Südkorea lässt Uruguay weinen

dpa

Von dpa

Sa, 03. Dezember 2022

Fußball-WM

Asiaten ziehen per 2:1-Sieg gegen Portugal ins WM-Achtelfinale ein, während die Südamerikaner trotz eines 2:0 gegen Ghana raus sind.

Außenseiter Südkorea hat die Hoffnungen von Starkicker Cristiano Ronaldo auf den Tor-Rekord von Eusébio durchkreuzt und überraschend noch den Einzug ins WM-Achtelfinale geschafft.

Der zweimalige Asienmeister besiegte am Freitag im letzten WM-Gruppenspiel, bei dem Wooyeong Jeong vom SC Freiburg nicht zum Einsatz kam, den bereits für die K.o.-Runde qualifizierten Favoriten Portugal 2:1 (1:1) und holte sich damit noch den zweiten Platz vor Uruguay und Ghana. Für die Südkoreaner, die einen Tag nach dem Erfolg Japans über Spanien für den nächsten Coup einer asiatischen Mannschaft sorgten, war es erst der dritte Achtelfinal-Einzug bei der elften WM-Teilnahme.

Cristiano Ronaldo, der bei seiner Auswechslung in der 65. Minute missmutig vom Platz stapfte, blieb indes wieder ohne Torerfolg und liegt damit in der WM-Bilanz weiter einen Treffer hinter seinem legendären Landsmann Eusébio. Der Gruppensieg war für Ronaldo und Co. allerdings nicht in Gefahr, wodurch die Portugiesen den vermeintlich leichteren Weg in der K.o.-Phase der Endrunde in Katar einschlagen werden.

Den frühen portugiesischen Führungstreffer von Ricardo Horta (5. Minute) glich Young-Gwon Kim (27.) aus, ehe Hee-Chan Hwang (90.+2) die Südkoreaner vor 44 097 Zuschauern im Education City Stadium spät in einen Freudentaumel versetzte.

Luis Suárez saß bereits Minuten vor dem Abpfiff weinend auf der Bank. Uruguay ist wie Ghana im Kampf um das WM-Achtelfinale gescheitert. Zwar gewannen die Südamerikaner wieder nach einem Elfmeter-Fehlschuss der Afrikaner, aber freuen konnte sich darüber keiner. Zwölf Jahre nach dem legendären Viertelfinale von Johannesburg siegte die Celeste diesmal mit 2:0 (2:0) in Al-Wakra gegen Otto Addos Ghanaer im letzten Vorrundenspiel, was ihr aber nichts brachte. Fassungslos nahm Suárez nach seiner Auswechslung das 2:1-Siegtor von Südkorea gegen Portugal zur Kenntnis; sein eigenes Team konnte nicht mehr nachlegen.

Giorgian de Arrascaeta von Flamengo Rio de Janeiro schoss vor 43 443 Zuschauern das zuvor sieg- und torlose Uruguay mit einem Doppelpack (26. und 32. Minute) zum letztlich bedeutungslosen Sieg. Ghana hingegen vergab die große Chance, mit dem Einzug ins Achtelfinale als drittes afrikanisches Team nach Marokko und dem Senegal WM-Geschichte zu schreiben. Die Vorarbeit zum ersten Tor Uruguays bei dieser WM gab Suárez, der 2010 zum Feindbild vieler Ghanaer geworden war. Der damals 23-Jährige hatte vor zwölf Jahren im Viertelfinale kurz vor Ende der Verlängerung ein fast sicheres Tor von Ghana auf der Torlinie mit seinen Händen verhindert und dafür Rot gesehen. Den fälligen Strafstoß aber verschoss Asamoah Gyan für die Black Stars, die im Elfmeterschießen scheiterten.

Tatsächlich wiederholte sich die Geschichte ein Stück weit. André Ayew scheiterte wie Gyan 2010 mit einem Elfmeter, den Uruguays Torhüter Sergio Rochet gegen Mohammed Kudus verursacht hatte (21.) und ihn dann hielt.