Vorderhaus Freiburg

Lukas Mak gewinnt Freiburger Kleinkunstpreis für Studierende

Bettina Gröber

Von Bettina Gröber

Mi, 23. November 2016

Theater

Hauptpreis für den Debütanten

Ein kurzweiliger Abend mit viel Unterhaltungswert, ambitionierte junge Künstlerinnen und Künstler und ein Debütant als lachender Sieger: Das ist die Bilanz des Wettbewerbs zum Freiburger Kleinkunstpreis für Studierende, der in der dritten Auflage im Vorderhaus über die Bühne ging. Fünf Kurzprogramme bekamen das Publikum und die fünfköpfige Jury zu sehen und zu hören – die Begrenzung der Beiträge auf je 15 Minuten und die knackigen Moderationen von Studierendenwerk-Azubi Simon Waldenspuhl taten ein Übriges, dass keine Langeweile aufkam. Für die Juroren – Rudolf-Werner Dreier (Uni Freiburg), Michael Backhaus (Slam Supreme), Ute Krystof (Studierendenwerk), Karola Mohr (Vorderhaus) sowie der Musiker Sascha Bendiks – stand am Ende fest: Lukas Mak und seine Ausführungen unter dem Motto "Ein bisschen Wahnsinn" überzeugten am meisten. Der 23-jährige Student an der Pädagogischen Hochschule heimste gleich bei seinem Bühnendebüt den mit 500 Euro dotierten Rektorpreis der Universität ein.

Mak hatte das Stelldichein der Nachwuchs-Kleinkünstler mit seinem Auftritt eröffnet. In einer Mischung aus Stimmkunst, Gesang und Gedichtvortrag bot er mal Heiter-Tiefsinniges, mal Nonsens. Zwar wirkte die große Bandbreite, die vom Philosophieren über die Freiheit bis zum "Meine Mutter schmiert die Butter an die Wand" reichte, bisweilen ein wenig konfus – doch zugleich auch richtig sympathisch.

Demgegenüber konnten die Auftritte von Anton Moser und Zacharias Heck weder die Juroren noch das Publikum überzeugen. Die Stand-up-Comedy des 19-jährigen Moser kam noch relativ unausgereift daher, wirklich Witziges war bei den Anekdötchen, die sich um das Thema "Wachstumsschub" drehten, nicht dabei. Der 24-jährige Zacharias Heck bot dagegen ein durchaus ausgegorenes Programm, sein Musikkabarett am Flügel und an der Gitarre beschäftigte sich ebenso mit dem Dilemma das Urheberrechts ("Brecht ist leider erst seit ’56 tot") wie mit der Frage an eine Veganerin, was denn nun "so gut an Tieren" sei. Womöglich verdarb Hecks abschließendes Lied, das er als "Sekten-Song" überschrieben hatte, den Gesamteindruck: Der Refrain "Zerhackt ein Baby, lasst uns Satan preisen" ging bei so manchem im Publikum nicht mehr als rabenschwarzer Humor durch.

Der zweite Preis, 300 Euro vom Studierendenwerk, ging an die Routiniers des Duos Pumpernickel, die Auszüge aus ihrem Programm "Abendbrot mit Pumpernickel" zum Besten gaben. Die Mischung aus schlagfertigen Dialogen und pointierten Liedern wurde begeistert beklatscht. Noch mehr Beifall – und sowohl den Publikumspreis als auch 200 Euro vom Vorderhaus – kassierte Aaron Löchle für sein Musikkabarett. Der 21-Jährige ist seit vier Jahren im Kleinkunstgeschäft und präsentierte "Auszüge aus Bodo Wartkes Musikdelikten": Musikkabarett der flotten Sorte, das im rasanten Rap über alltägliche Dauerbeschallung und Sehnsucht nach Ruhe den Wettbewerb mit einem kleinen Feuerwerk der Sprech-und Rhythmuskunst würdig beendete.