BZ-Interview

Tunneleinbruch: Karlsruher Experte wirft Bahn Fehler vor

Stefan Jehle

Von Stefan Jehle

Mi, 23. August 2017 um 19:20 Uhr

Südwest

BZ-Plus Das Tunneldebakel an der Bahnbaustelle bei Rastatt wäre nach Einschätzung eines Experten vermeidbar gewesen. Die Bahn habe Absicherungen gegen Risiken vernachlässigt, sagt Prof. Eberhard Hohnecker im BZ-Interview.

BZ: Was dachten Sie als erstes, als Sie von "technischer Störung" auf der Bahnstrecke bei Rastatt hörten?
Hohnecker: Ich wusste was passiert war, das hat sich schnell herumgesprochen. So etwas passiert ja leider oft zwischen Freitag und Sonntag, nicht während der Woche. Ich kenne das so schon seit 30 bis 40 Jahren. Da habe ich mir nur gedacht: um Gottes Willen, jetzt auch noch so was. Und das auf so einer empfindlichen Strecke. Wir Fachleute, die wir uns mit solchen Fragen beschäftigen, wissen nur zu gut, wie sich da schnell viele Probleme bei Bahn, Spediteuren und drum herum, ergeben.

BZ: Hat die Bahn da aus Ihrer Sicht, und mit Ihrer Kenntnis, fahrlässig gehandelt beim Tunnel-Bau - mit der Vereisungstechnik?
Hohnecker: Die Bahn wird es in diesem Fall wohl nicht selbst gewesen sein. Ich gehe davon aus, dass die Technik ein Sondervorschlag von den ausführenden Firmen war. Die Bahn nimmt selbst die technische Prüfung vor, so wie das Eisenbahnbundesamt das die Zulassung und Finanzierung aussprechen muss. Aber normal ist das Vorgehen für mich nicht. Schon wenn im Untergrund eine kleine Durchpressung gemacht wird, müssen die oben liegenden Gleise in alle drei möglichen Verschiebe-Richtungen ...

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