Schnee

SV Kirchzarten glänzt mit seinen Erfolgen im nordischen Skisport

Gerhard Lück

Von Gerhard Lück

Fr, 19. Juli 2019 um 15:19 Uhr

Kirchzarten

"Wir müssen Schneekinder schaffen", sagt Burghardt vom SV Kirchzarten. Ohne hauptamtliche Trainer weist der SVK viele Erfolge auf, die Saisonvorbereitungen laufen bereits wieder auf Hochtouren.

Im nordischen Skisport machte der Sportverein Kirchzarten (SVK) schon immer mit nationalen und internationalen Erfolgen von sich reden und den Ort in der Wintersportwelt über regionale Grenzen hinaus bekannt. Erinnert sei nur an die Ära der Zipfelbrüder Georg, Peter, Thomas und Ulrich, die manchen Deutschen Meistertitel ins Dreisamtal holten. An diese glorreiche Zeit erinnern jetzt die Youngsters der Skiabteilung Nordisch des SVK. Mitten im Sommer laufen die Vorbereitungen für die kommende Saison.

SV Kirchzarten arbeitet ohne hauptamtliche Trainer

Die Nachwuchswintersportler des SVK standen im zurückliegenden Winter 101 Mal auf Platz 1, 61 Mal auf Platz 2 und 48 Mal auf Platz 3 bei den zahlreichen nordischen Wettbewerben in Deutschland und international. Diese Bilanz brachte sie bei einer Punktewertung von 224 Vereinen im Deutschen Skiverband auf einen beachtlichen vierten Platz. Das Außergewöhnliche dabei: Die ersten zehn Vereine arbeiten alle mit hauptamtlichen Trainern, außer: der SV Kirchzarten.

Wer nach dem Geheimnis des Erfolges der insgesamt 55 jungen Wettkampfsportler sucht, wird schnell erkennen, dass er unter anderem im ehrenamtlichen Einsatz der Sportwarte Günter Huhn und Manfred Burghardt liegt. Seit 1995 ist Huhn Sportwart Nordisch und Trainer im SVK, weitere Funktionen begleitet er im Skiverband Schwarzwald und im Deutschen Skiverband. Burghardt steht ihm in Funktionärsaufgaben nicht nach und ist ebenfalls mit ganzem Herzen Trainer für den SVK-Nachwuchs.

"Wir sind nicht mehr von Vätern abhängig, die sich während der sportlich aktiven Zeit ihrer Kids engagieren und dann weg sind." Günter Huhn
In dieser langen Zusammenarbeit, unterstützt durch weitere engagierte Trainer und Eltern, sehen beide den Grund für den wachsenden Erfolg. "Wir haben Strukturen aufgebaut", sagt Günter Huhn, "die das Training und die Wettkampfarbeit planbar machen. Wir sind heute nicht mehr von den Vätern abhängig, die sich während der sportlich aktiven Zeit ihrer Kids engagieren und dann weg sind."

Für Burghardt kommt ein weiterer Grund für den Aufschwung hinzu: "Seit wir im Nordic-Center am Notschrei professionelle Trainings- und Wettkampfbedingungen haben, können wir ganz anders in unsere Planungen gehen." Die Nordische Juniorenweltmeisterschaft 2010 (JWM) habe den Schub verstärkt. Funktionsgebäude, ein spielerischer Kinderparcours und die Schneesicherheit durch Kunstschnee und Schneedepots aus dem Vorjahr sorgten für Kontinuität.

"Wir fordern viel. Aber dafür fördern wir dann auch enorm." Günter Huhn
"Wir trainieren jetzt nach der Sommervorbereitung von Mitte November bis Ende März am Notschrei auf Schnee", freut sich Günter Huhn. Hinzu kämen die engagierten Trainer. Peter und Uli Zipfel sowie Tille Horlacher brächten sich seit etlichen Jahren mit ihrer Kompetenz ins Trainer-Team ein. Die Verantwortlichen freuen sich , dass sich inzwischen sogar junge Sportler aus der Ortenau und dem Dreiländereck fürs Training beim SVK interessieren. Huhn räumt ein: "Wir fordern viel." Und ergänzt: "Aber dafür fördern wir dann auch enorm." Hilfreich sei beispielsweise die Kooperation zwischen Grundschule und Verein, über die interessierte Kinder den Weg zum SVK finden. "Wir müssen früh Schneekinder schaffen", stellt Burghardt klar. Und: "Wir müssen den Virus nordischer Wintersport verbreiten".

An sechs Tagen gibt es Trainingsaufgaben

Jetzt im Sommer gibt es zur Wintervorbereitung an sechs Tagen Trainingsaufgaben. "Wir joggen miteinander, gehen auf Skirollertour, machen Techniktraining und vieles andere, was Spaß macht", sagt Huhn. Für Burghardt ist das gemeinsame Sommertraining auch deshalb wichtig: "Da haben wir die Kids bei uns und brauchen im Herbst nicht wieder bei null anzufangen." In den Herbstferien gibt es vier Tage Trainingslager und dann noch ein Schneelager in Davos.

Wichtig ist den erfolgreichen SVK-Trainern, die Gemeinschaft der großen Gruppe zu pflegen: "Wir nutzen die ständigen Begegnungen beim Training und im Wettkampf für Kontakte zu den Kids, interessieren uns für ihre schulischen Leistungen und sprechen mit den Eltern, die uns unterstützen." Toll sei, dass inzwischen auch erfolgreiche junge Parasportler und Biathleten in der Gruppe sind. Das öffne den Blick für die große bunte Welt des nordischen Skisports. Im Gespräch mit Huhn und Burghardt wird deutlich: Sie freuen sich mitten im Sommer schon wieder riesig auf den ersten Schnee.

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