Baden-Württemberg

Fragen & Antworten: Alles was sie jetzt rund um die Corona-Impfung wissen müssen

Nina Witwicki, Carolin Buchheim, Michael Saurer, Elena Stenzel

Von Nina Witwicki, Carolin Buchheim, Michael Saurer & Elena Stenzel

So, 02. Mai 2021 um 18:37 Uhr

Südwest

Die Impfkampagne schreitet voran: Ab dem 3. Mai können Menschen mit Vorerkankungen aus der dritten Prioritätsgruppe Impftermine vereinbaren. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Wer kann sich derzeit in Baden-Württemberg impfen lassen?

Die Impfungen gegen das Coronavirus schreiten weiter voran. Ab Montag, dem 3. Mai, können im Südwesten auch Menschen mit Vorerkankungen aus der dritten Prioritätsgruppe Impftermine vereinbaren. Dazu gehören Menschen, die sich in einer behandlungsfreien Phase ihrer Krebsbehandlung befinden, Menschen mit einer HIV-Infektion, Rheumaerkrankung, Autoimmunerkrankung, Herzerkrankungen, mit Asthma oder Übergewicht (Adipositas, BMI über 30).Nötig ist dafür ein ärztliches Attest, das beim Haus- oder Facharzt ausgestellt werden kann.

Weiterhin geimpft werden Berechtigte aus Gruppe eins und zwei, sowie Menschen, die über 60 Jahre alt sind und eine Impfung mit dem Vakzin von Astrazeneca in Anspruch nehmen wollen.


Zu Gruppe 1 zählen Bewohnerinnen und Bewohner von Senioren- oder Altenpflegeheimen, die mindestens 80 Jahre alt sind, in der Altenpflege oder betreuten Wohngruppen arbeiten oder in medizinischen Berufen Kontakt zu Menschen mit spezifischen Vorerkrankungen haben, wie beispielsweise Krebs- oder Organtransplantationspatienten. Zudem auch diejenigen, die regelmäßig Impfungen zur Bekämpfung des Coronavirus durchführen oder einem hohen Risiko ausgesetzt sind, sich mit SARS-COV-2 zu infizieren.

Zu Gruppe 2 gehören unte randerem Menschen ab 70 Jahren, außerdem Lehrerinnen und Lehrer, Erzieherinnen und Erzieher, Hebammen sowie Polizei- und Ordnungskräfte. Menschen mit Down-Syndrom, Menschen mit besonderen Vorerkrankungen (Diabetes, Mukoviszidose, Adipositas und weitere) oder nach einer Organtransplantation können ebenfalls einen Impftermin vereinbaren, ebenso Kontaktpersonen von pflegebedürftigen Menschen oder Schwangeren oder Menschen, die in einer Geflüchteten- oder Obdachloseneinrichtung leben oder tätig sind.

Außerdem gibt es eine Härtefall-Klausel: Menschen, denen ein Arzt bescheinigt, dass bei ihnen nach einer Corona-Infektion ein "sehr hohes oder hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf" besteht, erhalten mit hoher Priorität Anspruch auf eine Impfung.
Eine ausführliche Übersicht gibt es auf impfen-bw.de: Impfberechtigte Personengruppen in Baden-Württemberg

Wie kann ich telefonisch einen Impftermin vereinbaren?

Termine zur Impfung durch ihren Haus- oder Facharzt vereinbaren sie direkt in der jeweiligen Praxis.

Termine in einem Impfzentrum erhalten Sie über die bundesweite Hotline 116117. Die Erfahrung hat gezeigt, dass man noch immer viel Geduld mitbringen sollte.

Wie bucht man einen Termin im Internet?

Online kann man Termin in Impfzentren auf impfterminservice.de buchen. Dort muss man zunächst das Bundesland und das gewünschte Impfzentrum auswählen. Danach muss man angeben, ob der Anspruch auf eine Impfung bereits geprüft wurde. Ist das der Fall, hat man schon einen zwölfstelligen Vermittlungscode bekommen, den man eingeben kann. Hat man den noch nicht, muss man auf "Nein (Anspruch prüfen)" klicken und die Schnellprüfung durchführen. Anschließend wird man nach seinem Alter gefragt.

Sind vor Ort Termine verfügbar, gelangt man nach der erfolgreichen Schnellprüfung weiter und kann E-Mail-Adresse und Handynummer eingeben und auf "Vermittlungscode anfordern" klicken. Daraufhin erhält man per SMS einen Code geschickt, den man zur Verifizierung online eingeben muss. Hat das funktioniert, bekommt man eine E-Mail mit dem zwölfstelligen Vermittlungscode.

In dieser Mail befindet sich der Hinweislink "Termine buchen". Sollten Impftermine in dem gewünschten Impfzentrum frei sein, werden sie durch einen Klick auf diesen Link sichtbar. Die Termine sind nun zehn Minuten lang buchbar. Anders als noch vor einigen paar Wochen, werden die beiden Termine für die erste und zweite Impfung automatisch gemeinsam vergeben. Dann die Termine auswählen und im nächsten Schritt bei "Daten erfassen" die persönlichen Daten der Person angeben, die für die Impfung vorgesehen ist. Wenn das Formular aufgefüllt ist, klickt man auf das Feld "Übernehmen" und kann mit einem weiteren Mausklick "Termine verbindlich buchen" die Buchung abschicken.

Wenn alles richtig funktioniert hat, bekommt man eine E-Mail, in der man die E-Mail-Adresse nochmals bestätigen muss. Ist das erledigt, erhält man eine Bestätigungs-E-Mail, in der der Person mitgeteilt wird, welchen Impfstoff sie erhält und nochmal eine Erinnerung daran, wann die Termine jeweils stattfinden.

Was muss ich zur Impfung mitbringen?

Zum Impftermin mitbringen muss man seinen Impfpass, die elektronische Gesundheitskarte und den Personalausweis. Zusätzlich ist in manchen Fällen eine Impfberechtigung, also eine Bescheinigung von Ärztin oder Arzt oder des Arbeitgebers notwendig. Wer als Kontaktperson einer Schwangeren oder einer pflegebedürftigen Person geimpft wird, muss das entsprechende Formular von impfen-bw.de herunterladen, von der Person ausfüllen lassen und – gegebenenfalls mit weiteren Unterlagen – mitbringen.

Kann man sich auch zuhause impfen lassen?

Ja. Seit Anfang April können Hausärztinnen und Hausärzte impfberechtigte Menschen zu Hause impfen, die aufgrund ihres hohen Alters oder einer Vorerkrankungen ihre häusliche Umgebung nicht verlassen können.

Wo kann man sich impfen lassen?

In Baden-Württemberg sind neun Zentrale Impfzentren (ZIZ) in Betrieb, unter anderem in Freiburg. Außerdem gibt es Kreis-Impfzentren in allen Landkreisen. In Südbaden sind diese etwa in Lörrach, Müllheim, Waldshut-Tiengen, Kenzingen, Lahr und Villingen-Schwenningen. Neben den Impfzentren gibt es auch mobile Teams, die Bewohnerinnen und Bewohner von Senioren- und Altenpflegeeinrichtungen impfen. Die Einrichtungen und deren Träger kümmern sich dabei um die Termine.



Seit Anfang April impfen Hausärztinnen und -ärzte flächendeckend gegen das Coronavirus. Ende April sind auch die Fachärztinnen und -ärzte dazu gekommen. Auch inden Arztpraxen wird nach der Impfpriorisierung geimpft. Wie in der Praxis die Reihenfolge unter den impfberechtigten Patienten festgelegt wird, liegt im Ermessen der jeweiligen Ärzte.

Wie viele Menschen wurden bisher geimpft?

Das Robert-Koch-Institut und das Bundesgesundheitsministerium melden täglich, wie viele Menschen in Deutschland bereits eine Schutzimpfung gegen das Coronavirus SARS-COV-2 erhalten haben. Stand 30. April haben in Deutschland 22,4 Milionen Menschen mindestens eine Impfdosis erhalten. Rund 6,4 Millionen Menschen (7,7 Prozent der Gesamtbevölkerung) sind vollständig geimpft. Laut dem Gesundheitsministerium werden aktuell durchschnittlich rund 500.000 Impfungen pro Tag durchgeführt.



In Baden-Württemberg haben bisher 26,2 Prozent der Menschen die erste Impfung erhalten, das entspricht fast 3 Millionen Menschen.Vollständig geimpft sind 817.753 (7,4 Prozent der Landesvbevölkerung). Im Vergleich zu allen anderen Bundesländern hat Baden-Württemberg pro 100 Einwohner 33,6 Impfdosen verabreicht und rangiert damit auf dem drittletzten Platz, vor Hessen und Brandenburg.
Aktuelle Impfzahlen in Deutschland: impfdashboard.de

Welche Impfstoffe gibt es?

In der Europäischen Union sind bisher vier Impfstoffe von vier Unternehmen zugelassen:
  • Comirnaty von Biontech/Pfizer
  • mRNA-1273, Moderna Biotech von Moderna
  • Vaxzevria von Astrazeneca, und
  • COVID-19 Vaccine Janssen von Johnson & Johnson.
Verimpft werden in Baden-Württemberg bisher nur die Impfstoffe von Biontech/Pfizer, Moderna und Astrazeneca. Alle vier Vakzine sorgen dafür, dass im Körper Immunität (Widerstandsfähigkeit) gegen das Virus SARS-CoV-2 aufgebaut und schwere und schwerste Verläufe der Erkrankung Covid-19 verhindert werden können.

Wie funktionieren die mRNA-Impfstoffe?

Die Impfstoffe Comirnaty der Unternehmen Biontech(Deutschland)/ Pfizer (USA) und mRNA-1273, Moderna Biotech des Unternehmens Moderna (USA) sind sogenannte mRNA-Impfstoffe. Beide enthalten eine Art Bauanleitung für ein bestimmtes Protein des Coronavirus. Sobald der Impfstoff in den Körper gelangt, stellen die körpereigenen Zellen das Protein des Virus her. Das Immunsystem der geimpften Person erkennt die Eindringlinge und bildet Antikörper und Abwehrzellen, um sich gegen das Protein zu wehren, wodurch die Person eine Immunität gegen das Virus entwickelt. Die im Impfstoff enthaltene mRNA wird nach wenigen Tagen im Körper abgebaut.

Für vollständigen Impfschutz sind zwei Injektionen nötig. Beim Impfstoff von Biontech können diese im Abstand von drei bis sechs Wochen erfolgen, bei Moderna im Abstand von vier bis sechs Wochen.

Der Impfstoff von Biontech/Pfizer ist seit Ende Dezember in der EU verfügbar, der von Moderna seit Mitte Januar. Die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut beurteilt die beiden Impfstoffe Comirnaty von BioNTech/Pfizer und den Covid-19-Impfstoff von Moderna hinsichtlich ihrer Sicherheit und Wirksamkeit als gleichwertig. Bei geimpften Personen mit diesen beiden Impfstoffen sei die Wahrscheinlichkeit an Covid-19 zu erkranken etwa 95 Prozent geringer, als bei Menschen ohne Impfung. Wie lange der Impfschutz anhält, ist derzeit noch nicht bekannt.

Wie bei jeder Impfung, kann es auch nach der Impfung mit einem mRNA-Impfstoffen zu Nebenwirkungen kommen. Die Reaktionen treten meistens innerhalb von zwei Tagen nach der Impfung auf und halten bis zu sechs Tage an, so das Robert-Koch-Institut. Häufige Nebenwirkungen sind Schmerzen an der Einstichstelle der Impfung, Müdigkeit, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und Schüttelfrost. Seltner treten Gelenkschmerzen, Fieber oder Schwellungen an der Einstichstelle auf. Bei beiden Impfstoffen treten die Nebenwirkungen bei älteren Personen weniger auf, als bei jüngeren Menschen.

Wie funktionieren die Vektor-Impfstoffe?

Die Impfstoffe Vaxzevria des Unternehmens Astrazeneca (Schweden/Großbritannien) und Covid-19 Vaccine Janssen von Johnson & Johnson (USA) gehören zu den Vektor-Impfstoffen. Vektorbasierte Impfstoffe enthalten harmlose Trägerviren, die sich nicht vermehren können. Sie enthalten und transportieren die genetische Information für ein einzelnes Eiweiß des Coronavirus. Ähnlich wie bei mRNA-Impfstoffen stellen die körpereigenen Zellen nach der Impfung Proteine her, deren Bauanleitung sie durch die Trägerviren erhalten haben. Der Körper erkennt die Proteine als Eindringlinge und stellt Antikörper und Abwehrzellen her, wodurch der Mensch immun gegen das Coronavirus wird. Vaxzevira ist seit dem 8. Februar in der EU zugelassen ist, Janssen seit dem 11. März.

Der Impfstoff Vaxzrevia von Astrazeneca benötigt zwei Impfungen, bis voller Impfschutz vorliegt. Zwischen den beiden Spritzen sollten zwölf Wochen liegen. Beim Impfstoff Janssen von Johnson & Johnson reicht eine Injektion zum vollständigen Impfschutz. Das Paul-Ehrlich-Institut gibt die Wirksamkeit von Vaxzevria mit 80 Prozent an, für Jannssen mit 70 Prozent.

Häufige Nebenwirkungen der Vektor-Impfstoffe sind stärkere Kopfschmerzen, Glieder- und Gelenkschmerzen, Schmerzen an der Einstichstelle, Müdigkeit oder grippeähnliche Symptome.
Schwere Nebenwirkungen bei Vektor-Impfstoffen
Bei beiden Vektor-Impfstoffen haben Kontrollbehörden in Europa und den Vereinigten Staaten seltene, schwere Nebenwirkungen bemerkt: Sinusvenenthrombosen, eine ungewöhnliche Form der Hirnvenenthrombose. Die meisten Fälle traten bei Frauen im Alter zwischen 20 und 66 Jahren auf.

Das Paul-Ehrlich-Institut rät mit Vaxzevria geimpften Personen, sofort einen Arzt aufzusuchen, wenn sie in den Wochen nach der Impfung Symptome wie Kurzatmigkeit, Brustschmerzen, Arm oder Beinschwellungen entwickeln. Auch Geimpfte, die in den Tagen nach der Impfung kleine punktförmige Einblutungen (sogenannte Petechien) oder Blutergüsse der Haut über die Impfstelle hinaus entwickeln, sollten sich umgehend in ärztliche Behandlung begeben. Bei der Abklärung sollte eine Gerinnungsdiagnostik mit Blutbild und Bestimmung der Thrombozytenzahl erfolgen.

Aufgrund dieser seltenen, schweren Nebenwirkungen wird Vaxzrevia von Astrazeneca seit Ende März in Deutschland nur noch bei Impfberechtigten ab 60 Jahren regulär verabreicht. Menschen, die jünger 60 Jahre sind, können sich trotzdem nach sorgfältiger Aufklärung und einer individuellen Risikoanalyse mit dem Impfstoff impfen lassen. Da Impfberechtige über 60 wenig Interesse an dem Impfstoff von Astrazeneca zeigen, haben manche Bundesländer, darunter etwa Bayern und Berlin, den Impfstoff ohne Priorisierung freigegeben und verimpfen diesen jetzt auch an Jüngere.

Was passiert, wenn ich unter 60 bin, aber meine Erstimpfung mit dem Vakzin von Astrazeneca erhalten habe?

Die Stiko empfiehlt Personen unter 60 Jahren, die bereits eine 1. Impfstoffdosis mit der COVID-19 Vaccine Astrazeneca (Vaxzevria) erhalten haben, anstelle der zweiten AstraZeneca-Impfstoffdosis Dosis eines mRNA-Impfstoffs zu verabreichen. Die Impfzentren in Südbaden kontaktieren Betroffene nach und nach.

Ab wann bieten die Impfungen Schutz?

Das Paul-Ehrlich-Institut gibt folgende Zeitpunkte an:
  • Ab dem 7. Tag nach der zweiten Impfung mit Comirnaty von Biontech/Pfizer
  • Ab dem 14. Tag nach der zweiten Impfung mit mRNA-1273, Moderna Biotech von Moderna
  • Ab dem 15. Tag nach der zweiten Impfung mit Vaxzevria von Astrazeneca, und
  • Ab den 28. Tag nach der Einzeldosis von COVID-19 Vaccine Janssen von Johnson & Johnson.

Gibt es bald mehr Impfstoffe?

In den Startlöchern steht der Coronaimpfstoff des Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac. Ab Juni soll mit den Impfungen begonnen werden. Sowohl die Beantragung der Zulassung als auch die Zulassung selbst erwarte das Unternehmen im zweiten Quartal dieses Jahres, sagte ein Sprecher von Curevac am 16. April in Tübingen. Der von Curevac entwickelte Corona-Impfstoff CnCov wird derzeit in einer fortgeschrittenen Phase mit bis zu 40.000 Teilnehmern geprüft.

Wie kann ich Impfreaktionen und Nebenwirkungen melden?

Sollten der Verdacht einer Nebenwirkung vorliegen, können Betroffene dies sowohl der Hausärztin oder dem Hausarzt, dem örtlichen Gesundheitsamt oder de Paul-Ehrlich-Institut als oberster Bundesbehörde mitteilen.

Über die App "SafeVac" können Nebenwirkungen direkt nach der Impfung an das Paul-Ehrlich-Institut weitergeleitet werden. Die App bittet Nutzerinnen und Nutzer in vorgegeben Zeitabständen, ihre Nebenwirkungen zu dokumentieren. Der Beginn der Nutzung der App muss innerhalb von 48 Stunden nach der Impfung erfolgen, außerdem muss die Chargenbezeichnung der Impfung eingegeben werden.

Wer kommt als Nächstes dran?

Etwa Mitte Mai sollen die Berechtigen aus Priorisierungs-Gruppe 3 ohne Vorerkrankung an die Reihe kommen:Das sind unter anderem Wahlhelfer, Personen die im Lebensmitteleinzelhandel arbeiten und Menschen, die bei Unternehmen der kritischen Infrastruktur arbeiten. Dazu gehören beispielsweise Apotheken, Pharmakonzerne, Bestattungsunternehmen, Ernährungswirtschaft, Wasser- und Energieversorger, Abwasserentsorger, Abfallwirtschaft, im Transport- und Verkehrswesen sowie in der Informationstechnik und der Telekommunikation.

Ab Juni könnte die Impfpriorisierung aufgehoben werden: die Impfung gegen das Coronavirus wäre dann für alle Erwachsenen ohne Einschränkungen zugänglich.

Was ist mit Kindern und Jugendlichen ?

Kinder werden aktuell nicht gegen Sars-CoV-2 geimpft, Biontech hat jedoch Ende April die Zulassung seines Impfstoffs Comirnaty für 12- bis 15-Jährige beantragt. Comirnaty ist bereits für Über-16-Jährige zugelassen. Experten rechnen damit, dass schon im Herbst mit der Impfung von Kindern begonnen werden kann.

Was kostet die Impfung?

Die Impfung ist kostenlos, auch für Menschen ohne Krankenversicherung. Die Kosten für den Impfstoff übernimmt der Bund.

Wie komme ich zum Impfzentrum?

Die Fahrt zum Impftermin muss privat organisiert werden. Für Menschen, die in Pflege– oder Seniorenheimen leben, gibt es mobile Impfteams.

Hilfsbedürftige Menschen dürfen eine Begleitperson zum Impftermin mitbringen – geimpft wird aber trotzdem nur die Person, die den Termin hat. Einige Seniorenbüros bieten Unterstützung an; wir haben am Ende dieses Artikels einige Angebote aus Südbaden aufgelistet.

Wie wird die Impfung dokumentiert?

Wer sich impfen lässt, erhält entweder einen Eintrag in seinem gelben Impfpass oder eine Impfbescheinigung. Ärztinnen und Ärzte sind verpflichtet, jede Schutzimpfung zu bestätigen. Es gibt genaue Vorgaben, was zu dokumentieren ist: Das Datum der Impfung, die Bezeichnung des Impfstoffes und der Name der Krankheit, gegen die geimpft wurde; Anschließend unterschreibt der Arzt.
Laut dem Gesundheitsministerium soll es noch vor dem Sommer einen digitalen Impfnachweis als App für das Smartphone geben, um eine zusätzliche Möglichkeit zu schaffen, Impfungen zu dokumentieren. Dieser digitale Impfpass soll in allen europäischen Ländern gültig sein und das Reisen erleichtern.

Ich hatte Covid-19 und bin wieder gesund. Darf ich mich impfen lassen?

Aktuelle klinische und immunologische Daten zeigen, dass ein Mensch, der eine Infektion mit SARS-CoV2 bereits durchgestanden hat, für mindestens sechs bis acht Monate immun dagegen ist. Davon geht etwa das Land Baden-Württemberg aus; es beruft sich dabei auf eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO).

Das Robert-Koch-Institut vertritt die Ansicht, dass sichCovid-19-Erkrankte frühestens sechs Monate nach ihrer Genesung gegen Sars-CoV-2 impfen lassen können. Allerdings erst, wenn sie gemäß der Impfpriorisierung an der Reihe sind. Wie vor jeder Impfung müsse allerdings geprüft werden, ob der Gesundheitszustand der Person eine Impfung zulasse. Da Menschen, die eine SARS-CoV-2-Infektion bereits durchgemacht haben bereits Antikörper gebildet haben, erhalten sie nur eine einmalige Impfung, um die Immunität aufzufrischen. Genesene können alle zugelassenen Covid-19-Impfstoffe erhalten.

Wo finde ich Hilfe?

In der Region gibt es einige Initiativen, die Bürgerinnen und Bürger aus ihrem eigenen Ort bei der Terminvereinbarung oder beim Transport zum Impfzentrum Unterstützung anbieten.

Eine Auswahl der regionalen Angeboten in Südbaden haben wir hier für sie zusammengestellt; alle Angaben sind ohne Gewähr.
  • Bad Krozingen: Die Stadt hat eine Impf-Hotline eingerichtet. Dort wird allen Impfberechtigten der Stadt Hilfe bei der Vereinbarung eines Impftermins angeboten. Außerdem gibt es Unterstützung bei Fahrten zu den Impfzentren in Müllheim und Freiburg. Die Impf-Hotline der Stadt Bad Krozingen ist erreichbar unter 07633/407-604 immer montags bis donnerstags von 9 bis 16 Uhr und freitags von 9 bis 12 Uhr.
  • Breisach: Ein Hilfsangebot von Stadtverwaltung, Stadtseniorenbeirat und ehrenamtlicher Corona-Hilfe hilft älteren Mitbürgerinnen und -bürgern bei der Vereinbarung eines Impftermins. Im Bedarfsfall kann auch ein Fahrdienst zum Impfzentrum organisiert werden. Kontakt: Michael Mros, Montag bis Freitag zwischen 9 und 12 Uhr unter Tel. 07667/941648 oder 0174 /3059707. Der Seniorenbeirat bietet außerdem persönliche Sprechstunden in der Spitalkirche an.
  • Lahr: Ältere Menschen können sich beim Treffpunkt Stadtmühle unter 07821/21787 von Dienstag bis Freitag, jeweils von 13.30 bis 17.30 Uhr, melden.Das Bürgerzentrum vermittelt bei Bedarf auch einen Begleitdienst durch die Nachbarschaftshilfe. Die Kosten von 12,80 Euro pro Stunde werden bei Personen mit einer Pflegestufe von der Pflegekasse übernommen.
  • March: In March unterstützt das DRK ältere Menschen bei der Suche nach einem Impftermin. Website: drk-march.de
  • Schuttertal: Die Nachbarschaftshilfe bietet Unterstützung beim Buchen eines Impftermins an – von Montag bis Freitag, 14 bis 16 Uhr unter Tel. 07823/960360.
  • Todtnau: Der Helferstab der Katholischen und Evangelischen Kirche in Todtnau – CaDiSo (Caritas Diakonie Soziales) – bietet einen Impfterminservice an. Mittlerweile wurde das Hilfsangebot auch für Menschen unter 80 Jahren ausgeweitet. Termine werden für Menschen in Schönau und Todtnau vermittelt. Die DRK-Ortsvereine übernehmen – soweit erforderlich – die Fahrten zu den Impfterminen. Wer einen Impftermin an einem Impfzentrum vermittelt haben möchte, kann sich weiterhin über die Hotline der CaDiSo melden: 0162 5992698.
  • Landkreis Waldshut: Der Landkreis Waldshut bietet allen Personen über 70 Jahren, die im Landkreis wohnen und bisher noch keinen Impftermin erhalten haben, die Möglichkeit an, über die Corona-Bürgerhotline des Landkreises – 07751 / 86-5151 – direkt einen Impftermin im Kreisimpfzentrum in Tiengen zu buchen. Die Impfungen erfolgen ab Montag, dem 19.04.2021. Zum Einsatz kommt der Impfstoff Astrazeneca. Für Personen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, besteht künftig die Möglichkeit, die Corona-Impfung über die Hausärzte zu erhalten. Darüber hinaus wird es weitere kommunale Impftermine in den Raumschaften des Landkreises geben. Die Hotline ist zu folgenden Zeiten erreichbar: Montag, Mittwoch, Donnerstag von 8.30 bis 16.30 Uhr. Dienstag 8.30 Uhr bis 18 Uhr und Freitag 8.30 Uhr bis 12.30 Uhr.