Streitgespräch

Welche Stadt wollen wir?

Stefan Hupka und Volker Bauermeister

Von Stefan Hupka & Volker Bauermeister

Sa, 31. März 2012

Südwest

BZ-GESPRÄCH: Zwei Architekten, Horst Linde und Christoph Mäckler, und ein Bürgermeister, Dieter Salomon, über Stadtplanung.

enn man ihn nach seinem Lebenselixier fragt, dann sagt er: Kommunikation. Nichts in seinem langen Leben war und ist diesem Mann, Horst Linde, wichtiger als der Austausch. Was also lag – vor seinem 100. Geburtstag – näher als ein Gespräch, zwischen zwei Architekten, einem Kommunalpolitiker und zwei Journalisten rund um die Frage: Wie soll sie aussehen, die Stadt, in der wir leben wollen, und wie lieber nicht?

W

BZ: Herr Linde, Herr Mäckler und Herr Salomon, woran erkennt man eine gute Stadtplanung?
Linde: Am klugen Vorausdenken und Abwägen der Frage, wo liegen die Interessen einer Stadt?
Mäckler: Jede Stadtplanung, die nicht irgendwelchen Moden folgt, ist gut.

BZ: Was sagt der Kommunalpolitiker?
Salomon: Gute Stadtplanung erkennt man daran, dass man nicht erst hinterher merkt, was man vorher alles nicht bedacht hat. Da geht es gar nicht nur um Architektur, sondern, wenn man ein Wohngebiet baut, vor allem um Infrastruktur. Die Fehler, die man in den 1960er und 1970er Jahren beim Bau von Weingarten und Landwasser (Trabantenstädte Freiburgs; d. Red.) gemacht hat, würde man heute nicht mehr machen. Und das lag nicht an der Architektur.
BZ: Von welchen Fehlern sprechen Sie?
Salomon: Man hat einfach Häuser auf die grüne Wiese gebaut – ohne Nahverkehrsanschluss, ohne Einkaufsmöglichkeiten, ohne Schulen, Kirchen, Kindergärten. Man hatte Wohnungsnot und wusste sich nicht anders zu helfen. Das würde wohl heute nicht mehr passieren. Im Rieselfeld oder Vauban (neue Stadtteile Freiburgs, d. Red.) wurde mehr vorher nachgedacht und aus alten Fehlern gelernt.

BZ: Und welche Moden meinten Sie, Herr Mäckler?
Mäckler: Die aufgelockerte, durchgrünte Stadt, wie man sie nach dem Krieg herstellte, war aus heutiger Sicht nicht richtig. Die autoverkehrsgerechte Stadt der 1970er Jahre war es ...

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