Soul

Supreme-Star Mary Wilson ist tot

dpa

Von dpa

Di, 09. Februar 2021 um 17:35 Uhr

Rock & Pop

"Wir wollten nur berühmt sein", sagte die Grand Dame des Motown-Soul: Nun ist Supremes-Star Mary Wilson völlig überraschend mit 76 Jahren in Las Vegas gestorben.

Glamour-Girl Diana Ross war die Berühmtere im Soul-Trio The Supremes – doch Mary Wilson galt als Herz der weltweit erfolgreichen US-Vokalgruppe. Und als deren Konstante: Denn Wilson blieb den Supremes als einzige Sängerin vom Anfang der 60er bis zur Auflösung 1977 treu. Für immer im Ohr sind Superhits wie "You Can’t Hurry Love", "Stop! In The Name Of Love" oder "You Keep Me Hangin’ On". Nun ist Wilson mit 76 Jahren gestorben.

The Supremes: "Stop! In The Name Of Love" Wie US-Medien unter Berufung auf ihren PR-Agenten Jay Schwartz meldeten, starb die Musikerin völlig unerwartet in ihrem Zuhause in Las Vegas. Berry Gordy (91), für dessen Musiklabel Wilson lange gesungen hatte, teilte mit, er sei "extrem geschockt und traurig, vom Tod eines wichtigen Mitglieds der Motown-Familie zu hören". Sie sei neben Diana Ross selbst ein echter Star gewesen und habe "das Vermächtnis der Supremes über die Jahre mit viel Arbeit vorangebracht".

Für Gordys Detroiter Plattenfirma, die eingängige afroamerikanische Popmusik in die Charts brachte, schafften The Supremes zwischen 1964 und 1969 zwölf Nummer-eins-Hits in den USA. Das Trio gilt bis heute als wichtigste sogenannte Girlgroup der Soulmusik und als weibliches Aushängeschild von Motown.

In den sozialen Netzwerken drückten Fans und viele Musiker ihre Trauer aus – allen voran Wilsons Mitstreiterin Diana Ross. "Ich fühle mich erinnert, dass jeder Tag ein Geschenk ist", schrieb sie auf Twitter. "Ich habe so viele wundervolle Erinnerungen an unsere gemeinsame Zeit." Die 1944 in Greenville im US-Bundesstaat Mississippi geborene Wilson hatte mit Ross und Florence Ballard 1959 zunächst The Primettes gegründet. Wenig später benannte sich die Gruppe in The Supremes um. Dass die nur wenige Tage jüngere Ross bald Leadsängerin und Star des Trios wurde, war eine strategische Entscheidung des Motown-Bosses.

"Mr. Gordy sagte: Ich will nur eine von euch nach vorn stellen, das macht es leichter für die Leute", erzählte Wilson vor einigen Jahren. "Wir verstanden das. Wir wollten nur berühmt sein, also waren wir total happy." Als schwarzer Mensch habe man damals in den USA "doch gar nicht davon träumen können, ein Star zu sein", sagte die für Bürgerrechte engagierte Sängerin. Ross verließ das Trio 1970 für eine sehr ertragreiche Solokarriere ("Upside Down", "Muscles"), Wilson machte noch einige Jahre in wechselnden Supremes-Besetzungen weiter, heiratete und bekam drei Kinder. In ihrem Erinnerungsbuch "Dreamgirl, My Life as a Supreme" setzte sie sich kritisch mit der Girlgroup-Geschichte und Motown auseinander.