++ Das war die Woche ++

ds

Von ds

So, 20. September 2020

Südwest

Ein Überblick über die Ereignisse zwischen Hochrhein und Breisgau.

Bettlerbande sorgt
für Unmut

Eine organisierte Bettlergruppe sorgt in der Freiburger Innenstadt für Unmut. Mehr als einem Dutzend Geschäftsinhabern und Anwohnern der Bertoldstraße reicht es. In einem Brief wenden sie sich an Gemeinderat und Rathaus. Sie sorgen sich wegen der vor Eingängen und in Passagen nächtigenden Bettler um das Bild der Fußgängerzone. "Das ist eine Zumutung", sagt der Inhaber eines Ladens, vor dessen Eingang die Bettler abends immer wieder ihr Quartier mit Matratzen und Gepäck aufschlagen und am nächsten Tag Unrat hinterlassen. In einem Brief an Gemeinderat und Oberbürgermeister Martin Horn kritisieren die Unterzeichner, das Ordnungsamt habe bisher nicht auf die Hilferufe reagiert.

Im Rathaus ist die Gruppe bekannt. Nach Erkenntnissen des Vollzugsdienstes (VD) handelt es sich um einen wechselnden Kreis von rund zehn Personen einer Großfamilie, die aus Südosteuropa stammt. Die Verwaltung gehe von organisiertem Betteln aus, bestätigt Rathaussprecher Sebastian Wolfrum.

Das gewerbsmäßige Betteln ist in Freiburg seit April 2005 verboten. Die Stadt gehe daher gegen solch organisierte Gruppen vor, sagt Wolfrum. Der VD kontrolliere nicht erst seit den Beschwerden täglich und fordere die Personen auf, das Betteln zu unterlassen. Nächtliche Lager seien schon aufgelöst und teils geräumt worden. Doch einfach sei es nicht, das Treiben der Gruppe ganz zu unterbinden, sagt Ordnungsamtsleiter René Funk. Die Einnahmen aus der wegen großzügiger Spenden attraktiven Bettelei würden meist versteckt. Das Verhalten der Gruppe sei dabei generell sehr schwierig und geprägt durch Missachtung – etwa bei Anweisungen oder Platzverweisen, schrieb bereits Horn in seinem Brief. Auch Gesprächsangebote von Seiten der Straßensozialarbeiter des Kontakt-Netzes seien verweigert worden.

Zahl der Corona-Fälle steigt deutlich an
In Müllheim steigt die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus stark an. Laut Zahlen des Gesundheitsamtes in Freiburg vom Donnerstag ist die Zahl der geschätzten aktiven Fälle in der Stadt von 9 in der vergangenen Woche auf 22 gesprungen. Über die Verteilung der Neuinfektionen – also ob es Schwerpunkte gibt oder diese sich eher gleichmäßig verteilen – gibt es bislang laut Müllheims Bürgermeister Martin Löffler keine genaueren Informationen. Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Anzahl der Neuinfektionen gerechnet auf 100 000 Einwohner pro Woche, liegt nun in Müllheim bei 73 – und damit deutlich über dem kritischen Wert von 50, ab dem weitergehende Maßnahmen zur Eindämmung der Virusausbreitung empfohlen werden.

Die Stadt Müllheim hat in einer ersten Reaktion eine Allgemeinverfügung erlassen, wonach auf dem Wochenmarkt, der samstags, dienstags und freitags stattfindet, ab sofort eine verbindliche Maskenpflicht gilt. Bislang war für den Markt vonseiten der Stadt das Tragen einer Maske empfohlen worden, worauf auf Plakaten hingewiesen wurde. Das Befolgen dieser Empfehlung sei jedoch durchwachsen gewesen, sagt Löffler.

Tomas Orschitt leitet
die Staatsanwaltschaft

Die Zweigstelle Lörrach der Staatsanwaltschaft Freiburg hat einen neuen Leiter: Tomas Orschitt trat am Montag als Leitender Oberstaatsanwalt die Nachfolge von Franz-Josef Heering an.
Der 48-jährige gebürtige Freiburger wechselte von der Staatsanwaltschaft Freiburg nach Lörrach, teilte das Justizministerium mit. Orschitt trat im Mai 2001 in den baden-württembergischen Justizdienst ein. Nach Stationen beim Amtsgericht Pforzheim, bei der Staatsanwaltschaft Lörrach (Juni 2002 bis April 2003), dem Amtsgericht Baden-Baden und dem Landgericht Freiburg kam er im Herbst 2004 zur Staatsanwaltschaft Freiburg. 2015 wurde er zum Abteilungsleiter ernannt. 2017 vertrat er die Anklage im Endinger Mordfall. Ein halbes Jahr später hielt er ein Plädoyer in einem Prozess gegen einen Mann, der in Teningen seine Ex-Partnerin und den gemeinsamen Sohn getötet hatte. 2019 war Orschitt Staatsanwalt im Mordprozess Heidrun Pursche.

Heiki Dorow will
in den Bundestag

Heike Dorow geht für die Grünen ins Rennen um ein Bundestagsmandat im Wahlkreis Emmendingen-Lahr. Bei der Nominierungsversammlung von Bündnis 90/Die Grünen in Herbolzheim bekam sie am Donnerstag in der Herbolzheimer Breisgauhalle 28 Stimmen. Sie setzte sich damit im ersten Wahlgang gegen ihre Mitbewerber Andrea Bold (12 Stimmen) und Markus Rasp (15) durch. Mit Johannes Fechner (SPD) und Peter Weiß (CDU) hat der südliche Teil des Wahlkreises Emmendingen-Lahr derzeit eine scheinbar stärkere Präsenz in Berlin als die Ortenau. Das wollten die Mitglieder der Grünen mit der Nominierung von Heike Dorow ändern, kommentiert die Badische Zeitung. Es sei vor allem den Grünen aus dem alten Landkreis Lahr gelungen, ihre Mitglieder für die Nominierungsversammlung zu mobilisieren.