Straßer erwog Karriereende vor drei Jahren

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Von dpa

Di, 12. Januar 2021

Ski Alpin

Damals machten die Wettkämpfe dem derzeitigen deutschen Slalom-Ass "null Spaß".

Linus Straßer raste zuletzt mit einem Sieg und einem zweiten Platz innerhalb von fünf Tagen in die Slalom-Weltspitze – dabei erwog der Skirennfahrer vor wenigen Jahren ein Karriereende. Das sagte der 28-Jährige den Tageszeitungen Münchner Merkur und TZ (Dienstagsausgabe) und verwies auf frühere Winter, etwa jene 2017/18 und 2018/19.

Damals war er zwar im Training häufig einer der schnellsten Athleten, verpatzte dann aber ziemlich regelmäßig die Wettkämpfe. "Das hat mir null Spaß gemacht, und ich hatte keine Lust mehr, so weiterzumachen", erzählte er. "Auch meinen Trainern und meinem ganzen Umfeld ging das nahe."

Zusammen mit dem Technikcoach Bernd Brunner arbeitete er an der Herangehensweise an die nervenaufreibenden Rennen. "Ich wusste, wo mein Problem lag, aber ich musste über meinen Schatten springen. Nach dieser schlechten Saison vor drei Jahren habe ich mir geschworen, wenn ich es nicht schaffe, das zu ändern, diesen Mut und diesen Willen nicht aufbringe, den Schweinehund nicht überwinden kann, dann lasse ich es sein. Ich hätte kein Problem damit gehabt, die Ski an den Nagel zu hängen."

Linus Straßer erklärte, dass es nicht um Siege und große Erfolge ging, sondern schlicht um ein gutes Skifahren. Seit einer Weile attestieren auch die Trainer und die Betreuer dem Münchner, deutlich gereift zu sein und nicht mehr – so wie früher – seinem Idol Felix Neureuther nacheifern zu wollen.

Dieser Reifeprozess war nach Straßers Ansicht unvermeidbar, um seine jetzige Klasse zu erreichen. "Es bringt wenig, wenn Leute einem vorsagen, was man zu tun hat oder wie es gehen sollte. Du musst deinen eigenen Weg finden", sagte er.

Dieser führte ihn zu dem Sieg von Zagreb am vorigen Mittwoch und Platz zwei in Adelboden am Sonntag. Nach vier Torläufen dieses WM-Winters ist Straßer Zweiter in der Weltcup-Disziplinwertung.

Vor den weiteren Klassikern im Januar und der alpinen Ski-Weltmeisterschaft vom 8. bis 21. Februar in Cortina d’Ampezzo sagte Straßer: "Der Prozess geht noch weiter. Es liegen noch einige Aufgaben vor mir."