Stromerzeugung für 200 Haushalte

Ute Schöler

Von Ute Schöler

Mi, 12. Juni 2019

Rheinhausen

EnBW-Regionalzentrum öffnete am Mühlentag seine Türen.

RHEINHAUSEN. Beeindruckend klapperte die Mühle am Pfingstmontag auch beim Tag der offenen Tür des EnBW-Regionalzentrums an der Herbolzheimer Straße. Vorführungen der historischen Wasserkraftanlage stießen am Mühlentag auf reges Publikumsinteresse. Seit 1820 wird die Wasserkraft der durch eine Wehranlage bei Riegel regulierten Alten Elz durch Mühlentechnik genutzt. Zunächst geschah dies rein mechanisch, seit 1905 auch zur Erzeugung elektrischer Energie. Im Dezember 1906 kam so elektrisches Licht nach Oberhausen.

Auf dem Gelände des heutigen EnBW-Regionalzentrums – einst Mühlhof genannt – führten die pensionierten EnBW-Mitarbeiter Siegfried Lauble (Maschinist) und Karl-Heinz Feindura (Ausbildungsmeister) das 1979 nach einem Generatorenbrand modernisierte Kleinwasserkraftwerk vor, das sie seit 40 Jahren instandhalten.

Feindura erläuterte zunächst die Geschichte, technische Entwicklung und Funktionsweise der Anlage. Diese könne aus 6,3 Kubikmetern Wasser pro Sekunde elektrischen Strom für rund 200 Haushalte erzeugen, erklärte er. Dann setzten die beiden Techniker die Maschine in Gang. Erstaunlich viel Wind machten dabei die drehenden Bauteile von Turbine und Generator, die das Wasserrauschen der Alten Elz bald übertönten. "Diese Maschine ist unbezahlbar", antwortete Feindura auf eine Moderatorenfrage nach dem Wert der historischen Anlage. Diese wird allerdings nur noch bei Besichtigungen angeworfen. Der Tag der offenen Tür gab den zahlreichen Besuchern außerdem Einblicke in die Ausbildungswerkstätten und sämtliche Gewerke des Netzbetriebs. Mitmach- und Infostationen rund um das Thema Elektrizität und Elektromobilität ergänzten das Angebot.