Tierquälerei bei Schlachtung

Verena Wehrle

Von Verena Wehrle

Do, 22. Oktober 2020

Kreis Waldshut

Tierschützer filmen heimlich.

. Ein Landwirt aus dem Landkreis Waldshut soll seine Schweine und Rinder gequält haben, vor allem bei der Schlachtung. Gegen ihn hat die Staatsanwaltschaft nun Anzeige erstattet, wie das Landratsamt Waldshut mitteilt. Das Landratsamt verhängte ein sofort geltendes Tierhaltungs- und Schlachtungsverbot.

Eine Tierschutzorganisation soll laut Landratsamt über mehrere Wochen heimlich Videoaufnahmen in dem landwirtschaftlichen Betrieb mit eigener Schlachtung gedreht haben, wie das Landratsamt informiert. Die Aufnahmen würden die gravierenden Verstöße gegen den Tierschutz bei der Schlachtung zeigen. Das Veterinäramt Waldshut erfuhr nach Angaben des Landratsamts am Freitag, 9. Oktober, von diesen Aufnahmen. Am Samstag, 10. Oktober, kontrollierte dann das Veterinäramt in Begleitung von Fachleuten des Regierungspräsidiums sowie der Polizei den landwirtschaftlichen Betrieb.

Polizei stellt beim Landwirt Kleinkalibergewehr sicher

Dabei stellten sie ein Kleinkalibergewehr sicher. Der Landwirt soll die Tiere mit dieser Waffe betäubt haben, bevor er die Rinder und Schweine schlachtete. Außerdem sollen die Tiere des Landwirts knietief in den eigenen Fäkalien gestanden haben. Dies bestätigte ein Sprecher der Tierschutzorganisation.

Dem Besitzer des Hofs sei die Schlachtung mit sofortiger Wirkung untersagt worden, informiert das Landratsamt. Außerdem seien ein Tierhaltungs- und Betreuungsverbot sowie die sofortige Beseitigung der vorgefundenen Mängel angeordnet worden. In dem Betrieb hätten in den vergangenen Jahren regelmäßige, überwiegend unangekündigte Kontrollen stattgefunden, so das Landratsamt. "Es lagen keine Anhaltspunkte dafür vor, dass dort gravierende Mängel bei der Schlachtung oder Haltung vorliegen könnten", so das Landratsamt weiter.