Überschuldung

Kommune mit höchster Verschuldung hat aufgeräumt

Stefanie Järkel

Von Stefanie Järkel

Sa, 09. August 2014

Südwest

Die Stadt Aulendorf ist Sinnbild für kommunale Misswirtschaft. Durch eisernes Sparen und Hilfe vom Land steht die Kommune nun etwas besser da.

Ein Gülleloch also. Ein Gülleloch muss als Vergleich für Aulendorf herhalten. Oben die Kruste, die immer dicker wird, unten die stinkende Masse. So sei das damals gewesen unter den CDU-Bürgermeistern. "Wenn man da drin gerührt hätte, dann wäre das ganz nach oben gegangen. Dann wäre auch der Landrat am Arsch gewesen", sagt Florian Angele, gebürtiger Aulendorfer. Aulendorf sei vor die Hunde gegangen und keiner habe reagiert, auch nicht die Kommunalaufsicht. Wenn der 36-Jährige vom "Gülleloch" spricht, dann klingt das irgendwie nach "Gilleloach", breitestes Oberschwäbisch eben. Angele ist stellvertretender Zunftmeister der Narrenzunft und damit ungefähr die Nummer drei im Ort nach dem Bürgermeister und dem Zunftmeister.
"Pleitestadt", "Schuldensumpf" oder "Schwäbisch Griechenland" – die Stadt mit ihren 10 000 Einwohnern sorgte in den vergangenen Jahren für Schlagzeilen auch in den überregionalen Blättern. Der Ort im oberschwäbischen Nirgendwo, ziemlich genau in der Mitte zwischen Ulm und dem Bodensee, ist landesweit Sinnbild für kommunale Misswirtschaft geworden. In den Stuttgarter Ministerien wurde das Wort "Aulendorf" bisher wahlweise von einem amüsiert-gequälten Lächeln oder einem Seufzen begleitet. Doch plötzlich scheint alles anders.
Die Zeiten des "Gilleloachs" sind offenbar vorbei. Die Kommune mit der ehemals höchsten Pro-Kopf-Verschuldung im Südwesten hat aufgeräumt: Das Statistische Landesamt sieht sie nur noch auf Platz vier in Sachen Schulden. Das Land hat mit Millionen geholfen. Doch vor allem die Aulendorfer selbst tragen die Last der kommunalen Entlastung. ...

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