsmarkt kann man doch gemütlich und heimelig nennen?", fragte sie in Richtung der Zuschauer. Widersprechen wollte niemand.

Mit der Drehorgel zog Adi Oberst an beiden Veranstaltungstagen über den Weihnachtsmarkt. In Umhang und Mitra als Bischof Nikolaus gewandet, sammelte er zugunsten der Akademie Hofgut Himmelreich. Seit 17 Jahren ist er mit seiner Drehorgel zur Unterstützung der Einrichtung für Kinder und Jugendliche mit kognitiver Einschränkung unterwegs. Auf dem Stegener Weihnachtsmarkt trat er bereits zum 15 Mal auf. Am Samstagabend gab es eine Feuershow. Am Sonntagvormittag sorgte die Jugendkapelle des Musikvereins Trachtenkapelle Stegen für weihnachtliche Stimmung. Mit gebrannten Mandeln, Waffeln, Crêpes, Schupfnudeln mit Sauerkraut oder Bratwurst im Brötchen verwöhnten die Vereine die Besucher. Neben der Feuerwehr kümmerten sich die Ortsgruppe des Deutschen Roten Kreuzes, der Musikverein, die Jugendabteilung des FSV Rot-Weiß Stegen, der Verein Stegen Miteinander sowie Schüler der Werkrealschule Dreisamtal um das leibliche Wohl der Besucher.

Auf dem Markt zu entdecken gab es Zubehör für Weihnachtskrippen, handgeflochtene Körbe, bunt bemalte Steine, Holzengel, Keramikschalen, Buchfaltkunst, Strickwaren und Lederarbeiten.

Trockenfilzen ist die Leidenschaft von Uschi Oberst aus Freiburg. Vier Monate hatte sie gebraucht, um mit eingefärbter Wolle und Nadel ein lebensgroßes Rehkitz zu erstellen. Die Tiere fertigt sie komplett aus Schafwolle, nur bei einem größeren Gewicht verstärkt sie ihre Kreationen mit Draht. "Tiere faszinieren mich", sagte Oberst. Mit Glasaugen und Krallen oder Zähnen aus Holzstückchen vervollständigt sie ihre Filztiere. Das Kitz reihte sich neben andere Tieren im Stand: Teddybären, Häschen und Schweinchen... "Die Leute mögen gerne die Eisbären, aber auch Hunde", erzählte Oberst, die seit etwa acht Jahren auf den Weihnachtsmarkt kommt und dort viele Stammkunden zählt.

Die Kunsthandwerker kamen aus dem Großraum Freiburg, wie Abteilungskommandant Markus Schuler erklärte. In 30 Jahren habe sich die Organisation eingespielt, "aber die Rahmenbedingungen werden härter", so Schuler. Der Weihnachtsmarkt sei eine wichtige Einnahmequelle, schwieriger wird es für den Veranstalter, weil Gebühren, etwa von der Gema, gestiegen sind. Zwei Mann übernahmen die Nachtwache von Samstag auf Sonntag. Diesmal blieb der Markt von einem Sturm verschont, der 2018 zum vorzeitigen Abbruch geführt hatte.