Themen des inneren und äußeren Friedens

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Sa, 02. November 2019

Müllheim

43. Markgräfler Friedenswochen starten am kommenden Mittwoch / Verschiedene Veranstaltungen.

MÜLLHEIM (BZ). Am Mittwoch starten die 43. Markgräfler Friedenswochen. Auch in diesem Jahr widmen sie sich Themen des inneren und äußeren Friedens, so der Veranstalter, der Friedensrat Markgräflerland.

Zum Beginn der Friedenswochen am 6. November zeigt der Spielfilm von Louis Malle über das Schicksal jüdischer Kinder im besetzten Frankreich 1944 die grausame Realität der Naziherrschaft. Was diese für die jüdischen Müllheimer bedeutete, daran erinnert der Friedensrat mit einem Schweigemarsch am 9. November anlässlich des Jahrestages der Reichspogromnacht, in der auch die Synagoge in Müllheim geschändet wurde. Tödlich endet 1942 eine Liebe in Niederweiler. Weil er eine deutsche Frau liebte, wurde der polnische Zwangsarbeiter Julian Garlewicz von den Nazis gehängt. Am Jahrestag seiner Hinrichtung, dem 13. November, findet eine Gedenkveranstaltung auf dem Alten Friedhof in Niederweiler statt. Die Veranstaltung "und führen wohin du nicht willst" des Arbeitskreises (AK) Frieden im Evangelischen Kirchenbezirk Breisgau-Hochschwarzwald am 19. November geht unter anderem der Frage nach, welche Konsequenzen die Badische Landeskirche aus der Zeit des Nationalsozialismus gezogen hat. Am Volkstrauertag, 17. November, wird der Opfer von Krieg und Gewalt gedacht. Der Friedensrat setzt sich ein für einen Volkstrauertag ohne Militär, weil den bisherigen Opfern keine neuen hinzugefügt werden sollen. An diesem Tag laden Gerhard Stichling und Theo Ziegler für den AK Frieden zudem zu Lyrik und Musik in die Evangelische Kirche Gallenweiler ein.

Der größte deutsche Waffenproduzent Rheinmetall unterhält auch in Neuenburg eine Produktionsstätte. Im Rahmen der Kampagne "Aufschrei – stoppt den Waffenhandel" findet am 20. November vor der Niederlassung eine Mahnwache gegen die Produktion statt. Müllheim ist Stationierungsort der Deutsch-Französischen Brigade. Unter dem Motto "Frieden statt Krieg" steht die Mahnwache des Friedensrats am 27. November vor der Kaserne der Brigade in Müllheim. Zum Abschluss der Friedenswochen beschäftigt sich am 3. Dezember der Journalist Andreas Zumach im Markgräfler Gymnasium unter der Überschrift "Warum wir eine neue EKD-Ostdenkschrift brauchen" mit dem aktuellen deutsch-russischen Verhältnis. Programm:
Mittwoch, 6. November, 19.30 Uhr, "Müllheim gegen rechts!", Spielfilm von Louis Malle über das Schicksal jüdischer
Kinder im besetzten Frankreich 1944, Diakonie, Wilhelmstraße 8, Müllheim
Samstag, 9. November, 17 Uhr, Schweigemarsch zum Gedenken an die ermordeten jüdischen Müllheimer, Gegen die Pogrome von heute, Evangelische Stadtkirche, Müllheim
Mittwoch, 13. November, 17 Uhr, Gedenken an den polnischen Zwangsarbeiter Julian Garlewicz, Friedhof Müllheim-Niederweiler
Sonntag, 17. November, 11.30 Uhr, "Volkstrauertag ohne Militär. Den Opfern vergangener Kriege keine neuen Opfer hinzufügen", Alter Friedhof Müllheim
Sonntag, 17. November, 17 Uhr, Lyrik und Musik zum Frieden mit Gerhard Stichling und Theo Ziegler, Evangelische Kirche Gallenweiler; Veranstalter AK Frieden
Dienstag, 19. November, 20 Uhr, "‚...und führen wohin du nicht willst.’(Joh 21.18) – Die badische Landeskirche am Beginn des Zweiten Weltkrieges", Vortrag von E. Marggraf, Pfarrer i.R. und ehemaliger Direktor des Religionspädagogischen Instituts, Evangelisches Gemeindehaus Müllheim; Veranstalter AK Frieden
Mittwoch, 20. November, 15 Uhr, "Rheinmetall entrüsten, ‚Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel’", vor Rheinmetall Waffe Munition GmbH, Hans-Buck-Straße 1, Neuenburg
Mittwoch, 27. November, 15.30 Uhr, "Frieden statt Krieg", Protest an der Kaserne der Deutsch-Französischen Brigade, Müllheim
Dienstag, 3. Dezember, 20 Uhr, unser Verhältnis zu Russland, "Warum wir eine neue EKD-Ostdenkschrift brauchen", Vortrag von Andreas Zumach, Journalist bei der UN in Genf und der Taz, Markgräfler Gymnasium Müllheim (MGM); Veranstalter: MGM und AK Frieden

Weitere Infos im Internet unter http://www.friedensrat.org