Konjunktur

Südbadische Bauwirtschaft verzeichnet weniger Aufträge

Bernd Kramer

Von Bernd Kramer

Do, 19. November 2020 um 12:32 Uhr

Wirtschaft (regional)

Der konjunkturelle Abschwung trifft nun auch die regionale Bauwirtschaft. Das Auftragsvolumen in Südbaden sank in den ersten neun Monaten dieses Jahres um 4,9 Prozent.

Der konjunkturelle Abschwung trifft nun auch die regionale Bauwirtschaft. Wie der Verband Bauwirtschaft Baden-Württemberg am Donnerstag mitteilte, sank das Auftragsvolumen in Südbaden in den ersten neun Monaten dieses Jahres um 4,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 1,49 Milliarden Euro. "Nachdem die Baubranche dank der hohen Auftragsbestände zu Jahresbeginn einigermaßen glimpflich durch die erste Jahreshälfte gesteuert ist, geht es mit der Nachfrage seit dem Frühsommer stetig bergab", sagte der Freiburger Bauunternehmer Bernhard Sänger, Vizepräsident der Bauwirtschaft Baden-Württemberg.

Deutliches Minus bei den Straßenbauern

Betroffen sind vor allem der Straßenbau und der Wirtschaftsbau. Beim Straßenbau lag das Minus beim Auftragsvolumen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bei 16,7 Prozent, beim Wirtschaftsbau bei 13,2 Prozent. Positiv entwickelt hat sich allein der Wohnungsbau. Hier gab es ein Plus von 15,4 Prozent. "Die Corona-Auswirkungen bei Industrie und im Dienstleistungssektor sind deutlich zu spüren, deren Investitionsbereitschaft sinkt massiv", sagte Sänger. Die Zahlen beruhen auf Angaben von Bauunternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitern.

Aus Sicht von Sänger müssen Land und Kommunen nun Bauprojekte zügig vorantreiben, sagte Sänger. Man dürfe nicht gegen die Krise ansparen, sonst werde die Baukonjunktur vollends abgewürgt. Vom Bau seien bislang wichtige Impulse für die Konjunktur ausgegangen. "Unsere Straßenbauer bekommen aber seit Monaten kaum noch Aufträge", sagte Sänger. Der Umsatz der südbadischen Bauwirtschaft ging in den ersten neun Monaten um 1,2 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro zurück.