BZ-Serie (Teil 7)

Edmund Gudenfels – Brennmeister am Kaiserstuhl

Dominik Bloedner

Von Dominik Bloedner

Fr, 25. Oktober 2013 um 10:36 Uhr

Teningen

Der Nimburger Winzer und Wirt Edmund Guldenfels ist Brennmeister im Nebenerwerb - und das bereits in der dritten Generation. Das Brennrecht hat er wie die meisten Schnapser geerbt.

Der prüfende Blick geht nach oben gegen die Sonne, im Hintergrund sind die Hügel des Kaiserstuhls zu sehen, auf der gegenüberliegenden Seite der Kandel und die anderen Schwarzwaldgipfel. "Doch, das sieht gut aus, das wird dieses Jahr etwas", sagt Edmund Guldenfels (56). Das Urteil gilt den Zibärtle, den Wildpflaumen, die im Oktober geerntet werden. Der Nimburger Winzer, Wirt und Brennmeister besitzt zusätzlich zu den zehn Hektar Reben noch zwei Hektar Land mit Obstbäumen: Sauerkirschen, wilde Aprikosen, Williamsbirnen, Pfirsiche, Zwetschgen.

Das Besondere: Nur ein geringer Teil davon ist zum Verzehr bestimmt, der Großteil kommt in die Flasche. Die Früchte werden extra für die Brennerei gezüchtet, 20 Sorten Brand hat Guldenfels im Angebot, darunter auch eine Williamsbirne, die monatelang in der Flasche am Baum gereift ist.

Guldenfels betreibt das "Schnapsen" als Nebenerwerb bereits in der dritten Generation. Das Brennrecht hat er wie die meisten anderen Brenner geerbt. Er ist einer von 28 000 Abfindungsbrennern in Süddeutschland. Über die Hälfte davon sind in Baden heimisch, die Hochburgen sind die Ortenau, der Kaiserstuhl und die Region um den Bodensee.

Und Norddeutschland? Fehlanzeige! Da wird kein Obst gebrannt, die Rhein-Main-Linie fungiert als Schnapsäquator, nördlich davon wird eher Korn getrunken. Die Brennrechte sind alle vor knapp 100 Jahren verliehen worden und müssen immer in Beziehung mit einer Landwirtschaft stehen; wegen des Strukturwandels ist ihre Zahl seit Jahren rückläufig. Pro Brennrecht dürfen die kleinen Abfindungsbrenner 300 Liter Alkohol im Jahr ...

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