Buschbrände bedrohen auch die Australian Open

dpa

Von dpa

Mi, 15. Januar 2020

Tennis

Verrauchte Luft behindert den Auftakt der Qualifikation des Tennis-Grand-Slam-Turniers im australischen Melbourne / Atemprobleme und Spielabbrüche.

MELBOURNE (dpa). Tennisprofis mit Atemproblemen, Spielabbrüche und heftiger werdende Kritik an den Turnierchefs: Kurz vor Beginn der Australian Open bedrohen die Buschbrände auch das größte Sportereignis auf dem Kontinent. Einen Tag vor den geplanten Benefizspielen mit Roger Federer, Rafael Nadal und Serena Williams behinderte die verrauchte Luft am Dienstag in Melbourne den Auftakt der Qualifikation für das erste Grand-Slam-Turnier des neuen Jahres. Doch während die Bevölkerung in der australischen Metropole aufgefordert wurde, wegen der rekordverdächtig schlechten Luft drinnen zu bleiben und Fenster und Türen geschlossen zu halten, mussten die Spielerinnen und Spieler ungeachtet der schlechten Luftqualität raus auf die Tennisplätze.

"Über Nacht ist die Luft in Melbourne weltweit am schlechtesten geworden", sagte der zuständige Gesundheitsbehörden-Chef Brett Sutton. "Das ist eine neue Erfahrung für uns alle", sagte Turnierdirektor Craig Tiley. Seit Monaten wüten vor allem im Südosten des Kontinents heftige Buschbrände. Nach Angaben der Regierung kamen bislang 28 Menschen ums Leben. Hunderte Millionen Tiere sind nach vorsichtigen Schätzungen von Wissenschaftlern allein im Bundesstaat New South Wales getötet worden.

Am Dienstag musste das Showmatch mit der deutschen Spielerin Laura Siegemund aus Metzingen und der einstigen Weltranglisten-Ersten Maria Scharapowa aus Russland beim Einladungsturnier in Melbournes Stadtteil Kooyong nach knapp zwei Stunden vorzeitig beendet werden. "Ich habe gemerkt, dass ein bisschen Husten hochkam am Ende des zweiten Satzes. Ich dachte, ich bin krank", sagte Scharapowa.

In der Qualifikation für die Australian Open, die zunächst mit einer Verspätung von anderthalb Stunden begann, gab die Slowenin Dalila Jakupovic in der ersten Runde nach einem Hustenanfall auf. Die 28-Jährige klagte danach, es sei nicht fair, dass die Spielerinnen und Spieler unter solchen Bedingungen antreten müssten. Im Match gegen die Schweizerin Stefanie Vögele hatte es 6:4, 5:6 gestanden. Vor einem Satzball für Vögele kniete Jakupovic zunächst nieder und wurde dann von einer Betreuerin vom Platz geführt, im Nacken hatte sie ein Handtuch mit Eis. "Es war wirklich schlimm. So etwas habe ich noch nie erlebt, ich hatte wirklich Angst, dass ich kollabiere", sagte sie.

Ein bisschen Hoffnung ist zumindest in Sicht: Am Mittwoch könnte es in den Brandgebieten regnen – und Wind gegen den Qualm helfen.